Vorschau auf die Bände IV - VII :

Interviews zur Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte

finden Sie jetzt und in Fortführung zur Seite 1 grundsätzlich nur noch auf dieser zweiten Seite!

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Aktualisiert am 13. Januar 2017

 

„Ich hatte eine Zeitlang jede Menge anderes zu tun,
um das ich mich kümmern musste.
Aber die Hefte meiner Jugend habe ich nie aus den Augen verloren“
( Der Autor )

Der Autor - einst heiß umschwärmt von schönen Frauen.

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Neues Interview mit dem Autor der Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte!

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Blitz der Zeitungsjunge hat vor einigen Tagen den Autor, noch vor Erscheinen seines neuen Riesenwälzers interviewt und nachgefragt, welches seiner bisher fertiggestellten Bücher er selbst am besten findet.
Er hat Blitz nach kurzer Überlegung folgende Antworten gegeben:

 

Ich persönlich finde Band 1 am besten, weil dieses Buch die seltensten Lehning-
Piccolos aller Zeiten beinhaltet, die heutzutage kaum noch ein Sammler komplett hat.
Zudem kennen die Meisten die Hefte im Original überhaupt nicht.
Mir selbst fehlen ja auch noch drei davon. Würde sich heute einer vornehmen, sich die Hefte alle in gutem Zustand zuzulegen, wäre er spielend 50- bis 70.000 Euro los.
Von den sagenhaften Sonderbänden, die Band 1 beinhaltet mal ganz zu schweigen!


Es gibt nichts Schöneres für mich, als mir insbesondere die ersten 100 Sigurd-
Piccolo-Titelbilder anzusehen. Das war Wäscher in Reinkultur.

Die Cover sind bis heute unübertroffen. Jahre später - 1962 - hat Wäscher ja selbst die Umschläge nochmal neu gezeichnet, und hat das frühe Ergebnis einfach nicht mehr hingekriegt!
Die ersten Hundert stellen das Schönste und Beste dar, was Wäscher je geschaffen hat. Alleine schon wegen dieser Cover ist Band 1 mein Lieblingsbuch!

 

Ach halt!  Ich finde Band 2 noch schöner - das ist mein Favorit!
Weil darin „Akim, Herr des Dschungels“ und „Akim, Neue Abenteuer“ so richtig durchstarten! Und das waren neben Sigurd meine absoluten Lieblings-Serien.
Ab „Akim, Neue Abenteuer“ Nr. 1 nehmen z.B. sämtliche Titelbilder ganz neue bis dahin nie eingesetzte Halbtöne an, die auch bei Sigurd zum Einsatz kamen - das war die Epoche der schönsten Titelbilder aller Zeiten. Die muss man einfach alle hintereinander schnell greifbar im Regal stehen haben - sonst fehlt einem am Ende das Wichtigste.

Die Piccolo-Sonderbände in Band 2 sind ja auch irre gut!  Wer möchte von Euch diese Titelbilder missen?!!!
Ich nicht!  Und die Meisten, die ich kenne - auch nicht!

 

Moment mal - Kommando zurück!
Band 3 ist mein Lieblingsbuch. Das Buch sehe ich mir für mein Leben gern an, wegen der beiden Großband-Serien Akim und Sigurd. Die haben meine Jugend verzaubert und mir als Kind schlaflose Nächte bereitet.
Alle 14 Tage muss ich da einen Blick drauf werfen. Früher habe ich mir die Hefte aus meiner Sammlung regelmäßig angesehen - aber die werden ja auch nicht besser davon. Denn von Hüllen halte ich nichts!
Heute greife ich einfach ins Bücherregal und schnappe mir Band 3.
Toll fand ich auch, dass ich darin meinen Bericht über „Wäschers große Kunst der Titelbild-Gestaltung“, der in dem Buch vorkommt, endlich veröffentlichen konnte. Das Thema lag mir früher schon immer am Herzen - und ich bin froh, dass das mit Band 3 erledigt ist. Also: Platz 1 für Band 3!

 

Doch halt - Jetzt fällt mir gerade noch was ganz Spektakuläres ein:
Band 4 ist mein wahrer Favorit - alleine schon wegen der Nick-Großband-Cover. Mensch, was waren die spitze! 

Ich liebe Nick - und die ersten Cover waren einfach unschlagbar! Jedes einzelne Heft müsste man rahmen und sich an die Wand hängen!
Und dann die ganzen Plagiate. Die sind mir früher teilweise schon immer aufgefallen und ich wollte die mal immer für mein Leben gern veröffentlichen. Jetzt bin ich glücklich, dass schon mal der erste Rutsch davon in der Szene die Runde macht.  Aber das sind letztendlich so viele, dass selbst Band 5 noch damit überläuft und das Material trotz der 264 Seiten da alles gar nicht reingepasst hat. Sodass der größte Teil davon erst in Band 6 veröffentlicht wird.

 

Mensch! Beinahe hätte ich ja mein Lieblingsbuch vergessen: Band 5!

Band 5 ist mit Abstand mein Lieblingsbuch!  Der hat mich enorm viel Arbeit gekostet und enthält so viele Top-Infos,

da kommt jeder vom Glauben ab!  Na, in ein paar Tagen werdet Ihr das Wunderwerk ja endlich sehen!

 

So, ist jetzt Ihre Frage damit ausschöpfend beantwortet, Herr Blitz?

 

Der Autor

der sogenannten Piccolo-Enzyklopädie

 

Jawohl, Herr Autor! Danke - jetzt sind wir alle schlauer!

 

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Die verblüffenden Kolorierungen eines Perfektionisten!

 

Hallo liebe Freunde,
jetzt mal ehrlich - wer hätte das gedacht?!!! Unser Super-Kolorierer hat sich noch mal bei uns gemeldet!
Das ist der, der die Tarzan-Seiten von 1948 - hier unterhalb - so vortrefflich koloriert hat.
Und jetzt hat er sogar noch ne neue Seite nachgeschoben.
Dabei wollte er erst gar nicht damit rausrücken, wie er uns schrieb. Irgend etwas würde mit dem Rot nicht stimmen.


Alles Blödsinn!  Die Seite ist echt spitze. Wenn die am Montag unser Autor sieht, bekommt der wieder Stilaugen.

 

Die Seite muss wohl auch im Mondial-Verlag erschienen sein, aber da sollen dem Vernehmen nach wieder zwei Panels gefehlt haben. Deswegen hat er die Seite schließlich noch mal neu koloriert.

Der koloriert alles neu, wenn irgendwas fehlt.


Ja, was haben denn diese Salonlöwen bei Mondial eigentlich mit unserem Tarzan gemacht?
Warum haben die immer 25% weggelassen?  Das war ja da anscheinend noch schlimmer als bei Lehning.

 

Wenn unser Freund auch die Großbände von Lehning sammeln würde, dann hätte er bei Akim und Sigurd jede Menge neu zu kolorieren. Wir schicken ihm jetzt mal zur Ansicht Band III und IV zu. Mal sehen, was er sagt...
Jedenfalls, hier ist die neue Seite:

 

 

Die Sache mit den Kolorierungen - und wie alles begann:

 

Also, um es kurz und schmerzlos zu machen, liebe Freunde:
Diese fantastische Tarzan-Seite hat uns einer unserer Leser eingereicht und er behauptet, so ganz einfach und aus heiterem Himmel heraus, die Seite selbst koloriert zu haben. Das war vor etwa zwei oder drei Tagen.

 

 

Der Autor warf einen Blick darauf und sagte: „Unmöglich! Ausgeschlossen!“ Drehte sich um und verließ das Zimmer.


Eine halbe Stunde später kommt er wieder rein und sagt: „Zeigt mir die Seite nochmal her!“
Nachdenklich hält er das Blatt in seinen Händen, so als würde er dabei in Gedanken versinken.
Ohne seinen Blick davon abzuwenden, lässt er sich langsam und nachdenklich zurück in einen Sessel gleiten,

und starrt dabei unentwegt den Farbdruck  an.

 

Ich sage zu ihm: „Stimmt was nicht damit?“  Er antwortet mit rätselhaften Worten: „Ja, da stimmt was nicht!“  

Dann reicht er mir die Seite rüber und ich schaue sie mir genau an.
Aber außer, dass es sich dabei um eine der besten Tarzan-Kolorierungen handelt, die ich seit langem gesehen habe, fällt mir nichts daran auf.


Ich sage zum Autor: „Und was stimmt nicht mit der Seite?“ ...und reiche sie ihm wieder zurück.
Dann sagt er etwas Verblüffendes: „Die Seite gibt es nicht!“ ...und starrt wie angenagelt auf den Druck. 

Ich sage „wieso?“  ...und komme nicht drauf, was er damit meint.
Nun kenne ich mich mit Tarzan bei weitem nicht so gut aus wie etwa der Autor, der selbst zum Thema Tarzan an einem Buch gearbeitet hat.

 

Er reicht mir die Seite zurück und sagt: „Die Seite gibt es nicht in deutscher Übersetzung! Diese Seite gab es nur in den U.S.- Sonntagsseiten von 1948 - diese hier ist aber in deutsch.
Im Mondial-Verlag ist sie in dieser Form auch niemals erschienen. Da fehlten einige Szenen, die hier vorhanden sind.
Und bei Hethke sahen die Farben und auch das Lettering völlig anders aus als auf diesem Druck!
Diese Seite ist ein Unikat. Der Leser hat sie also tatsächlich selbst gemacht!  Er muss ein Genie sein!"

 

Ich blicke wie hypnotisiert auf die Zeichnung und kann das Unglaubliche einfach nicht fassen!
„Es ist so!“  ...versichert mir der Autor.  „Stell mir sofort eine Verbindung zu dem Leser her!...Ich will auf der Stelle mit ihm sprechen!“

 

Fortsetzung vom 26. Oktober:

 

Ihr könnt Euch ja lebhaft vorstellen, meine Freunde, was plötzlich bei uns los war...
Zunächst musste ich die Hethke-Ausgabe herauskramen, und zwar die Stelle wo es 1948 losging - mit „Tarzan and N´Ani“ ( Ihr erinnert Euch: Das war die nackte Königin im Dschungel, die Tarzan dieses unmissverständliche Angebot gemacht hatte, mit den Diamanten, welches normalerweise kein Mann ausschlagen würde - der Autor hatte die Szene "ein wenig" nach seinem Geschmack modifiziert ).

 

Das entsprechende Tarzan-Mondial-Heft hatte unser Autor natürlich direkt frei aus dem Stehgreif im Kopf. 

Er sagte: „Tarzan-Mondial Nummer 69, zweite Hefthälfte!“ Also brauchte ich nicht lange zu suchen!

 

Und tatsächlich - es war genau so, wie es der Autor gesagt hatte - bei dieser Ausgabe fehlte was und bei der anderen von Hethke stimmten natürlich wie so oft die Farben nicht. Und das Lettering war völlig anders.

 

 

Beides war also kein Vergleich zu der Seite, die uns der Leser geschickt hatte.
Und an Brocula war schließlich noch gar kein Denken - die sind schließlich noch lange nicht bei 1948.

 

Als nächstes musste ich den Leser kontaktieren und ihm Löcher in den Bauch fragen.
Er fühlte sich geschmeichelt, dass der Autor höchst persönlich ein derartig gesteigertes Interesse an ihm und seinem Kunstwerk bekundete, und er erzählte mir ellenlang wie er alles gemacht hatte.

 

Ich dachte nur bei mir - Menschenskinder, was der mir erzählt, das begreift doch verbal ohnehin kein normaler Mensch!
Ich kam dann auf die glorreiche Idee, ob er uns womöglich bildlich Step for Step belegen könnte, wie er dieses achte Weltwunder mit der er die Comic-Welt revolutionieren würde, denn praktisch vollbracht hätte.


Er sagte: „No Problemo! Ich schicke Euch nachher ein paar Detail-Fotos per Mail.“


Die Zeit verging, und alle Naslang kam keine Mail.  Dann das Wunder von Bern: Ladezeiten über Ladezeiten - und gegen 15.00 Uhr trudelten tatsächlich die ersten Bilder ein.

 

Ich rief sofort den Autor an - der sprang in seinen Little Red Roadster und war in Null-Komma-Nix im Office. 

Junge, Junge war das ein großer Moment. Das kann ich Euch sagen!  Der Autor staunte Bauklötze über das, was da plötzlich so vor uns lag.  

                            

Fortsetzung vom 27. Oktober:

 

Also Freunde, ich kann Euch eines sagen - wir waren alle baff!
Zuerst flatterte eine Riesen-Datei auf unseren Bildschirm. Darauf befand sich die gleiche ominöse Seite, die uns der Leser bereits zu Anfang in Farbe geschickt hatte - aber diesmal in schwarz-weiß.

 

 

 

Er schrieb dazu folgende aufschlussreiche Zeilen: „Wenn ich eine Seite kolorieren möchte, wie jene, die Ihnen bereits schon vorliegt, dann muss ich mir erstmal eine saubere, astreine Original-Seite des damaligen United Features Syndicate beschaffen. Solche gibt es aber heutzutage leider so gut wie gar nicht mehr, weil alles, was man derzeit über Tarzan noch findet bereits schon koloriert und somit bereits vierfarbig ist.
Das ist auch ein Problem für sämtliche Verlage, die z.B. an Tarzan- oder Prince Valiant-Alben arbeiten.

 

Fündig wurde ich in Italien. Dort gab es vor ein paar Jahren noch einige unverfälschte Original-Seiten in schwarz-weiß. Einige davon, die ich neu aber nach alten Mustern kolorieren wollte, beschaffte ich mir dort.


Da ich zwar kein italienisch kann, aber über eine Reihe alter US-Zeitungsbeilagen verfügte, in welchen der Text in
englisch steht, übersetzte ich zunächst den italienischen Text ins Deutsche. Das war eine easy-Aufgabe.
Die Übersetzungen fügte ich in diese italienische Seite ein, wie man anhand dieser Vorlage bereits ersehen kann.“
So eine Blanco-Seite ist die Grundvoraussetzung für ein Kolorierungs-Unterfangen.“

 

Das war fraglos genial - unser Leser ging also 2016 genau so vor, wie damals in den 50er Jahren die europäischen Verlage, welche die Tarzan-Heftchen herausbrachten, und die ebenfalls alle nur SW-Vorlagen von den Strichzeichnungen vom Syndikat erhalten hatten. Kolorieren musste jeder Verlag die Zeichnungen selbst.

Deshalb gibt es ja auch so viele Varianten.

 

Anschließend schrieb unser Freund weiter: „Der nächste Arbeitsschritt bestand darin, jeden einzelnen Strip dieser Seite auf die vier- oder fünffache Größe hoch zu vergrößern und einzeln auszudrucken.
Denn in der Originalgröße der Gesamtseite lässt sich keine brauchbare Kolorierung erzielen. Zumindest keine, die es Wert wäre gedruckt zu werden.“

 

Der Autor nickte zustimmend und sagte: „Wo der Mann Recht hat - hat er Recht!“

Der Leser präsentierte uns aber noch ein zweites und ein drittes Bild von einer Einzel-Sequenz von dieser Tarzan-Seite. Das eine war eine Einzelvergrößerung und das andere eine ganz schwache Kopie von dem gleichen Motiv in sehr feinem Pastellgrau.


Er schrieb dazu: Von dem Original ( links im Bild ) fertigte ich eine Silhuetten-Kopie an, die ich für die Kolorierung benötige. Diese darf nur ganz schwach erkennbar sein, damit das Grau später nicht bei der Reproduktion der Kolorierung durchscheint.
Andererseits müssen die Konturen und Umrisse der Zeichnung so gut erkennbar sein, sodass ich darauf alles sehen kann, was zu kolorieren ist.

 

 

Der Autor warf dazu ein: Er glaube nicht, dass die Koloristen der großen Zeitungshäuser und auch nicht die des Mondial-Verlags damals so gearbeitet hätten - sie hätten womöglich mit Overlays gearbeitet. Aber das spielt für uns hier und heute auch keine Rolle. Es geht ja nicht um eine Vergangenheits-Aufarbeitung, sondern nur darum, wie unser Freund zu so einem bravourösen Resultat kam.

 

Der Leser erklärt weiter: „Anschließend übertrage ich dieses “Blindmuster“ auf einen geeignete Aquarellkarton, auf dem ich meine Arbeit beginne und nach getaner Arbeit auch beende.
Wie er das macht, ist seine Sache und das verrät er uns auch nicht!  Betriebsgeheimnis! Wie er sagt.

 

Dann legte er uns per nachfolgender E-Mail noch zwei weitere Arbeitsschritte der gleichen Zeichnung vor, die uns glattweg den Atem verschlagen. Und zudem noch eine dritte Seite.


Der Autor wird trotz seiner Bräune plötzlich ganz blass im Gesicht und ist ebenso sprachlos wie ich.

 

Fortsetzung vom 29. Oktober:

 

Staunend sehen wir uns die Vorlagen eine nach der anderen genau an:
Die bunte Vorlage links im Bild ist die eigentliche Kolorierung, die der Leser auf die Silhouetten-Kopie mit Aquarell- farbe aufgetragen hat, schrieb er uns.

 

 

So unscheinbar, hässlich und blass wie dieses Bild links auch dem Anschein nach erscheinen mag - die hier eingesetzten Farbtöne entsprechen allesamt den vielfach verwendeten Farben und Halbtönen, wie man sie auf den meisten sehr gut kolorierten Sonntagsseiten der US-Zeitungsbeilagen sehr häufig antrifft.


Um diese Farbnuancen genau zu treffen, legt der Künstler - denn so muss man diesen Leser allmählich bezeichnen - eine Sonntagsseite nach seinem Geschmack neben sich links auf den Zeichentisch.

Bevor er nun eine Farbe auf seine Vorlage aufträgt, trägt er ein wenig von dem Farbton auf den Rand eines kleinen Stückchen Kartons auf und gleicht das Muster mit dem Originaldruck farblich ab.
Wenn die Farbe etwas zu blass oder zu kräftig ausgefallen ist, mischt er den Farbton mit Wasser und einem zweiten Ton leicht auf, bis das Musterstück mit dem Farbton auf der Sonntagsbeilage identisch ist.

„Das ist ein mühsames Unterfangen“, verrät uns der Leser, "aber es ist mir die Mühe wert."

 

Nach getaner Arbeit druckt er die Schwarz-Weiß-Druckvorlage deckungsgleich auf sein Aquarell auf. Wie er das macht verrät er uns allerdings wieder nicht. Aus verständlichen Gründen.  Jedenfalls sieht das Endergebnis dann so aus, wie die fertige Vorlage oben rechts im Bild.


Diese Prozedur wiederholt unser Künstler solange, bis alle Strips der Seite fertiggestellt sind.
Die Einzelbilder werden dann zusammenmontiert und die gesamte Vorlage reproduziert oder eingescannt.

Anschließend - nach dem scannen - noch digital nachbearbeitet und farblich nachjustiert.

Am Ende wird dann die Gesamtseite auf die Größe einer Sonntagsseite wieder zurück verkleinert.


Das Ergebnis ist dann so verblüffend wie die Seite ganz oben oder wie diese zweite Seite, die uns unser Freund zusätzlich noch geschickt hat.

 

 

Hierbei handelt es sich vom Original her um die Fortsetzungs-Seite der ersten Kolorierung. Sie ist vom 11. Januar 1948, die unser Künstler diesmal zwar nach alten Mustern, aber mehr nach seinem persönlichen Geschmack koloriert hat.

 

Wir sind beim Betrachten dieser Seite und nach der Begutachtung der Einzelschritte echt sprachlos.
Die zweite Seite ist das Tollste an Color, was ich je gesehen habe.

 

„Und was machen wir jetzt mit dem Leser?“ ...frage ich den Autor.  Er grübelt nach und sagt dann: „Wenn die First Lady von ihrer Auszeit wieder zurück ist, dann fragen wir sie!
Vielleicht nimmt sie den Mann ja unter Vertrag...“  ...meint der Autor und starrt wie hypnotisiert auf die Endresultate.

 

„Dass das überhaupt noch einer kann...“ schiebe ich etwas unüberlegt hinterher, ohne zu ahnen, dass ich damit in ein Fettnäpfchen größeren Ausmaßes getreten bin.


„Wie?  Meinst Du etwa dieser Leser wäre der einzige Zeichner auf der ganzen Welt, der so etwas kann?  ...schießt der Autor kaltschnäuzig aus der Hüfte zurück und scheint durch meine dumme Frage irgendwie leicht betreten zu sein.  Warum, weiß der liebe Bim-Bam.


Der Autor verschwindet in seinem Atelier und scheint urplötzlich ganz schwer mit eifrigem Suchen beschäftigt zu sein.

Ich muss wohl doch was falsches gesagt haben - denke ich mir so bei mir, während der Autor krempelt, und krempelt und krempelt.


Was der Autor in diesem Moment so krampfhaft suchte, war mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Ich hab auch nicht näher danach gefragt. Ich wollte nicht noch so einen Rüffel bekommen.


Zwei Stunden später rief er mich dann unverhofft in sein Atelier - und was er mir dann zeigen wollte, damit hätte ich nun wirklich und beim besten Willen nicht gerechnet.

 

Fortsetzung vom 30. Oktober:

 

Der Autor strahlte wie selten über beide Backen, fast so wie ein Honigkuchenpferd.
Was mochte wohl seinen Sinneswandel und seine plötzliche gute Laune ausgelöst haben...? dachte ich mir.
Dann schiebt er mir zwei Vorlagen zu, die er wohl in den letzten zwei Stunden lange genug gesucht hatte, und sagt:
“Setz´ Dich, bevor ich Dir den Stuhl wegziehe!“  Ich setze mich. 

 

Dann warf ich einen Blick auf zwei Tarzan-Sujet - ähnlich aufgebaut wie die des Lesers.

 

 

 

Links in schwarz-weiß ein englisches Original - und rechts daneben eine Kolorierung, die abermals ihresgleichen sucht! Und dann sogar noch eine zweite. Alles in äußerst beeindruckenden Farben und wirklich großartig koloriert.

 

 

„Na“...sagt der Autor... „Meinst Du immer noch, dass der Leser der Einzige auf dieser Welt ist, der so etwas kann...?


Offen gestanden - mir fehlten erneut die Worte dazu.  Ich blicke auf zwei viel ältere Tarzan-Zeichnungen aus dem Jahre 1945, die unter dem Arbeitstitel: “Tarzan against the Monster Goru Bongara“ veröffentlicht wurden - und die offenbar nach dem gleichen Schema hergestellt wurden wie die Kolorierung des Lesers.

 

„Nein,“...sagt der Autor - „ganz anders hergestellt. Free Hand. Ohne Aquarell und ohne Vorlagen. Und alles made by H.J.M.!“


Ich zog mich langsam und schweigsam zurück in mein bescheidenes Kämmerlein, schaute frustriert aus dem Fenster und weinte mir innerlich meinen Frust von der Seele.
„Ach“, ...dachte ich bei mir, „was sind wir Nichtkünstler doch alles nur für arme Würstchen gegen solche Genies!“ 

  

                                                                      ENDE - Euer Hans-Jürgen.

 

 - Alle Rechte an den Vorlagen zu diesen unkommerziellen Zeichnungen by Edgar Rice Burroughs. -

 

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Restaurations-Tips für Comics von Kai Stellmann:

Nachdruck aus COM-MIX 2, September 1976 - mit geringfügigen Kürzungen -

 

Es soll ja Leute geben, die sowieso nur neuwertige Hefte sammeln. Wer aber wie ich auch beschädigte Exemplare in
seine Sammlung mit aufnimmt, der wird sicher schon einmal versucht haben, diese Hefte zu restaurieren.


Man kann nämlich mit etwas Geschick auch schlecht erhaltenen Hefte in einen Zustand versetzen, in dem sie sich
getrost neben gut erhaltenen Heften in einer Sammlung sehen lassen können.

Im Folgenden gebe ich meine Erfahrungen wieder, die ich beim Restaurieren meiner Hefte gemacht habe.

 

KNICKE UND FALTEN können mit Hilfe eines Bügeleisens geglättet werden.
Man stellt dazu das Eisen auf eine kleine Hitzestufe ein und bügelt auf einer glatten Unterlage Blatt für Blatt.
Durch intensives Bügeln kann man auch den Mittelfalz eines Heftes wieder an die richtige Stelle bringen, der durch
häufiges Knicken schon mal um einen halben Zentimeter verschoben sein kann.


Anschließend knickt man das Heft in der Mitte und bügelt den Original-Mittelfalz wieder hinein.
Beim Bügeln über Plastik-Klebestreifen sollte man sehr vorsichtig sein, da diese sich bei größerer Hitze auflösen.

 

Wer auf diese Weise das Bügeleisen zweckentfremdet, der sollte sich lieber gleich ein eigenes kaufen, da sich an dessen Unterseite der Schmutz von alten Hefte absetzt, und man dann ewig mit Ärger mit den Frauen bekommt,
die einem auch die weißen Hemden damit bügeln.

Anmerkung der Redaktion: Vorzugsweise sollte man beim Bügeln zwischen dem Original-Heft und dem Bügeleisen

ein unbedrucktes weißes Blatt Schreibmaschinenpapier legen. Dadurch wird die Unterseite des Bügeleisens nicht

verschmutzt und auch die anderen Seiten des Heftes nicht durch abgelöste Farbreste in Mitleidenschaft gezogen.

Zumal die alten Hefte meistens weitaus wertvoller sind als meistens die weißen Hemden.

 

KLEBESTREIFEN. Tesafilm, DC-Fix und ähnliche Klebestreifen lassen sich lösen, indem man sie mit Reinigungs- benzin bepinselt. Der Klebstoff löst sich - und der Streifen lässt sich dann leicht abziehen.
Die zurückbleibenden Klebereste kann man mit einem in Reinigungsbenzin getränkten Lappen abwischen.
Auch hierbei sollte man Rücksicht auf die Frauen nehmen, da das Reinigungsbenzin einen ganz schönen Gestank im
Zimmer verbreiten kann.


Papierklebestreifen löst man ab, indem man den betreffenden Teil der Seite in heißes Wasser tunkt, das den Klebstoff
des Streifens auflöst. Die Seite lässt man dann an der Luft trocknen und bügelt sie anschließend glatt.
Tesa-Krepp- und Gaffa-Tape-Streifen lösen sich mit Nitroverdünnung. Aber Achtung: das löst auch so manch Anderes.

RISSE. Es ist eine Entscheidungsfrage, ob man die Risse in seinen Heften klebt, oder nicht.
Jeder weiß, dass sich z.B. Klebestreifen wie Tesafilm nach einigen Jahren dunkel färben und sie das Papier unter ihnen durchweichen und bräunlich werden lassen. Solche Klebestreifen sollte man daher auf keinen Fall zum Restaurieren seiner Hefte benutzen.


Andererseits gibt es einen Klebestreifen namens Filmoplast (1976 stand hier "Tesa-Spezial"), der diese unangenehmen Eigenschaften nicht haben soll und außerdem fast unsichtbar ist.
Wenn man sich nun entschlossen hat, seine Hefte zu kleben, so sollte man es nur mit Filmoplast tun, und auch dann nur die längeren Risse damit kleben.


Häufig kommt es vor, dass der Umschlag eines Heftes im Mittelfalz gerissen ist. Um dies zu kleben, entfernt man die Heftklammern und beklebt den Riss auf der Umschlaginnenseite - oder besser die ganze Heftmitte.

Vor dem erneuten Zusammenheften falzt man den alten Mittelknick mit den Händen (nicht mit dem Bügeleisen!) wieder hinein.


Eventuelle Löcher in der Mittelfalzumgebung, durch die der Klebestreifen nach außen sichtbar wird, kann man mit
gleichfarbigem Papier ausfüllen und eventuell sogar ausmalen.


Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass man nur die Hefte mit Klebestreifen versehen sollte, die man selbst behalten will, und nicht die Hefte, die man wieder abgibt. Es könnte sonst sein, dass der neue Besitzer wieder mit viel
Mühe die Klebestreifen entfernen muss.

 

PS: Zu diesem Artikel gab es noch eine Fortsetzung. Falls ich die finde, reiche ich diese nach.

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Liebe Freunde, wir hoffen, die Erfahrungen von Kai Stellmann können für Euch hilfreich sein.  Aber legt noch nicht gleich los; denn ab sofort geht dieser Beitrag noch weiter und Ihr hört zu dem Thema meine eigenen Erfahrungen, die ganz anderer Natur sind und noch andere Techniken aufzeigen!  Und hier sind sie - von Eurem Hans-Jürgen:

 

 

Mit Geduld und Spucke:

Liebe Freunde, auch ich hatte einige Hefte, die ich restauriert habe; jedoch habe ich in mancherlei Hinsicht eine andere Technik angewandt als Kai. Nämlich insbesondere beim Kleben von Rissen.

 

Risse sind besonders bei alten Heften extrem störend und bergen die permanente Gefahr in sich, weiter einzureißen.
Ich habe aber wegen der von Kai Stellmann aufgezeigten Mängel hierzu niemals Klebestreifen verwendet. Klebestreifen verändern die Papierstruktur, und dies nicht nur optisch, sondern sie wirken sich auch schon rein haptisch als nachteilig aus. Sie passen nicht zum Heft.  Und zudem offenbaren sie die beseitigten Mängel.


Außerdem - es geht auch anders: Ihr kennt ja alle Tapetenkleister oder „Ponal“, den überall erhältlichen Holzleim.
Man besorge sich im Grafik- und Künstlerbedarf aber zunächst eine sogenannte „Enzo-Klinge“.
Das ist ein Skalpell mit einem Satz Wechselklingen, welches Grafiker für ihre feinen Arbeiten verwenden.

Eine sehr kleine aber extrem scharfe Klinge an einem Guss-Stahlschaft. Auf unserem Foto ist eine solche Klinge abgebildet.
Die braucht man, um die Operation am eingerissenen Comicheft erfolgreich durchführen zu können.
Ganz ähnlich wie ein Skalpell im OP-Saal beim Schönheits-Chirurgen.


Und halten Sie zudem entweder eine kleine Menge des vorbereiteten Tapetenkleister bereit, der mindestens eine halbe Stunde ziehen sollte, oder die kleine Flasche mit dem Ponal-Holzleim parat.

Breiten Sie nun die beschädigte, aufgeschlagene Doppelseite Ihres Heftes auf einer Hartpappe-Unterlage aus.
Nun träufeln Sie eine winzige Menge Leim auf die scharfe Seite der Enzo-Klinge und führen Sie den Leim mittels der Klinge zwischen die Riss-Stelle, sodass beide Seiten des Risses mit Leim oder Kleister leicht angefeuchtet werden.
Nun drücken Sie mit dem Daumennagel beide Riss-Stellen präzise aneinander, sodass sie wieder genau aneinander passen.


Durch die Feuchtigkeit von Kleister oder Leim ist das überhaupt kein Problem mehr. Das Papier beugt sich widerstandslos Ihrem Willen.

Wenn dies vollbracht ist, brauchen Sie etwas Geduld; denn jeder Leim will zunächst einmal aushärten.


Nehmen Sie nun ein kleines Stück Hartkarton und drücken es von oben auf die Klebestelle.
Vergessen Sie aber nicht sowohl das Kartonstück als auch die Heftseite zwischendurch immer leicht zu verschieben; denn sonst klebt entweder das Heft am Untergrund oder das Stück Karton am Heft aneinander fest.

 

Während Sie alles ständig leicht verschieben, trocknet der Leim und wenn der Trocknungsprozess abgeschlossen ist, dann ist der Riss verheilt und nicht mehr zu sehen. Ähnlich einer kleinen Schnittstelle am Finger.


Am nächsten Tag können Sie den Umschlag wieder falten, ohne dass die Gefahr besteht, dass der Riss wieder aufspringt. Nun können Sie das Heft auch, wie Kai es empfiehlt glatt bügen. Das Heft ist danach wieder fast wie neu!
Jedenfalls ist der Riss weg!

 

Bei Umschlägen, die nur an den Ecken leicht aufgesprungen sind, geht alles viel einfacher:
Lassen Sie das Heft so wie es ist. Träufeln Sie eine minimale Menge Leim, kaum sichtbar, auf Ihren Zeigefinger
und gehen Sie damit über die aufgewölbte Stelle.
Der Umschlag klebt augenblicklich wieder aneinander und das Heft sieht aus wie neu!

 

Übergetretenen Leim oder Kleber muss man sofort beseitigen und zwar am besten einfach nur mit Spucke.
Und sofort ist das Papier gesäubert.


Getrockneter Leim auf der Oberfläche eines bedruckten Papiers wirkt sich leider später als störend matt aus.
Mit reichlich Spucke - ohne es zu übertreiben - lassen sich die geringsten Leimrückstände spurlos beseitigen und die Druckfarbe leuchtet wieder wie frisch gedruckt.


Spucke enthält ein Sekret, welches einzigartig ist, und weitaus mehrschichtiger ist als Wasser.

Vertrauen Sie auf Mutter Natur! Es heißt ja in alten Sprichwörtern nicht ohne Grund: „Mit Geduld und Spucke“!

 

Euer Hans-Jürgen

 

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Etwas Positives über die „Freiwillige Selbstkontrolle“.

Ein Beitrag von Winfried Knappe

So um 1959 dürfte ich die ersten Bilderhefte (im Nachhinein kurz „Comics“ genannt) in der Hand gehabt haben.
Es waren der Akim Held Großband Nr. 5, „Der Dschungel brennt“ und Sigurd GB Nr. 10, „Im Irrgarten des Todes“.
Sofort kam bei mir diese unbändige Begeisterung auf und ich fing an zu sammeln.
Es gab schon Tauschläden, wo die gebrauchten Hefte billiger waren als der Neukauf und es gab das Schwimmbad,
wo es diese Großbände - rückläufige Nummern - wahrscheinlich Remittenten, für 25 Pfennig gab.

Auch verwendete ich mein Taschengeld, um die letzten Sigurd Piccolos Nr. 321-324 neu zu kaufen, die leider schon ausliefen.
Bei den Akim Held Großbänden fiel mir dann auf, dass die Nummern ab Heft 29 irgendwie besser gezeichnet waren, mit schöneren und klareren Bildern. Und auf allen Heften war ja die Nummer, der Preis und so ein weiteres - SFS Zeichen -, das von mir bedeutungslos ignoriert wurde.

Als ich dann Sigurd GB Nr. 19 in der Hand hielt und ab der Heftmitte die Zeichnungen plötzlich viel schöner wurden, war ich begeistert.

Dort erhielt Sigurd dann vom König den Ritterschlag!  Der Ritter, mein Ritter.
Der ist es, mein Held, mein Idol. Der macht alles richtig, ist ein Kämpfer für die Gerechtigkeit und setzt sich für die Schwachen und die Unterdrückten ein.
Wichtig schien mir auch, wie er mit den Feinden umging: er nahm sie gefangen und führte sie dem Richter zu.
Oder sie stürzten verdient in den Abgrund, ohne dass Sigurd daran Schuld hatte. Alles war soweit makellos.

Sigurd und auch Akim passten deshalb in mein christliches Weltbild. „Du sollst nicht töten“ und auch „liebet eure Nächsten“, selbst wenn es Eure Feinde sind.
Vergebung, Ausgleich, sicher auch Bestrafung, aber keine Greuel, keine Folter, keine Rache, nur dem Guten auf dem
besten Wege zum Sieg verhelfen.  Und dann die Freundschaften erst untereinander….wunderbar.

Ja, da waren dann wohl meine Idole geboren, die mich ein Jahrzehnt lang mindestens begleiteten.
Viele gute Eigenschaften meiner Helden konnte ich in meinen Alltag integrieren, teils ohne, dass ich es merkte.
(siehe auch die 5 Gesetze in den Sammelmarkenheften) Ich war mir sicher: das Gute siegt immer und der Verbrecher
muss nicht in die ewige Verdammnis sondern nur bestraft werden. So war in mir immer ein innerer Frieden.

 

Irgendwann fand ich ein Piccolo ohne Umschlag, ein Sigurd, (Nr. 26) und darin fand sich ein fürchterliches Ungeheuer
wie nie gesehen. Das passte nicht in meine heile Welt und somit auch  nicht in meine Sammlung und es verschwand.
Dann kamen Nick und Tibor dazu - die Piccolos - und auch im Weltraum herrschte nach der Marsattacke wieder Frieden und Xutl wurde Freund und Erdenbürger. Auch für die Zukunft sah ich meine Helden auf sicherem Boden.

 

Anmerkung dazu: ich war immer ich - und wollte gewiss nicht „Sigurd“ oder „Akim“ sein, es ging um die Eigenschaften
der Helden, wie Treue, Mut, Entschlossenheit, Klugheit, Siegessicherheit und Tapferkeit.
Nie kam mir in den Sinn, dass irgendwas an diesen Heften kontrolliert, gesteuert oder gestrichen wurde, auch die Zeichner waren mir schließlich unbekannt, nur irgendwann waren die Zeichnungen plötzlich besser als zuvor.

Es war meine heile einfache, heile "gut-böse Welt", die sich an sich bis heute 50 Jahre lang fortsetzte.

Auch die 2. Sigurd Piccolo Serie mit ihren vielen Auslassungen bis Nr. 87 sammelte ich, um endlich die vielen Jugendabenteuer meines Helden zu lesen.

Durch die SFS: Sigurd GB 10, Bodo sollte geblendet werden und Bennos unrühmliches Ende war relativ harmlos.
Sigurd GB 19, Neithard wurde überwunden ohne Schwertstreich, Sigurds Familie befreit.

Erst Anfang der 70er Jahre - da war ich über 20 - kam mir die Idee, die Originale der ersten Sigurd und Akim Piccolos
auch zu sammeln (klappte damals noch lückenlos) und der große Schreck: das stand ja gar nicht in den Großbänden,
Sigurd war da ganz anders, z.B. in „die Hexe“, wie er auf dem Scheiterhaufen die Söldner mit dem Schwert mitten ins Herz durchbohrte, wie hier und da ein Dolch geworfen wurde und im Körper eines (gezeichneten) Menschen stecken blieb.
Es folgten weitere offenkundige Greueltaten in den vielen Kämpfen, die zwar nachvollziehbar aber in meinen Augen
gegen die reinen und schönen Großbände wie vernichtend erschienen.

„Dieser Sigurd schonte also doch nicht seine Feinde, zuckt mit keiner Wimper, wenn einer seiner Gegner stirbt.“

Der Mythos bröckelte Stück für Stück von ihm ab, und mit über 20 war auch ein Idol aus Comicheften für mich nicht mehr zeitgemäß. Es gab nun Kino, und vieles Kurzweiliges mehr!

 

Mitte der 70er Jahre dann das regelrechte Verhökern meiner Sammlung um irgendwelchen kleinen Lebensluxus dafür
genießen zu können. Das Idol von einst war also abgehakt.

 

Die „Sprechblase“ wieder viele, viele Jahre später, belehrte mich dann über das vielseitige Wirken der „Feiwilligen Selbstkontrolle“ und heute liebe ich natürlich auch die „grausamen“ Erstausgaben.


Was ich damit sagen will:  Das Wirken der „Freiwilligen Selbstkontrolle“ hat mir nur reine und gute Helden gezeigt,
denen es nachzuleben lohnte und da ich es auch tat und kindliche Prägungen lebenslang anhalten, hat es auch meinen Charakter mitgeformt.

Wenn ich an „Wotan stirbt“ (Sigurd GB 40) denke, passte es so sehr zu meinem christlichen Verständnis, dass mir nicht der leiseste Zweifel kam, dass auch Heiden ihre Religion haben und ein Recht, sie auszuüben.
Vielleicht ein Grund, warum ich mich späterhin mal mit den Runen und der nordischen Mythologie befasste.

 

Wären mir schon von Anfang an die ersten Originalausgaben als Kind in die Hände gefallen, nun die Auswirkung habe
ich mir mal ausgemalt……da wäre ein alttestamentarisches „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ bei herausgekommen
und nicht ein „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“.

Das ist nun eine und meine positive Schlussfolgerung über die SFS, der sich nicht jeder anschließen muss, ohne sich selbst zu fragen, „warum lese ich nach 50 Jahren immer noch diese wunderbaren Bilderhefte?“
(weil auch Erwachsene mit sehenden Augen noch was finden können, unabhängig von der Bildgewaltigkeit der herrlichen Zeichnungen Hansrudi Wäschers.
Zweifelsohne wäre mir heute gerade die Zerstückelung und das Auslassen von Zeichnungen eines Comics eine „Greueltat“.

 
Kleiner Nachsatz: ein bedeutender spiritueller Meister sagte mal: „Alles Geistige ist unfassbar einfach:“
(Nur der Verstand verkompliziert es).

 

Winfried Knappe
ein begeisterter Leser der Piccolo-Enzyklopädie

 

     (  Sämtliche Copyrights der hier veröffentlichten Zeichnungen liegen bei Hansrudi Wäscher/becker-illustrators. ______________________________________________________________________________________________

 

                                   Hallo, Frau Kuhlewind, hallo Hermann und jetzt auch hallo Hans-Jürgen,
 
                    hier kommt ein Feedback zu Winfried Knappes Beitrag zur Freiwilligen Selbstkontrolle.

   Vielleicht schickt Ihr es nicht nur ihm weiter, sicher interessiert es auch Andere, und Ihr stellt es zu seinem Beitrag:
 
Hallo, „Knappe“ Winfried,
Du hast ja einen vielsagenden Nachnamen für einen Sigurd-Fan. Ich will Dir auf Deinen Artikel mit den beeindruckenden Gedanken zur Freiwilligen Selbstkontrolle ein Feedback geben.


Deine Befürchtung, dass Du bei frühzeitiger Konfrontation mit den gewalttätigeren Heften eine andere Einstellung bekommen hättest, möchte ich gerne ausräumen.
Wenn dem so wäre, hätten die Schwarzseher, die uns in jenen Zeiten unsere Lektüre ausreden wollten, Recht gehabt.
 
Aber es ist nicht die Lektüre, die uns hauptsächlich prägt, es sind die sozialen und ökonomischen Gegebenheiten in unserem Land, die Traditionen und die Religion, die Dich prägen und zwar primär über Deine Eltern, aber auch über die Gleichaltrigen und die, die wir uns als Vorbilder dienten oder unsere Lehrer waren.
 
Dein Charakter und Deine Sichtweise ist ein Ausdruck DEINER inneren Antwort und wie Du mit all dem umgehst.
Selbst bei ungünstigen Verhältnissen - z.B. die Eltern schlagen ihre Kinder - kann das betreffende Kind später als Erwachsener entscheiden, ob es diese Verhaltensweise an seine Kinder weitergeben will oder sich bewusst dagegen stellen will; ob es sich in einem angesagten Fall eher für Gewalt oder dagegen entscheidet und einen anderen Weg findet.

 
Je mehr Dir Akzeptanz, Anerkennung und Liebe entgegengebracht wurden, und die Du aktiv auch entgegen- genommen  hast, umso stärker können sich Dein Weltbild und Dein Charakter in einem positiven Sinn formen.
Die gewalttätige Lektüre wird DANN entweder beiseitegelegt, oder vielmehr gelesen, weil sie ein Gewaltthema bei dem Leser selbst spiegelt, oder weil damit Bedrohung bearbeitet wird.
Letzteres sieht man ähnlich im Wunsch von Kindern nach Märchen oder bei Jugendlichen, die Horrorfilme anschauen. Hier geht es meist um Angstbewältigung.
 
Dieselbe Lektüre kann bei Menschen das Unterschiedlichste bewirken, aber ein schlechter Mensch wirst Du durch etwas anderes, nicht durch Lektüre.


Dein Vornamen Winfried kommt übrigens aus dem altdeutschen "Winifridu" und bedeutet "Freund des Friedens". Nomen est omen.
 
Mit besten Grüßen von einem „Namensvetter“.
Winfried Secker

 

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Lieber Winfried Secker!

 

Wegen Internetproblemen lese ich erst heute Ihr Feedback zu meinem Beitrag zur Freiwilligen Selbstkontrolle und bedanke mich herzlich für Ihre sinnigen Ausführungen zu den Gewaltdarstellungen in den Bilderheften.
Das ist alles nachvollziehbar für mich.

 

Es ist wohl der Verzicht auf Rache und Ausgleich, um es einer höheren Gerechtigkeit zu überlassen, welches mich „Sigurd“ und „Akim“ lehrten. Und damit ein Naturgesetz zu überwinden, das Ausgleich erheischt.
Vergebung, oder mal gewagt „Gnade“ oder auch Großmütigkeit vor Gerechtigkeit ergehen zu lassen.

Nun wollen wir es nicht übertreiben, ein gesundes Ego ist auch lebensnotwendig.

 

Aber was hat denn nun die Freiwillige Selbstkontrolle im Endeffekt bewirkt?
Nichts und noch mal nichts! Da hat doch kein Vater oder Lehrer auch nur auf dieses Zeichen im Titelbild geachtet.
Heft = Schund. Weg damit. Und wir als Kinder wussten auch nichts damit anzufangen.

 

Hätte Hans-Jürgen doch mal auf den Innenseiten darauf aufmerksam gemacht, z.B. mit einem  Hinweis für die Leser: Sagt Euren Eltern und Erziehern, diese Hefte sind geprüft und für anständig befunden, von offizieller Stelle, frei gegeben ab 6 Jahre….oder so“ und das Symbol erklärt, dann hätten wir das dem Lehrer rüberbringen können.

 

Anmerkung der Redaktion: Jetzt bin ich wieder alles Schuld!

Bitte steinigt mich jetzt nicht mit meinen 80 Jahren!

 

Erlaubt war jedoch die „Micky Maus“, da stand im Mittelteil was drin über die Unbedenklichkeit des Inhalts.

 

Anmerkung der Redaktion: Eh näh! Datt stand auffe Rückseite!

 

Klar, wenn sich Donald mit seinem Nachbarn Zorngibel zoffte, blieben alle am Leben.
Mit 14 Jahren dürfte ich zum Glück meine Lektüre dann frei wählen ohne Zwang von oben.

 

Was anderes: Die Seiten der ComicSelection „Meinungen und Leserbriefe“ einerseits und „News und Interviews“ andererseits,  beginnen zunehmend überladen und unübersichtlich zu werden, unabhängig des enormen Lesespaßes.
Lässt sich das nicht evtl. in ein richtiges Forum umwandeln - langfristig?
Sicher hat auch niemand mit soviel Korrespondenz gerechnet, positiver geht es ja kaum noch!
Und ich kenne kein vergleichbares im Internet wo soviel Freude aufkommt wie hier – ausgerechnet.

 

Anmerkung und Reaktion der Redaktion:
Eh näh!  ComicSelection ist ein richtiges Forum. Richtiger geht es schon gar nicht mehr!

Und soll ich in meinem hohen Alter etwa noch mehr Arbeit augebrummt bekommen?  Eh näh!

Übersichtlicher würde es werden, wenn wir ständig Beiträge löschen. Aber das bringen wir nicht übers Herz!

Wegen dem verflossenem Herzblut, das mit jedem Beitrag verflossen wurde.

Lesern sei geraten, alle zwei Tage reinzuschauen - dann bleibts auch übersichtlich!

Mit lieben Grüßen: Hans-Jürgen.

 

Und für den eigentlichen Text: Mit lieben Grüßen: Winfried Knappe.

 

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Antwort von unserem Leser Winfried Knappe an Hans-Jürgen:

 

Hallo, Hans-Jürgen!

 
Schön, Dich nach 50 Jahren wieder zu treffen, ehemals beim Lehning Verlag und nun bei Comicselection. Das passt!
Und gerade um diese 50 Jahre der vergangenen Zeit, da geht es mir:

 

Warum faszinieren diese Hefte mich und andere immer noch?
Und vor allem, was haben sie in mir bewirkt, und wie haben sie mein Leben mitgestaltet?  Das interessiert mich!

 

Die freiwillige Selbstkontrolle war anscheinend auch nur für Lehning selber ein Problem und es kam wohl kein Hinweis an den Redakteur, es damals haarklein auseinanderzusetzen und die Leser damit zu konfrontieren.
Kannste also auch nichts für, denn eigenwillige Initiative war damals auch nicht gefragt.

 

In den Micky Mäusen der 50er Jahre, als noch kein Mittelteil mit Texten ohne Bilder existierte, dürfte sich doch der Hinweis auf ihre Unbedenklichkeit finden, oder?  Liegen mir nicht mehr vor ( Habs nur noch so in Erinnerung ).
Da kann sicher ein anderer Sammler mehr dazu sagen.

 

Viel Erfolg weiterhin und die besten Grüße:

Euer Winfried Knappe.

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Antwort der Redaktion in "knappen" Worten:

 

Danke für Deine Nachricht Winfried!  Zunächst guten Abend Herr Knappe!


Die FSS-Marke hat schon einiges bewirkt. Die Sache mit der Freiwilligen Selbstkontrolle ging ja damals durch alle Zeitungen. Hoch spektakulär, besonders im Hinblick auf die Freigabe von jugendgefährdenden Filmen. ( Dort FSK ).
Das haben die Leute schon verfolgt. Und auch darauf geachtet. Sofern es Vereinzelten nicht gleichgültig war, was aus ihren Kindern würde; denn auch diese Familien hat es gegeben. Der Autor wird darüber berichten.
 
Bei der Micky Maus gab es bis einschließlich 1955 keinen Mittelteil mit Nachrichten, nur 2 Rätsel- und Spieleseiten. Das ist definitiv. 1952, ´53 und ´54 wurde jedoch im Text auf den Rückseiten sehr oft darauf hingewiesen, dass die bunte Jugendzeitschrift gute, saubere Literatur für Kinder sei. Das ist ebenfalls 100% definitiv.


Die Rückseiten waren für die Erwachsenen gedacht; denn die waren die Käufer.

Die Mutter schaut sich das Cover an, nimmt die Zeitschrift dann in die Hand, und dreht sie um, um sich ein “abschließendes Bild" davon zu machen. Das sind Gepflogenheiten, die erwiesen sind!  Das ist so. Und das ist auch heute noch so!  Deshalb wurden die Rückseiten der Micky Maus auf die Eltern abgestimmt und nicht auf die Kinder.
 
Auf einer der Rückseiten stand folgender Satz in groß hervorgehoben - als Headline:
“Kauft Euren Kinder Micky Maus. Sie haben Freud´ – Ihr Ruh´ im Haus!
 
Sie dürfen uns gerne glauben, wenn wir etwas schreiben!  Und nun schlafen Sie gut!  Die Gerechtigkeit siegt immer!

 

Ihr Hans-Jürgen / ComicSelection

 

 

Copyright by Disney - gedruckt bei Ehapa

 

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Ein offenes Wort des Autors:

„Elementare Zusammenhänge ergeben sich fast immer
aus der Summe aller Gesamtbetrachtungen, die wir in Erwägung ziehen,
und aus vielen noch so unscheinbaren Einzelheiten,
aber niemals, wenn wir den Blick für das Große und Ganze nicht beachten !“
-  Der Autor -

 

Ein offenes Wort vom Autor,
gerichtet an alle Sammler und vor allem an Großsammler,
die womöglich glauben, ihr Wissen sei bereits durch den Besitz ihrer
seltenen Comic-Originale weitgehend erschöpft,
und die daher wahrscheinlich annehmen,
dass sie in unserem Nachschlagewerk nichts Neues mehr erfahren können.

 

 

Liebe Leser und Sammler,
besonders bei Uraltsammlern und Großsammlern
ist ein vorgefasster Standpunkt heutzutage immer noch weit verbreitet,
der vielfach geschlossen lautet:
„Wenn ich alles habe, dann weiß ich auch so ziemlich alles über Lehning!
Was brauche ich da noch zusammenfassende Bücher ?“

 

Das aber meine lieben Freunde stimmt eben nicht!
Das ist ein glatter Trugschluss; denn dem gleichen Trugschluss und der gleichen
Fehleinschätzung unterlag ich Anfangs auch.

Allerdings bin ich erst dann zu besserem und vor allem tieferem Wissen gelangt,
nachdem ich für meine Buchreihe sämtliche Lehning-Publikationen
Woche für Woche nebeneinander gestellt habe.
-> Das ist nämlich der grundliegende Schlüssel zum Gesamtverständnis
für diesen damaligen Marktführer in der deutschen Comic-Literatur. <-

 

Nahezu sämtliche bahnbrechenden Erkenntnisse
ergeben sich nämlich zumeist schon durch die Zuordnung der zur gleichen Zeit
erschienenen Serien untereinander.

 

Nehmen Sie zum Beispiel das Phänomen des Drei-Farben-Drucks bei Lehning:
Erst wenn man die Akim-, Sigurd- und Silberpfeil-Ausgaben
aus der gleichen Woche vom 28. Juni 1957 nebeneinander stellt,
und die drei Exemplare mit denen der Vorwoche vergleicht,
in der sie noch vierfarbig gedruckt wurden,
eröffnet sich dem kritischen Leser diese neue Erkenntnis,
und es fällt einem wie Schuppen von den Augen,
und man erkennt - dahinter steckte ein System!
Betrachtet man die Hefte aber nur einzeln, glaubt man lediglich einen
schlechten Druck vor sich zu haben und man legt es wieder weg.

 

Mit anderen Worten: Nur die Chronologie
sämtlicher Erscheinungsfolgen Woche für Woche bei Lehning,
eröffnen dem Betrachter den Blick auf das berühmte Große und Ganze!

 

Ein Sammler, der nur sämtliche Original-Hefte besitzt,
weiß im Grunde eigentlich nur herzlich wenig,
weil ihm der vergleichende Blick zu den Serien untereinander fehlt!


Auch der, der immer nur in Fanmagazinen einzelne Artikel
oder auch Interviews gelesen hat, ist nur teilweise im Bilde.
All das sind nur Fragmente - mehr aber auch nicht!

Kleine, unbedeutende Fundstücke - irgendwo in der Wüste!

 

Und das ist übrigens zum Verständnis innerhalb der großen Weltgeschichte
nicht viel anders als im kleinen Maßstab bei Lehning.
Würde man zum Beispiel die Bände der europäischen Geschichtsschreibung
alle im Bund auftrennen, und in eine Loseblatt-Sammlung verwandeln,
in dem man die zusammengetragenen Erkenntnisse blindlinks mischt,
ergäbe nichts und gar nichts mehr einen kausal erkennbaren Sinn
und keinerlei Zusammenhang!


Erst durch die chronologische Abfolge der zusammengetragenen Ereignisse
innerhalb der Geschichte, eröffnet sich dem Leser und auch dem Wissenschaftler
der erleuchtende Blick für die Zusammenhänge.

 

Genau so verhält sich das auch mit einer „Lose-Heft-Sammlung“ von Lehning-Raritäten.
Die Einzelexemplare ergeben keinen Kausal-Zusammenhang zum Großen und Ganzen
und ermöglichen auch dem versiertesten Sammler keine tieferen Einblicke
in das damalige Gesamtgeschehen bei Lehning.


Nur wer die Ereignisse bei Akim, Sigurd, Silberpfeil, Nick und die der vielen
anderen Serien miteinander vergleicht, erkennt das Schema,
das hinter vielem Verborgen liegt.

 

Ob es das Wirken der Jugendschutzbehörde war, oder das der Freiwilligen Selbstkontrolle,
oder ob es die Beinahe-Pleite von Lehning betrifft, oder den Zusammendruck der Hefte miteinander,
den leidige Dreifarbendruck, oder die Änderung der Titelköpfe,
oder was auch sonst noch alles geschah - hinter allem verbirgt sich ein System.


Und alles wird erst deutlich erkennbar, bei der gesamtheitlichen Betrachtung sämtlicher Hefte
aus einer Zeitspanne, des in meiner Buchreihe realisierten Wochenkalenders.


Selbst die Störstreifen auf den Heften mit der Aufschrift „Jetzt mit Clubwertmarke!“
waren kein Zufall, sondern sind „als Zusatznutzen-Kampagne“ eindeutig auszumachen.

 

Und man erkennt am Wochenkalendarium vor allem auch, warum Lehning einige Serien
überhaupt auf den Markt brachte, weil sich die Vorgänger-Serie zum Beispiel nicht gut genug verkaufte,
oder weil es massiven Ärger mit der Aufsichtsbehörde gab.

 

Der Misserfolg der Kolibris, die Einführung von Harrys bunter Jugendzeitung
und die Gründe für deren Niedergang, die Gründung des mysteriösen Wale-Buchvertriebs,
die Lehning-Scheinfirma „Titan-Verlag“, die kurze Lebendauer der Serie „Meteor“,
das plötzliche Ende von „Tarzan“ - hunderte Ereignisse und mehr
ergeben plötzlich im Gesamt-Zusammenhang gesehen, einen klar erkennbaren Sinn!


Dieser Zusammenhang bleibt dem einsamen Sammler aber weitgehend verschlossen.

Einen Groß- oder Komplettsammler könnte man mit jemandem vergleichen,
der zwar bibliothekarisch die gesamte Weltgeschichte in den Regalen sein Eigen nennt,
aber über keine einzige Zusammenfassung verfügt.
Ihm bliebe infolge dessen ein erleuchtender Überblick über sämtliche Geschehnisse
und wie sie zustande kamen trauriger Weise verwehrt.

 

Ob es sich nun um bekannte Comicgrößen wie Döller, Jahnke oder Lorenz handelt, spielt keine Rolle!
Ohne unseren Zeitenvergleich tappen auch all diese bekannte Herren nur weiterhin im Dunkeln!

 

Es mag vielleicht ein wenig stark vermessen klingen,
aber ohne die Enzyklopädie mit ihrem kompletten Zeitenkalender von 1953 bis 1968
ist ein klarer Durchblick über all die Ereignisse bei Lehning
schlicht und ergreifend einfach nicht möglich!

 

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Unser Autor gewährt Ihnen heute eine kleine Vorschau
auf seine zukünftigen Buchbände:

 

Hoch geschätzte Freunde
meiner Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte !

 

Viele von Euch werden sich nun womöglich fragen,
was kommt denn eigentlich noch in den Folgebänden alles zum Tragen,
gerade nachdem nun Band III wieder so fantastisch ausgefallen ist,
und der zudem noch so viele spannende und vor allem
aufschlussreiche Informationen enthielt...

 

Ich kann es Euch verraten:
Es wird jetzt immer noch jedes Mal um ein kleines Stück interessanter werden
und auch um einiges spannender in der Lehning-Geschichte!
Auch wenn wir uns nun zunehmend den 60er-Jahre-Neuerscheinungen nähern,
werden wir nie den Vergleich zu den Anfängen aus den Augen verlieren
und stellen Vergleiche zu bedeutungsvollen Parallelen an.

 

Band IV, der immerhin schon Ende dieser Woche in Druck gehen wird,
und mit 208 prall gefüllten Seiten bereits Ende August,
spätestens aber Anfang September erscheint,
steht neben unserem bewährten Wochenkalender des Jahres 1959
mit all seinen Neuerscheinungen,
ganz im Zeichen  der Freiwilligen Selbstkontrolle
und behandelt die verheerenden Kürzungen in den Großbänden
von Akim und Sigurd in diesem, für Sammler so einschneidendem Lehning-Jahr.

 

Aber brandneu kommen nun auch die Nick Großbände hinzu,
die erstmals Anfang 1959 erschienen sind.
Das wird für Nick- und Science Fiction-Fans garantiert ein absolutes Highlight!

 

Und redaktionell warten wir auch mit einer gänzlich neuen
Recherchen-Reihe auf, in der es „ohne wenn und aber“ heißt:
„Abgemalt oder durchgepaust?“

Einen kleinen, wohl besser gesagt minimalen Vorgeschmack davon,
haben ja unsere Leser bereits am Ende von Band III erhalten.
Aber das ist natürlich noch gar nichts;
denn die gleiche Frage stellt unser Autor in Band IV
mindestens dreißig Mal !
Dabei werden Plagiate aufgedeckt, die Niemand je für möglich hielt!

 

Und dann gibt es ja auch noch den Start unserer heißen „Top Ten“,
der seltensten und wertvollsten Lehning-Großbände.
Darin erfahren Sie alles über die Liebhaber-Preise, welche sich für diese Hefte
mit der Zeit auf dem Sammlermarkt entwickelt haben,
und wie diese Top-Raritäten heute bewertet werden!
Aber vor allem wird das "Warum" plausibel gemacht!
Und das wiederum ist ein Stückchen „Wall-Street-Journal“ pur!


Band IV wird also aus meiner Sicht noch spannender werden als Band III.

 

Und nun werden unsere ganz ungeduldigen Leser womöglich fragen:
Und was kommt dann - danach - in Band V ?

 

Auch das kann ich Euch schon heute verraten, obwohl der Band noch
vor Weihnachten erscheinen wird; denn meinerseits
habe ich dem Werk schon heute eigentlich nichts Großartiges mehr hinzuzufügen.
Mit anderen Worten - das Buch ist fertig!

 

Band V behandelt in erster Linie all die neuen Piccolo-Serien, wie Falk,
die Fortsetzungen von Tibor, Ralf der Sheriff,
aber auch die Großband-Serien wie Sergeant Bill, Tarzan
und all die anderen Serien, die Lehning neu ins Feld führte,
um damals sämtliche Interessens-Gruppierungen mit neuem Comic-Material
zu versorgen und glücklich zu machen.


Hinzu kam allerdings in dieser Zeitspanne auch noch
eine Neu-Aufbereitung der Kolibri-Serie „Gert“ aus früheren Zeiten,
im Rahmen der Bill- und Sergeant Bill-Großbände, die wir detailliert vorstellen werden.
Und weil darin alle Titelbilder nicht erschienen sind,
holen wir das an dieser Stelle als lexikalische Pflicht gegenüber unseren Lesern nach!
Bedeutet im Klartext: Alle Gert-Kolibri-Titelbilder werden in eins-zu-eins abgebildet!

 

Aber als absolutes Highlight stellt der Autor auch in dieser Buch-Ausgabe
immerhin über sechzig Mal die brisante Frage: „Abgemalt oder durchgepaust?“
Aber diesmal ist einzig und allein Hansrudi Wäscher gefragt,
den wir mit dieser heiklen Fragestellung leider noch einmal konfrontieren müssen!

 

Aber ich als Autor meine:
Alles halb so schlimm!  Ob nun Wäscher abgemalt oder durchgepaust hat,
wen interessiert das schon? Mich jedenfalls stört das nicht!
Dies gehörte zwangsläufig zum Tagesgeschäft damaliger Zeichner eben dazu
und war ein Bestandteil ihrer alltäglichen Arbeit am Zeichentisch!
Und, was man vor allem berücksichtigen sollte:
es schmälert nicht Wäschers große Verdienste in seiner Kunst,
die dennoch hinter allem Verborgenen leuchtet!

Die großen Maler im 15. und 16. Jahrhundert haben sich schließlich auch alle

mehr oder weniger gegenseitig kopiert.

 

Anschließend, nach diesen weiteren zwei Bänden,
werden sich vermutlich einige fragen, und was kommt dann noch - endgültig und danach ?


Ja, meine Freunde,
in Band VI kommen dann noch die ganz heißen Sachen und Plagiate zu Tage,
die ich selbst als Autor unserem Hansrudi niemals in Form von Plagiaten
je zugetraut hätte !

 

Man wird sich vielleicht fragen - was könnte das denn alles wohl dann noch sein ?
Aber keine Bange - ich verrate es nicht!
Auch eine Buch-Reihe - und ist sie auch noch so klein und unbedeutend wie die meine,
 muss doch stets noch spannend bleiben!
Und enttäuscht, habe ich Euch ja bisher noch nie! ...Oder?


Also werdet Ihr im Endeffekt höchst erstaunt sein, was da noch alles so zu Tage tritt
und auf Euch früh oder später noch einwirken wird!

 

Anschließend werdet Ihr auch erneut nicht locker lassen,
und die ewige Gretchenfrage wieder abermals stellen: Und was bringt dann noch Band VII ?

 

Aber ich verrate Euch auch das:
Ein völlig neues Kapitel wird aufgeschlagen - mit bisher schon 70 fertigen Seiten.
Aber es ist noch nicht ganz fertig; denn es kommen noch ein paar Seiten dazu.
Und es heißt: „Lehnings Hefte und der verborgene Sex“.
Ab dann, und ab da wird´s richtig spannend!


Mehr verrate ich Euch heute noch nicht!

Euer Autor

Interview Teil VII - Der Autor und seine Lieblings-Serien vom Lehning-Verlag / Teil 2

Blitz der Zeitungsjunge im Interview mit dem Autor der Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte:

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Blitz:  Herr Autor, bei unserem letzten Gespräch erwähnten Sie einen alten Hollywood-Film, der Ihrer Ansicht nach Hansrudi Wäscher inspiriert haben könnte, daraus Szenen für sein Sigurd Piccolo-Heft Nr. 38 zu übernehmen.

Haben Sie hierfür auch handfeste Anhaltspunkte?

 

Der Autor:  Ja, natürlich. Ich ahnte schon, dass diese Frage früh oder später kommen würde und habe mir mal von einer typischen Szene aus dem Film ein Standfoto gemacht. Den Film gibt es nämlich mittlerweile auch auf DVD.

Achten Sie nur mal auf diese freitragenden Rundbögen und auf diese kathedralenhaften Gewölbe.
Das war absolut typisch für diesen Film. Auch als nachher der Berg bebte und der Vulkan ausbrach, hat Wäscher

das genaustens nachempfunden. Vor allem als sich durch die Gewölbe die Lavaströme ihren vernichtenden Weg bahnten. Das machte später den Reiz dieses Sigurd-Abenteuers aus.

Hier oben auf Seite 11 aus dem Sigurd Großband Nummer 18 haben Sie zum Beispiel eine der freitragenden Mittelsäulen aus dem Film. Und eine solche Natursteinbrücke über einen Abgrund gab es auch in dem Streifen -

nur im Film befand sich die in schwindelnder Höhe und war nicht ganz so lang.


Wäscher hat natürlich alles noch viel dramatischer gezeichnet - da kam der Film natürlich nicht mit.
Auch die Bergbewohner sahen bei Wäscher wesentlich unheimlicher aus. Wäscher verpasste ihnen solche Drachenkopf-Masken, wie bei dem obersten Bild rechts -

das war natürlich weitaus effektvoller als die realen Figuren im Film.

 

Blitz:  Wie sind Sie darauf gekommen?

 

Der Autor:  Mein Freund Kai Stellmann hat mich auf diesen Film aufmerksam gemacht.

Er hat sich für den Film interessiert, ihn sich angeschaut - und hat sofort die Parallelen zu dem Wäscher-Heft

festgestellt und mich angerufen und mir den Film geschickt.
Wir tauschen ja häufig unsere Meinungen aus, wie ich Ihnen ja schon erzählt habe.

Kai wäre durchaus auch befähigt tolle Bücher herauszubringen. Er ist in vielerlei Hinsicht eine richtige Spürnase.

 

Auf dieser Sigurd-Seite hier oben sehen Sie nochmals so eine mittelstehende und freitragende Lavasäule.
Übrigens ist dieser Sigurd Großband einer der best kolorierten überhaupt.

Die Farbgebung ist wesentlich nuancierter und reichhaltiger als in den meisten Sigurd-Großband-Ausgaben.

 

Blitz:  kommen solche Vergleiche eigentlich auch in Ihren Büchern vor?

 

Der Autor:  Klar doch, jede Menge!  Warten Sie mal ab! Da kommen noch Sachen - da fallen Sie vom Glauben ab!

 

Blitz:  Herr Autor, wir haben uns ja vor kurzem über Ihre Lieblingsserie bei Lehning unterhalten.
Sie hoben „Sigurd“ hervor und hatten die Gründe dafür unseren Lesern verraten.
Frage: und welche Serie steht bei Ihnen an zweiter Stelle?

 

Der Autor:  Dreimal dürfen Sie raten - Akim natürlich!

 

Blitz:  War mir eigentlich schon klar - „Ivanhoe“ konnte es ja unmöglich sein.
Haben Sie denn bei Akim auch Ihre ganz speziellen Differenzierungen, so wie bei Sigurd?

 

Der Autor:  Ja, allerdings.

 

Blitz:  Und die wären?

 

Der Autor:  Was die Serie selbst und was meine Jugenderinnerungen anbelangt - natürlich „Akim Neue Abenteuer“.  Die hab´ ich als Kind schon wie verrückt gesammelt und die Hefte faszinieren mich auch heute noch. 

Allerdings in zwei Kathegorien unterteilt:  Die Hefte von 1 bis 100 liebe ich über alles. 

Die restlichen nicht mehr so doll.


Die Zeichnungen waren am Anfang innen wie außen einfach besser!  Aber auch da muss ich wieder stark differenzieren, wie bei „Sigurd“ - zwischen anschauen und lesen!
Die besagten ersten einhundert „Akim Neue Abenteuer“ sehe ich mir am liebsten von allen Lehning-Heften an.
Aber wenn´s ums Lesen geht - bevorzuge ich sie nicht unbedingt!

 

Blitz:  Wie meinen Sie das?

 

Der Autor:  Ich meine - die Serie liest sich gleichermaßen zensiert und moralisch bevormundet wie die Sigurd-Hefte ab Nummer 110.
Aber die ersten einhundert Ausgaben gehen ja noch! 

Richtig einschneidend macht sich die Freiwillige Selbstkontrolle ab den Nummern 100 - 196 bemerkbar.

Irgendwann spielte Akim darin nur noch den Dschungel-Aufseher, unterstützte die US-Marine, spielte den Wildhüter

und läuft in dem Abenteuer um „Onkel Mark“, um die schöne „Kareen“ zu beschützen, sogar mit Gewehr und Colt herum. Das war so im Nummernbereich um Heft 130 der Fall.
Von da an war von dem einstigen, animalischem Akim nicht mehr allzu viel übriggeblieben.
Da hatten die Storys endgültig ihren Biss verloren.

 

Blitz:  Und warum lieben Sie sie denn trotzdem noch?

 

Der Autor:  Hauptsächlich wegen der Titelbilder und wegen der Jugenderinnerungen, welche die Hefte auch heute noch bei mir auslösen und weniger wegen ihrer inhaltlichen Spannung.
Ich setze die ersten 100 Ausgaben von „Akim Neue Abenteuer“ gleich mit den Sigurd zwischen 100 und 200.
Beide erschienen ja auch zur gleichen Zeit, hatten fantastische Titelbilder von ungeheuer faszinierender Wirkung,

tolle Zeichnungen auch innen - nur ganz so spannend wie ich beide Serien früher als Junge empfand, sind sie eben heute nicht mehr.

 

In gleicher Weise wie die „Akim Neue Abenteuer“ von 100 bis 196 rangieren für mich auch die zur gleichen Zeit erschienen Sigurd-Hefte von Nr. 200 bis 324. Beide liegen für mich eine Interessenslage darunter.
Ebenso wie Akim in den Heften nur noch den besorgten Ordnungshüter spielt, verhielt es sich auch mit Sigurd.

Der narrte und verulkte seine Gegner, meistens Söldner, die ihm ununterbrochen auf den Fersen waren,

hetzte wild gewordene Bären auf sie, klebte sich einen weißen Bart an und verkleidete sich als Zauberer.

So was hat mich natürlich als zehnjährigen Knaben restlos begeistert, aber heute wirkt solcher Schabernack auf

mich doch schon ganz schön ermüdend.
Wobei ich mir die Hefte immer noch gerne ansehe - aber lesen ist eben wieder eine ganz andere Sache!
Und darüber sprechen wir ja hier und heute.

 

Blitz:  Und was ist denn an Akim nach wie vor noch spannend für Sie, wie Sie es zu Anfang andeuteten?

 

Der Autor:  Keine Frage - „Akim, Sohn des Dschungels“ und die nachfolgenden 24 Ausgaben „Herr des
Dschungels“ aus der gleichen Serie.  Das waren Dschungelabenteuer pur!
Die lese ich auch heute noch super-gern! 

Mindestens einmal im Jahr nehme ich mir davon ein paar Geschichten vor. Meistens völlig wahllos - blättere darin herum, lasse mich davon verzaubern und beginne dann begeistert zehn oder fünfzehn Hefte davon zu lesen.

Das ist und bleibt ein echtes Vergnügen!

 

Blitz:  Und was macht diesen besonderen Reiz für Sie aus?

 

Der Autor:  Na, Sie stellen aber auch Fragen - das war der Ursprung der Schundheftchen - der Ursprung
aller Lehning-Comics anno 1953. Der Ursprung von allem was danach folgte. Die tollste aller Storys überhaupt!
Frei von jeglicher Freiwilligen Selbstkontrolle - frei von der Aufsichtsbehörde zur Überwachung
jugendgefährdender Schriften, die erst 1954 ins Leben gerufen wurde - frei von dieser moralischen
Überwachungsinstanz, die es zu dieser Zeit Gott sei Dank noch gar nicht gab!

 

Blitz:  Vermitteln Sie unseren Lesern doch einmal einen Eindruck anhand von ein oder zwei Beispielen!

 

Der Autor:  Gerne!  Diese Hefte bestachen durch eine gewisse glaubwürdige Brutalität, die es in dem gesamten Zeitraum danach nicht mehr gab. Das waren wirklich noch echte Schundheftchen, auf die der Begriff auch

tatsächlich noch zutraf.

Um Akim zu töten wurde mit Flaschen und Spaten auf ihn eingeschlagen. So wie im wirklichen Leben, wenn ein Krimineller einen Anderen umbringen oder zumindest ausschalten will.
So was fiel natürlich später bei den Akim-Großbänden als Nachdrucke bei der Freiwilligen Selbstkontrolle restlos unten durch, weil man auch unter den jugendlichen Lesern im Streifall um Nachahmer bangen musste,
da die nun hätten nachlesen können, wie effektives Ausschalten eines Gegners wirklich am besten funktionierte.

Dann gab es in den Heften auch Szenen, die waren noch heikler. In einer wurde zum Beispiel Akims Freund,
dem Gorilla Kar, eine bewusstseins-verändernde Droge verabreicht, mit der Absicht Akim durch Kar töten zu
lassen.
Dass sich so was natürlich spannend las - war klar! Ebenso klar war aber auch, dass solche Szenen ersatzlos
bei den Nachdrucken gestrichen wurden.
Und in Wäschers „Akim Neue Abenteuer“ kam so etwas natürlich überhaupt nicht vor.

 

Aber auch die gesamten anderen Abenteuer waren einfach toll - zum Beispiel das mit Kapitän Sandoz, der mit

seinen Matrosen auf der Suche nach Akim den Dschungel durchstreifte und vor nichts zurückschreckte.
Ein toller wortkarger Typ und vor allem glaubhaft.
Dann die Sache mit den Affenmenschen, die Rita killen wollten - fürchterliche Gestalten - halb Gorilla, halb Mensch. Sahen aus wie Frankensteins Monster mit scharfen Eckzähnen und ihr Anführer war einfach furchterregend.
Die Story ging der Aufsichtsbehörde natürlich entschieden zu weit und die Hefte kamen auf den Index der

verbotenen Schriften und wurden natürlich nie nachgedruckt! 

Wer die Originale nicht hatte - schaute in die Röhre.

 

Fantastisch war auch die Geschichte mit dem geisteskranken Wissenschaftler, der mit samt seinem Bodyguard,
dem Russen Bolkan, aus der Irrenanstalt geflohen war, um in Akims Dschungel eine Atombombe zu bauen.
Eine tolle Idee war das!  So was kam später natürlich nie wieder vor.
Das war übrigens auch der Wahnsinnige, der auf die glorreiche Idee mit der Droge für Kar kam. Siehe oben im Bild.

 

Oder die Story mit General Samura, ein japanischer General, der aus der Kriegsgefangenschaft geflüchtet war

und für den der zweite Weltkrieg noch längst nicht vorbei war.

Der wollte im Dschungel eine Flugzeugfabrik bauen, um sich gegen die Siegermächte aufzulehnen.

Die Story hätte von Ian Fleming sein können und hätte sogar eine gute Story für einen James Bond-Film abgegeben.
Das Thema reizte aber auch Wäscher und der ließ General Samura nochmals auferstehen; denn eigentlich
hätte der schon längst tot sein müssen. Das kam dann in die Akim-Piccolos 68 bis 73, die jetzt in Band 3 meiner
Buchreihe vorgestellt werden vor. Aber die Ursprungshefte von Pedrazza waren weitaus spannender.

 

Blitz:  Also Sie machen mich und unsere Leser ja schon ganz schön heiß auf all die unzensierten Hefte
von früher. Da möchte man ja gleich mit dem Schmökern beginnen!

 

Der Autor:  Ja, die Uralt-Hefte von Pedrazza waren wirklich toll - und wenn man spannende Comics lesen möchte, gibt es außer Wäschers „Top Onehundred“ wirklich nichts Besseres!

 

Am Spektakulärsten fand ich allerdings die Geschichte mit der geheimnisvollen, schönen Königin, die in einem abgelegenem Reich lebte, und die ihre ewige Jugend einem täglichen Bad in den unverbrennenden Flammen verdankte.
Die vollbusige Schönheit verliebte sich natürlich in Akim, weil der mit ihrer Jugendliebe vor über 500 Jahren
eine verblüffende Ähnlichkeit aufwies und die sie einfach nicht vergessen konnte.
Auch hier bangte die Freiwillige Selbstkontrolle wieder Jahre später um eventuelle Nachahmer,
die womöglich zuhause im Keller ein Feuer legen würden, und auch ein Bad in den Flammen nehmen könnten,

um ewige Jugend zu erlangen.  Das war natürlich Quatsch.

Jedenfalls wurde auch diese Story nie nachgedruckt. Aus welchen Gründen auch immer.

Vielleicht war die Königin auch einfach zu sexy!


Aber wissen Sie, was das Tollste an der Story war ?

 

Blitz:  Nein. Keine Ahnung - schießen Sie los !

 

Der Autor:  Die Story und die gesamte Idee zu dieser Geschichte stammte aus dem gleichen Hollywood-Film,

den auch Wäscher damals gesehen haben muss und der ihn faszinierte:

„SHE - Herrscherin einer versunkenen Welt“.


Während Wäscher aber nur die Idee mit dem Zwergenvolk in den Grotten des Vulkanbergs aus dem Film

übernahm und die tropfstein-ähnlichen Höhlenwände weitgehend übertrug, bediente sich Pedrazza gleich des gesamten Drehbuchs.

In dem RKO-Streifen wurde nämlich haargenau die gleiche Story erzählt, wie etwa ein Jahrzehnt später in

Pedrazzas Akim.


Auch im Film gelangte man durch einen Berg zu einer versunkenen Welt, abgeschnitten von der Außenwelt,
in welcher eine schöne Königin seit Jahrhunderten regierte, ohne jemals zu altern.
Ihr Geheimnis - ein tägliches Bad in einem Jungbrunnen der Flammen, in denen nichts verbrannte.
Auch sie trauerte einem Jüngling nach, der dem Expeditionsleiter zum Verwechseln ähnlich sah.
Also verliebte sie sich in ihn und hielt dessen Begleiterin, die schöne Tochter eines Forschers aus Eifersucht
gefangen. Genau wie bei Akim. Nur darin war es natürlich Rita.

Am Ende kam sie aber doch noch in den Flammen um, weil das ewige Feuer seinen Zauber verlor.

Wen wundert´s - bei Akim natürlich auch!

Den Film gibt es übrigens heute wieder zu kaufen, als remasterte, kolorierte Video-Kassette.


Aber das eigentlich Verrückte daran ist, dass die beiden prominentesten und berühmtesten Lehning-Künstler,
Pedrazza und Wäscher,  unabhängig von einander vom gleichen Film inspiriert wurden. Ist das nicht irre?

 

Blitz:  Sie sehen mich tief beeindruckt!  Das ist ja Wahnsinn, was mittlerweile alles herauskommt!
Letzte Frage: Und wann sehen wir beide uns wieder?

 

Der Autor: Bald! ....Fortsetzung folgt!

 

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Sämtliche Urheberrechte an den auf dieser Seite abgebildeten Blitz- und Akim Sohn des Dschungels-Zeichnungen

liegen bei Frau Dr. Patrizia Pedrazza in Milano.

Sämtliche Sigurd-Zeichnungen und die Motive aus Akim Neue Abenteuer sind urheberrechtlich geschützt bei

Hansrudi Wäscher/becker-illustrators.

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Interview Teil VIII - Kritik an Band II oder - der ausgemachte Blödsinn eines Stümpers!

Blitz:  Herr Autor, mir ist über Insider zu Ohren gekommen, dass wieder Einer an Ihrem kürzlich erschienen Band 2 herumgemeckert und Kritik geübt hat.

 

Der Autor:  So, nur Einer?  Wie schön!  Einer ist keiner!  Wenn´s nur einer war, dann bin ich ja beruhigt!

 

Blitz:  Ja, es war nur einer. Dieser Apache, der ja immer was zu nörgeln hat.

 

Der Autor:  Nun, was hat er denn diesmal wieder zu bemängeln?

 

Blitz:  Er hat sich wohl dahingehend geäußert, dass Band II zu Akim-lastig wäre.

 

Der Autor:  Was für ein Blödsinn.  Ich muss mich schließlich bei meiner Buchreihe strikt an der damaligen Erscheinungsweise bei Lehning orientieren, und wenn Lehning damals die Großband-Reihe „Der große Akim“ und danach „Akim, Neue Abenteuer“ herausgebracht hat, dann muss ich natürlich auch gebührend darauf eingehen und die Serien detailliert behandeln und auch selbstverständlich darüber berichten, warum „Der große Akim“ überhaupt erschienen ist und warum die Serie wenig später wieder eingestellt werden musste. Das sind Sachzwänge.
Die Jahre 1955 und 1956 waren eben „Akim-lastig“, oder denkt jemand ich hätte mir die Themen frei nach Lust

und Laune aus den Fingern gesogen?
Außerdem galt es ja noch die in Band 1 begonnene Reportage über „Die Erfolgsgeschichte von Akim“ abzuschließen. Oder hat der federlose Indianerhäuptling auch daran etwas auszusetzen?

 

Blitz:  Nein! Nicht dass ich wüsste.

 

Der Autor:  War´s das?

 

Blitz:  Nö!  Als weiteres bemängelte er Ihre Formulierungen neben den jeweils letzten Ausgaben von „Blitz, der Zeitungsjunge“ und „Harry, der Grenzreiter“. Sie hätten geschrieben, „mit Blitz 27 und Harry 69 endeten diese beiden Heftreihen“.

 

Der Autor:  Ja und, stimmt das etwa nicht?

 

Blitz:  Doch schon, aber der Apache meint sie endeten nicht - sie wären damals abgebrochen worden.

In Italien wären die Serien fortgeführt worden.

 

Der Autor:  Ja, da hat der Mann Recht. Aber wir leben hier nicht in Italien sondern in good old Germany -

und hierzulande gab es eben nur 27 Hefte von der einen Serie und 69 von der anderen, und die „endeten“ für uns

mit Nummer 27 und Nummer 69.

 

Ich habe schon einmal in einem anderen Zusammenhang betont, dass unsere Buchreihe ein Nachschlagewerk über die in Deutschland erschienenen Lehning-Hefte ist und nicht etwa ein internationales Werk. Ich habe auch erwähnt, dass ich es begrüßen würde, wenn sich die beiden Besserwisser vom Dienst zusammen täten und ein Nachschlagewerk über die „Italienischen Wurzeln“ herausgeben würden.

Die Spielwiese hierzu überlasse ich gerne den beiden deutsch-österreichischen Verbündeten, die sich zwar für so

etwas interessieren aber im übrigen kein Wort Italienisch sprechen, außer vielleicht „ich habe fertig!“

Dem zur Folge werden sie sich mit einem Buch über dieses Thema allerdings recht schwer tun.

 

Jedenfalls gibt es an der Formulierung, dass die beiden Serien an dieser Stelle „endeten“ aus meiner Sichtweise nichts auszusetzen. Denn „die Serien“ endeten bei uns, auch wenn "die Geschichten"  im Ursprungsland noch weitergingen.

 

Blitz:  Das sieht der Apache aber scheinbar anders.

 

Der Autor:  Ich gebe Ihnen jetzt mal ein ganz einfaches Beispiel: Wenn ich z.B. schreibe, „Akim Neue Abenteuer

und Sigurd endeten mit der Nummer 196 und Nummer 324“, dann ist das doch richtig, oder?

 

Blitz:  Meines Wissens nach ja!

 

Der Autor:  Der Apache findet das aber vermutlich nicht! Denn seiner Kritik nach zur Folge dürfte es wohl nicht so lauten; denn streng genommen wurden auch diese beiden Serien nicht beendet sondern abgebrochen.
Die eine zwangsläufig, durch gewisse zwingende Umstände und die andere aus freien Stücken, weil Wäscher Falk bringen wollte - und weiter ging es dann mit Sigurd in den Großbänden, also wurden auch die Sigurd-Piccolos streng genommen „abgebrochen“.
Dennoch - das Beispiel zeigt: niemand würde jemanden rügen, der schreiben würde „hier endeten“ die beiden Serien Akim und Sigurd!
Mit anderen Worten: Von der Story her wurden alle vier Serien abgebrochen aber von der Anzahl der in Deutschland veröffentlichten Hefte wurden die vier Serien hierzulande durch den Lehning-Verlag beendet.

 

Blitz:  Ja, da gebe ich Ihnen Recht!  Das war keine fundierte Kritik, sondern die reinste Wortklauberei.

 

Der Autor:  Gut, dass Sie das auch so sehen. Der Mann kann eben keine echten Fehler finden, also untersucht er

die Satzstellungen so lange, bis er auf irgend eine Redewendung stößt, die man womöglich anders interpretieren könnte. Hauptsache, er findet etwas, womit er sich wieder einmal zu Wort melden kann. Damit er nicht schon nach meinen ersten beiden Büchern zu den „letzten Apachen“ und damit zu den Vergessenen gehört.
Oder hat der etwa sonst noch was auszusetzen?

 

Blitz:  In der Tat. Er bezieht sich neuerdings auf ein Interview zwischen Ihnen und Neander von Frühling des vergangenen Jahres. Daran hätten Sie geäußert, dass die Reihe „Das Herz der Julia Köster“ nichts neben Akim und Sigurd zu suchen hätte. Und prompt stünde das Heft Nummer 5  heute unmittelbar neben dem „Großen Akim“
in Ihrem Band 2.

 

Der Autor:  Der Mann ist ein Spezialist im verdrehen von Zusammenhängen.
Damals forderten einige Kritiker, dass ich sämtliche Hefte in gleicher Größe in 1 : 1 in meiner Buchreihe abbilden solle, sonst wäre sie nicht komplett und wäre damit kein echtes Lexikon.
Das hielt ich damals und halte es auch heute noch für absurd, weil der Schwerpunkt meiner Buchreihe auf den Primärserien liegt. Und das sind die Piccolo-Bilderserien.

 

Ich hatte aber im Zuge der Diskussionen eingesehen, dass ein Lexikon doch komplett sein muss; deshalb habe ich die sonstigen Publikationen des Lehning-Verlags, die nicht zu den berühmten „Piccolo-Bilderserien“ zählen,

allesamt in klein abgebildet.
So stören sie nicht, lenken nicht zu sehr von den Primär-Serien ab und runden aber die Übersicht über die Gesamterscheinungen auf geniale Weise ab. So ist die Sache rund!
Man kann nun genau verfolgen, was alles an einem bestimmten Tag bei Lehning erschienen ist und was nicht. Zumindest was sämtliche Abenteuer-Serien anbelangt.
Die Funnys streife ich ja lediglich am Rande. Aber auch davon werden sämtliche Anfangs- und Endnummern schließlich ebenfalls in klein abgebildet.

 

Blitz:  Sie sehen, der federlose Indianerhäuptling hat sich viel Mühe gemacht um Widersprüche in Ihren Aussagen aufzudecken.

 

Der Autor:  Wen juckt das?  Scheinbar hat der arme Kerl kein anderes Hobby.

Keine Freunde, keine Frau und hat wohl auch sonst wohl keinen sinnvollen Zeitvertreib.
Der hat scheinbar alle Uraltkommentare auf seinem Rechner abgespeichert und ackert die wie ein besessener

kleiner Beamter Tag und Nacht durch. Wissen Sie was das für eine Arbeit ist !!!
Das muss man sich mal vorstellen. Der Mann ist an Neid und Missgunst echt erkrankt.

 

Blitz:  Aber das ist ja noch nicht alles - er kritisiert auch noch einen anderen Punkt. Er schrieb zuletzt folgendes:

 

„Ich habe schon einmal versucht, dem Aua-Tor zu erklären, dass "Julia Köster" keine bebilderte Romanreihe,

sondern ein Comic ist. Nicht zu fassen sowas.“

 

Der Autor:  Zunächst wen meint der Mann mit „Aua-Tor“?  ...Oder hat er sich da vertippt?

 

Blitz:  Sorry, Herr Autor - ich vermute er meint Sie!

 

Der Autor:  Na der kann froh sein, dass er so weit weg vom Schuss wohnt.

Dem würde ich derart in den Allerwertesten treten, dass ihm vorne sein Gebiss raus fliegt. Aber zurück zur Sache.


Der Mann stellt sich doch nun selbst ein ziemliches Armutszeugnis aus.

Lehning selbst hat der fünfbändigen Reihe „Das Herz der Julia Köster“ diese Bezeichnung gegeben!
Lehning hat nie den heute üblichen Begriff „Comics“ benutzt. Er bezeichnete Comics als „Bilderhefte“.


Da aber die Stan Drake-Reihe „Das Herz der Julia Köster“ sich von der Zielgruppe her nicht an Kinder und Jugendliche, sondern an Erwachene richtete und Erwachsene „Bilderhefte“ als etwas "Kindliches" abtaten,

wählte Lehning als Bezeichnung für diese Serie die Formulierung „Der große Liebesroman in Bildern“.

In sofern stammt diese Bezeichnung nicht von mir sondern von Lehning selbst.


Und wenn der Federlose eine eigene Sammlung hätte, könnte er das auf den Hefttitelbildern als Kopfzeile ganz oben nachlesen. Ist aber auch auf der Abbildung auf Seite 240 in meiner Buchreihe noch deutlich genug zu erkennen.

Also war meine Formulierung goldrichtig in Band 2, wenn ich schrieb:
„Lehning brachte mit fünf Monaten Verspätung Heft 5 seiner bebilderten Romanreihe heraus!“

Aber Lehning wählte diese Bezeichnung nicht nur bei Julia Köster sondern auch bei allen anderen Serien mit  Ziegruppe an Erwachsene. Beispiel: Herzbuch.
 

Blitz:  Ja, wenn man die Kopfleisten auf den hier abgebildeten Umschlägen betrachtet, besteht an der Richtigkeit

Ihrer Formulierung nicht der geringste Zweifel.
Damit hat sich der Indianer ja wieder ganz schön blamiert! Ich dachte bisher immer, der hätte Ahnung von Lehning.

 

Der Autor:  Da sehen Sie, wie man sich irren kann!
Im übrigen, mal angenommen es würde den aus den USA übernommenen und mittlerweile eingedeutschten Begriff „Comics“ nicht geben, wie würden Sie „Comics“ denn sonst noch auf treffende Weise bezeichnen?
Ich denke - „Romane in Bildern“ - wäre die beste und zutreffendste Bezeichnung.
Gab´s sonst noch was?

 

Blitz:  Ja. Der Apache moniert auch noch, dass Sie auf Seite 247 erklärt hätten, dass der Erstverkaufstag bei

Lehning immer ein Freitag war. Er schreibt dazu in seiner Kritik:

 

Auch wieder so ein dicker Hund, den Men*er sich wieder einmal geleistet hat!
Erstverkaufstag stets der Freitag? Nein. Das war von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
In Niedersachsen zum Beispiel war es stets der Donnerstag.“

 

Der Autor:  Da sieht man doch einmal wieder, dass der Apache nur über Halbwissen verfügt.
Lehning gab für all seine Heftserien als offiziellen Erstverkaufstag grundsätzlich immer nur den Freitag vor.

Verschickt wurden sämtliche Sendungen immer am Anfang der Woche, sodass sie spätesten am Mittwoch oder Donnerstag beim Handel eintrafen.


Das kann man nicht nur bei mir sondern auch in Siegmar Wansels „Illustrierter Deutscher Comic-Geschichte“

schwarz auf weiß nachlesen, der vor Herausgabe seiner Zeitentabelle, die ich weitgehendst übernommen habe, zwanzig Jahre lang bergeweise Lieferscheine und Versandpapiere vom Lehning Verlag studiert hat.


Hierauf gestützt hat Dietmar Stricker seine Zeitentabelle erstellt und beide haben daraufhin den Freitag als verbindlichen Erstverkaufstag für alle Lehning-Hefte festgeschrieben.
Fiel z.B. auf den Freitag ein Feiertag, wurde der Erstverkaufstag um einen Tag vorverlegt.
Dass Händler auch schon mal Hefte vereinzelt außerhalb der von Lehning festgesetzten Erstverkaufstags-Verordnung vorher verkauften, ließ sich natürlich nicht ausschließen.
Das spielte aber im Grunde auch keine Rolle.
Will der Apache nun auch noch Dietmar Strickers Kompetenz in Frage stellen?

 

Blitz:  Für alle, die Siegmar Wansels Werk nicht kennen, ( wie zum Beispiel der Apache ),
habe ich die entsprechende Seite einmal kopiert und hier unterhalb abgebildet:

Der Autor:  Und, war sonst noch was  - oder war´s das jetzt für heute?

 

Blitz:  Noch eine Kleinigkeit: Der Apache bemängelt auch noch, dass Sie im Bezug auf Akim 39 nicht erwähnt hätten, dass der Hintergrund von jemand anderem gezeichnet wurde.

Er schließt daraus, Sie würden daher die allgemein bekannten Zusammenhänge nicht kennen.

 

Der Autor:  Ach dieser Spinner! Der meint sicher die altbekannte Sache, die schon damals in der Sprechblase stand, weil das Titelbild wegen der Freiwilligen Selbstkontrolle neu gezeichnet werden musste.

Der Autor:  Wenn der Apache darüber nicht mehr weiß, als in der Sprechblase stand, kennt er ohnehin nicht einmal ein Viertel der gesamten Hintergründe.
Ich habe das absichtlich noch nicht in Band 2 gebracht, weil ich meiner eigenen Buchreihe nicht vorgreifen wollte.
In Band IV beginnt nämlich eine völlig neue Recherchen-Serie unter dem Titel: „Abgemalt oder durchgepaust?“ 

Eine Vorschau darauf finden Sie bereits in Band III.
Darin kommt die Sache mit Akim 39 u.a. vor!  Und zwar auf Seite 823.  Und natürlich noch jede Menge andere Sachen dieser Art, die aber nicht in der Sprechblase standen!

 

Blitz:  Mensch, da bin ich aber mal gespannt!

 

Der Autor:  Können Sie auch durchaus sein. So, jetzt muss ich aber weg!
Und lassen Sie mich in Zukunft am besten mit diesem Apachen in Ruhe. Mit solchen Stümpern möchte ich mich gar nicht erst befassen.
Der sollte unsere Bücher kaufen - da kann er noch viel lernen!


Blitz:  Halt, Herr Autor - wann hören wir uns wieder?

 

Der Autor:  In Kürze - Fortsetzung folgt!

 

 

Teil IX - Das Aus für die Hetzkampagnen !

Blitz:  Herr Autor, aus aktuellem Anlass muss ich Sie nun doch noch einmal früher interviewen als ursprünglich geplant.
Frage:  Wie haben Sie es geschafft, dass von einer Stunde auf die andere, am 6. Juli, sämtliche Foren, die über Ihre Buchreihe negativ berichteten und berichtet hatten von einer Sekunde auf die andere gelöscht wurden und nicht mehr genutzt werden können? 

Mit anderen Worten - Negativ-Publicity über Ihre Buchreihe gibt es somit ab sofort im Netz wohl nicht mehr.

Wie war das möglich?

 

Der Autor:  Viele Fragen - Kurze Antwort: Das war nicht mein Verdienst.
Das hat unsere Verlegerin geklärt - ganz auf ihr Art. Mit der ist ohnehin nicht zu spaßen.
Erinnern Sie sich noch ...? The long cool Woman!
Wer sich ihr in den Weg stellt, der hat nichts zu lachen!

Irgendwann ist ihr der Kragen geplatzt und sie hat die Sache selbst in die Hand genommen.

 

Blitz:  Wie hat sie das gemacht und was war dabei der ausschlaggebende Punkt?

 

Der Autor:  Einige Leute sind einfach mit ihrem Palaver zu weit gegangen. Sie haben mich als „Aua-Tor“ bezeichnet,
unseren Verlag als „Warme-Luft-Verlag“ abgestempelt und den größten und bedeutendsten Comic-Händler
in ganz Österreich „Franz Virt“, der für uns dort sagenhaft viele Bücher absetzt, als unbedeutenden Händler abgetan. So was geht natürlich gar nicht! Man kann über uns sagen was man will - aber nicht über unsere Geschäfts-Partner!

 

Blitz:  Aber wie ist das alles im Anschluss abgelaufen?

 

Der Autor:  Na, überlegen Sie doch mal:  Seit über einem Jahr steht unsere Buchreihe, unser Verlag und ich selbst unter Dauerbeschuss in fünf oder sechs aufeinander folgenden Internetforen.
Das waren über 4.000 Beiträge, die allesamt höchstens von zehn Leuten forciert wurden. So etwas hat es noch nie
zuvor gegeben.

Die sogenannten Kritiker haben das als Zeitvertreib mit hohem Unterhaltungswert betrachtet, um unentwegt über uns herzuziehen. Für die war das schon fast ein Hobby um blinden Hass und Missgunst in die Öffentlichkeit zu tragen.

 

Blitz:  Aber Sie konnten sich doch immer prächtig zur Wehr setzen und haben selbst auch ganz schön ausgeteilt,
oder etwa nicht?

 

Der Autor:  Ja schon, aber ich habe auch noch was anderes zu tun und wollte eigentlich nur meine Bücher schreiben.
Ständig auf diese Schwachköpfe einzugehen, hat mir wertvolle Zeit gekostet. So was brauche ich nicht.
Außerdem war zunehmend der Punkt längst erreicht, da war die Schnittstelle überschritten, wo man dachte - na, ist denn so was eigentlich noch normal? 

Ich kenne das eigentlich nur von mir, aber dass ein anderer Autor so etwas jemals über sich hätte ergehen lassen müssen, ist mir nicht bekannt. Ich schreibe ja schließlich nicht über den Holocaust, sondern nur über simple Comics. Dass einige Insider dieses belanglose Thema so bitter ernst nehmen ist mir ohnehin völlig unverständlich.

Es geht doch dabei schließlich nur um einfachste Unterhaltungsliteratur. So etwas sollte doch keinen Hass schüren.

 

Blitz:  Und was war dann der springende Punkt, der Sache von heute auf morgen einen Riegel vorzuschieben?

 

Der Autor:  Ach wissen Sie - wir hätten schon nach drei Monaten Verlags-Mobbing der Sache ein Ende setzen können. Ganz problemlos!
Dafür boten sich mehrere Möglichkeiten an. Zum Einen über unsere Anwälte. Mit einer Einstweiligen Verfügung
wegen Geschäftsschädigung wäre der ganze Verein mit 50.000,- Euro schnell in die Knie gegangen und vom
Erdboden verschwunden. Bedenken Sie bitte - unsere Verlegerin fährt Rolls Royce und ist eine bedeutende Frau

in der Gesellschaft.
Aber man will sich ja nicht immer alle gleich zu seinem Erzfeind machen. Deshalb haben wir das gelassen.


Wir hätten auch ebensogut, ohne überhaupt einen Anwalt zu bemühen, Strafanzeige erstatten können.

 

Blitz:  Und mit welcher Begründung?

 

Der Autor:  Übele Nachrede!  Organisierte geplante Geschäftsschädigung im Gruppenverbund und konspirative Vereinigung im Internet. Letzteres hört sich zwar aussichtslos und verschroben an, aber wissen Sie was gebacken ist, wenn Kriminalbeamte auf so etwas stoßen? Die sind gar nicht mehr zu bremsen.

Die stürmen bei Internet-Vergehen mit ganzen Komandoeinheiten sogar Großkonzerne und Banken.
Die hätten zuerst einmal sämtliche Computer im Comicforum sichergestellt und beschlagnahmt, alle wären verhört
worden, monatelange Untersuchungen wären eingeleitet worden - und das wollten wir eigentlich auch nicht,
wegen ein paar Spinner, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als über uns zu lästern.
Also haben wir auch davon Abstand genommen. Stellen Sie sich mal vor - Zacktuell im Kreuzverhör - die hätten
den ja nie mehr freigelassen, bei dem Durcheinander, das der ablässt.
Der wäre ja womöglich gleich in die Klappsmühle gekommen und Affentanz im Kreuzverhör - nicht auszudenken.

Jedenfalls hätten die Kriminalbeamten sämtliche Festplatten und Rechner sichergestellt um die schwerwiegenden

Vorwürfe zu überprüfen. Bei der Masse an Daten hätte das Monate gedauert und das gesamte Comicforum wäre

einstweilen stillgelegt gewesen, einschließlich sämtlicher harmloser Seiten, die nicht von uns handeln.

Das Resultat wären monatelange schwarze Seiten gewesen - und das wollten wir nun gerade auch nicht!

 

Aber irgendwann hat es uns aber anschließend wirklich gereicht - und wir haben uns bei der Forumsleitung beschwert und sogar schriftlich weitergehende Konsequenzen angekündigt.

Ja, meinen Sie die Administratoren, wie Kockerbeck oder sein Vorgesetzter hätten reagiert...? Pustekuchen.

Die haben weiter ihren Mittagsschlaf gehalten und keinen Finger gerührt.
Womöglich gab es da auch eine gewisse stillschweigende Parteilichkeit - jedenfalls sind die Verantwortlichen nie und zu keiner Zeit eingeschritten oder hätten nur im geringsten die Leute verwarnt. Nichts geschah!


Dann ist irgendwann der berühmte gordische Knoten bei unserer Verlegerin geplatzt und sie hat der Sache ein ebenso rasches wie erfreuliches Ende gesetzt. Ihr Maß an Geduld war irgendwann übergelaufen!

Blitz:  Jetzt wird´s spannend - was geschah dann?

 

Der Autor:  Das ist überhaupt nicht spannend und auch nicht sonderlich spektakulär.
Solche Foren werfen ja schließlich keinerlei Gewinne ab - sondern kosten im Endeffekt nur Geld. Geld, das große
Verlagsunternehmen „in eine gute Sache“ investiert sehen möchten. Und zwar mit Sponsorengeldern.
Und warum machen bedeutende Verlage das?

 

Blitz:  Schießen Sie los!

 

Der Autor:  Um einen guten Zweck zu dienen. Um das „Medium Comic“ zu fördern! Um junge Verlage zu fördern.
Und nicht etwa um jungen Verlegern das Leben schwer zu machen. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.
Aber genau das geschah über ein Jahr lang mit unserer Buchreihe, mit unserem Verlag und schlussendlich
auch mit mir.

 

Blitz:  Sie haben Recht!  Die Betreiber des Comicforums haben die Zielsetzungen eines „sozialen Netzwerks in der
Buchbranche“ völlig aus den Augen verloren und die dortigen Fehlentwicklungen einfach nicht erkannt.

Sie haben im Grunde die gesamte Hetzpropaganda stillschweigend gebilligt und akzeptiert.

 

Der Autor:  genau so war´s!  Unsere Verlegerin brauchte nur ihre Kontakte spielen zu lassen und schon wäre
den Betreibern, die solche Missstände dulden, der Geldhahn abgedreht worden.

 

Blitz:  Eigentlich richtig so! - Die haben es ja wirklich stark übertrieben und sind weit über die Stänge geschlagen.
Wenn mal eine positive Stimme kam, wurde die zudem direkt gelöscht. Das war also auch gar nicht mehr im
demokratischen Sinne sondern nur noch die reinste Hetz- und Hasspropaganda.

 

Der Autor:  Die wichtigen Entscheidungsträger brauchten also nur den richtigen Tipp zu bekommen und schon war der Ofen aus.
Ein User hatte ja schon mal die gleiche Idee gehabt und wollte an entscheidender Stelle eine Beschwerde einlegen.
Über den haben sich die Hitzköpfe sogar noch alle lustig gemacht, anstelle den Ernst der Lage zu erkennen.
Aber ich glaube, er hat das nie gemacht. Aber bei unserer Verlegerin gibt es keine hohlen Worte sondern nur Taten.

 

Und wenn der Geldfluss zu erliegen droht - dann horchen selbst die größten Schlafmützen auf und werden endlich rührig. Sogar solche Pappenheimer wie Glasstetter und sein Adjudant.

 

Aber wissen Sie, was am Ende noch das Schönste an der ganzen Sache ist - manche Leute verhalten sich ja wirklich noch wie Kinder. Nachdem die Administratoren des Comicforums auf unnachgiebigen Druck von ganz oben
sämtliche Enzyklopädie-Foren aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit gelöscht hatten - wissen Sie was dann geschah?

 

Blitz:  Nein - wie könnte ich das erahnen? - Nun schießen Sie schon los - ich bin sehr gespannt!

 

Der Autor:  Dann erhielten wir ein E-Mail von “Schlafmütz Nummer Eins“ höchst persönlich und die lautete doch tatsächlich so, als wäre das, was er da mitzuteilen hätte, die schlimmste Sache auf der Welt:

 

Zitat - Originaltext:     Hallo,
                                     hiermit wird die dauerhafte Sperre beim Comicform ausgesprochen.
                                     Viele Grüße
                                     Bernd Glasstetter
                                     Administrator Comicforum

 

Auf diese Weise versuchte sich also der Forums-Chef höchst persönlich für seine Demütigung zu revanchieren!


Aber so was kann uns natürlich überhaupt nicht erschüttern; denn wir hatten uns ja schon seit längerer Zeit aus allen Foren längst verabschiedet, ( auch wenn immer wieder fälschlicherweise behauptet wurde, wir wären dort doch noch verdeckt präsent, was natürlich auch wieder nur absoluter Schwachsinn war.)


Jedenfalls folgte sofort eine Rückmail an den Administrator von unserer Verlegerin mit folgendem Text, und das ohne

Anrede:

 

                                     R Ü C K A N T W O R T :
                                     ===================
                                     Ihre kleinkindhafte Trotzreaktion im Bezug auf eine "Sperre" im Comicforum
                                     interessiert mich überhaupt nicht!
                                     Glauben Sie eigentlich, wir wären im Kindergarten?

                                     Sie können froh sein, dass Sie Ihren ehrenamtlichen Posten oder Ihren
                                     Haupt-Sponsor nicht verloren haben;
                                     denn Sie haben schließlich in Ihrer Aufsichtsfunktion dort restlos versagt!

                                     Soll ich das mal lautstark bei allen anderen Sponsoren deutlich zur Sprache
                                     bringen und auch dokumentieren?
                                     Oder reicht Ihnen das jetzt?

                                     C. Kuhlewind / Verlegerin

 

Das hatte gesessen!  Anschließend war endgültig Ruhe im Karton - und ein weiterer Versuch seitens der Clique sofort wieder einen neuen Thread noch am folgenden Tag wieder aufzumachen, wurde ebenfalls sofort unterbunden und auf der Stelle gelöscht, nachdem wir davon Wind bekommen hatten.


Herr Glasstetter schrieb uns sofort eine freundliche Mail mit folgendem Text:

 

                                     Sehr geehrte Frau Kuhlewind,
                                     Sie können gerne Beiträge melden, die wir dann zeitnah entfernen, wie auch in diesem Fall.
                                     Mit freundlichen Grüßen
                                     Bernd Glasstetter

 

Es wird also in Zukunft nie mehr einen Thread mit Negativ-Kampagnen über unsere Buchreihe geben.

Andernfalls wird Herr Glasstetter, sobald wir davon erfahren, auf der Stelle informiert und der Thread wird augenblicklich gelöscht.

Der Autor. ( Die Betonung in diesem Fall liegt auf nie mehr! )

 

Blitz:  Danke Herr Autor für das informative Gespräch! Ich rufe Sie in Kürze an wegen der Fortsetzung unseres eigentlichen Interviews. Einverstanden?

 

Der Autor:  Einverstanden!

 

     ______________________________________________________________________________________________

 

 

Lehning und die Freiwillige Selbstkontrolle :

Blitz:  Verehrter Herr Autor:  Was können Sie uns denn über Ihr neues Buch sagen? - Den Band III.


Der Autor:  Die Buchreihe wird jetzt für den Leser zunehmend informativer und für den Sammler werden die Beiträge mit interessanten Informationen nun immer verdichteter.
Hunderte Aspekte fließen nun neu ein, welche die bisherigen Beiträge aus Band 1 und 2 mit einbeziehen indem vielfach darauf zurückgegriffen wird.
Das liegt daran, dass sich bei Lehning mit der aktuell behandelten Zeitspanne immer mehr veränderte.

Nehmen Sie nur die Freiwillige Selbstkontrolle, der sich der Verlag zwangsläufig anschließen musste. Die forderte ihren katastrophalen Tribut. Hunderte Seiten aus den ursprünglichen Piccolos, die ab 1958 in den Großbänden neu aufgelegt wurden, mussten gestrichen werden, weil diese nach den damaligen Gesichtspunkten nicht mehr als jugendfrei galten.

Wir zeigen nun ab Band 3 zu jeder Abbildung der Großband-Titelbilder von Akim und Sigurd auch die eklatantesten und einschneidendsten Kürzungen der Innenseiten, die darin gestrichen wurden.
Anderswo wurden die Kürzungen bisher lediglich textlich und quantitativ abgehandelt, zum Beispiel wie viele Piccolo-Seiten ab wann aus welchem Heft gestrichen wurden.
Das geben wir natürlich auch an, zeigen und erklären aber zudem warum das überhaupt geschah.

Das ist ein hochinteressantes Kapitel. Außerdem stellten diese Kürzungen Lehning vor ein schwieriges Problem:

Durch die gekürzten Seiten geriet vielfach der Anfang und das Ende der ursprünglichen Storys durcheinander. 

Wir zeigen auf, wie Lehning mit diesem Problem fertig wurde.

Ebenfalls interessant ist aber auch noch ein anderer Aspekt: Da die gleiche Story nun ein zweites Mal erzählt wurde, bot es sich an, die Unterschiede in der Covergestaltung aufzuzeigen und über dem Großband-Cover vielfach auch
noch das Original-Cover der Piccolos abzubilden, wie die Seite hier oberhalb erkennen läßt.

Anhand der Gegenüberstellung wird dann auf beide Gestaltungen analytisch eingegangen.
Die Großband-Cover wurden meistens harmloser umgesetzt als die der Piccolos.

Brutalitäten wurden darauf weitgehend vermieden und so gut wie gar nicht mehr gezeigt. Wie Sie bei dem Beispiel hier oben sehen, versetzte Sigurd auf dem Piccolo-Cover dem Drachen einen Stich mit dem Schwert.

Bei der Großband-Version, steht er nur noch vor Schreck erstarrt da.

 

Jedenfalls gab es in dieser Zeitspanne verheerende Kürzungen, welche die Storys manchmal regelrecht entstellten und auch unglaubwürdig machten. Zum Beispiel stürzte Akim bei einer Geschichte ins Meer. Weil es dann aber unter Wasser zu brutal zuging, wurde der Tod des Bösewichts, wie dieser in seinem Auto festsaß und grausam ertrank, herausgeschnitten. Anstelle dessen ging man gleich zu der Szene über, in der Akim an Land erschöpft in den Sand fiel. Da der Selbstkontrolle der Rest auch nicht gefiel, schnitt man die gesamte folgenden Seiten auch noch heraus. Um nun aber einen vernünftigen Übergang zu einer jugendfreien Geschichte hinzubekommen, wachte Akim auf dem nächsten Bild ebenfalls erschöpft am Wasser auf. Nur dass dies nicht das Meer war sondern ein Fluss, in dem es zu einer Auseinandersetzung mit einem Krokodil kam. Das war absurd; denn im Meer leben schließlich keine Krokodile und die Dschungelumgebung entsprach auch nicht mehr der des Strandes drei Bilder zuvor - aber so etwas ist den
Kindern und Jugendlichen 1958 natürlich nicht aufgefallen und niemand hat den Schwindel bemerkt, dass hier eine ganze Story völlig berausgeschnitten wurde.

 

Das und vieles mehr galt es in Band 3 und 4 gewissenhaft aufzuzeigen, glasklar und anhand von Auszügen und Bildbeispielen zu dokumentieren. Das war eine Menge Arbeit. Aber es liest sich zudem auch noch flüssig wie ein Roman, und es ist zugleich ein hervorragender Zeitspiegel über die prüden, späten 50er-Jahre.


Vergleichbares gibt es nirgendwo anders bisher in dieser Form nachzulesen. Wenn überhaupt wurden die Kürzungen bisher nur rein tabellarisch erfasst - aber das macht keinen Spaß nachzulesen.
In der Enzyklopädie sprechen die Bilder hingegen bereits für sich und alles ist sehr unterhaltsam!
Und in Verbindung mit den herausgeschnittenen Seiten ist dieses Kapitel außerordentlich spannend und interessant.

 

Wichtig erscheint mir vor allem eine Tatsache: Mit Band 3 verfügt der Leser aller drei Bände mittlerweile über 584 Seiten aufeinander folgender Lehning-Geschichte, mit sage und schreibe über 2.133 Farbabbildungen aller seltenen Lehning-Hefte von 1953 an bis Ende 1958. Und das zum größten Teil in der Originalgröße der Hefte.

Das ist ein wahrhafter Schatz an Bildmaterial und Informationen. Im normalen Buchformat wären das alleine schon über 1.100 Seiten!

 

Blitz:  Aber lassen wir uns im Moment noch ein wenig mit der Freiwilligen Selbstkontrolle selbst weiter beschäftigen. Das Thema ist ja angesichts Ihrer beiden neuen Bücher hoch aktuell und wirft einige interessante Fragen auf.
Wie kann man sich das Ganze denn überhaupt in der damaligen Zeit vorstellen?

 

Der Autor: Ich glaube fast, dass viele Sammler die Funktion der Freiwilligen Selbstkontrolle heutzutage weitgehend fehlinterpretieren und falsche Vorstellungen davon haben, wie das gesamte System damals wie heute funktionierte.
Die FSF war nämlich keine Instanz sondern lediglich nichts anderes als ein Leitpapier!

 

Blitz:  Wie ist das zu verstehen?

 

Der Autor:  Ganz einfach - wenn sich ein Verlag der Freiwilligen Selbstkontrolle, kurz SFS, anschloss, wurden diesem Verlag wesentliche Richtlinien in Papierform übergeben – ein Leitpapier der guten Moral – wenn man so will. Vereinfacht ausgedrückt - die zehn Gebote im Verlagswesen für die Verbreitung von Bildern und Schriften, die an Kinder und Jugendliche vertrieben werden sollten.

 

Diese Leitlinien wurden von der „Behörde zur Überwachung jugendgefährdender Schriften“ verfasst und für die Mitglieder, die sich der SFS angeschlossen hatten, herausgegeben.
Verlage, die das Gütesiegel benutzen wollten, mussten die Behörden-Statuten anerkennen, sich diesen unterwerfen, sie unterzeichnen und sich künftig danach richten.
Infolge dieser Ratifizierung wurden sie weniger kritisch unter die Lupe genommen, aber dennoch routinemäßig überprüft.

 

Der Chefredakteur eines Verlages musste sich also bei Nachdrucken, wie z.B. die der Sigurd-Piccolos innerhalb der Großbände bei Lehning, die gesamte Story zuvor nochmal gründlich durchlesen und strich gewisse Seiten, ganze Story-Abschnitte oder gab im Notfall auch Retuschen in Auftrag.
Die Streichungen nahm also der Chefredakteur, sein Assistent oder ein speziell hierfür auserwählter, befähigter Mitarbeiter vor.


Von seitens Lehnings gab man also die ganzen Sachen nicht etwa blind an Wäscher weiter, wie Viele glauben.
Das hätte zu viel Geld gekostet. Wäscher hätte ja all seine Arbeitsaufwendungen an Lehning weiter berechnet.
Der wurde nur involviert, wenn er seine eigenen früheren Zeichnungen auf Anweisung hin verändern musste!

Sonst natürlich nicht.
 
Bei neuen Storys, wie zum Beispiel damals bei den Sigurd-Piccolos ab Nummer 110 oder der Serie „Akim, Neue Abenteuer“ musste sich Wäscher selbst strikt als Zeichner an diese Moral-Verordnungen halten.


Er verfügte ebenfalls über dieses Papier, in dem u.a. z.B. stand: “Die Brustwarzen von weiblichen Darstellerinnen dürfen sich unter deren Bekleidung nicht erotisch wirksam abzeichnen”  oder “Es darf nicht mit Gegenständen wie Spaten, Hacken oder Flaschen auf einen Gegner eingeschlagen werden, weil die Hefte keine Lehrvorlage in Sachen Brutalität liefern sollen und nicht zur Nachahmung verleiten dürfen!”
Auch das Eindringen von Messern und Schwertern in den Körper der Gegner durfte gemäß der Statuten nicht gezeigt werden, weil dies Schadenfreude und Rachegelüste schüren könnte.
 
Man muss sich also die Freiwillige Selbstkontrolle als eine Art übergeordnete Moral-Bindungs-Richtlinie vorstellen und keineswegs als eine personelle Instanz, der vor der Drucklegung alles an Zeichnungen und Texten vorgelegt werden musste. So etwas gab es nicht.
Die Verantwortung für jugendfreie Schriften lag also bei den Verlagen selbst. Die Betonung lag daher auch auf “Selbst”-Kontrolle. Und nicht auf einer Kontroll-“Instanz“.
Jeder kontrolliert sich selbst! Jeder Mitarbeiter, der an den Heften mitarbeitete. Vom Scriptschreiber über den Texter bis hin zum Zeichner.
Das war „Freiwillige Selbstkontrolle“. Und nichts anderes!

 

Blitz:  Das haben Sie plausibel und einleuchtend erklärt. So habe ich mir das wirklich selbst nicht vorgestellt!

Sie rücken ja wirklich einige der grundlegendsten Fehlvorstellungen unserer Leser ins richtige Licht!

 

Der Autor:  Mag sein. Aber ein wesentlicher Nachteil bei dem Vertrieb von Comics am Kiosk, war zum Beispiel ganz im Gegensatz zum Kinogeschäft, dass niemand am Kiosk das Alter der Kinder verbindlich feststellen konnte, die gerade die Hefte kauften. Also wurde die niedrigste Alterstufe zugrunde gelegt - und das waren die Sechsjährigen.
Lehnings Großbände wurden somit „freigegeben ab 6 Jahren“ verkauft und waren deshalb auch dementsprechend verharmlost und von allem abenteuerlich Brutalem entschärft!

 

Blitz:  Darüber habe ich mir noch nie ernsthafte Gedanken gemacht; und doch Sie haben Recht!

Lehnings Großband-Serien für Sechsjährige - ich lach´micht tot !

Aber vielleicht geben Sie unseren Lesern noch ein oder zwei Beispiele, wie die ursprünglichen Piccolos von 1954/55 vier oder fünf Jahre später durch die Freiwillige Selbstkontrolle verharmlost wurden.

 

Der Autor:  Ja gerne.  Eine Szene fällt mir in dem Zusammenhang auf Anhieb ein:
Als zum Beispiel am 23. Januar 1959 der Sigurd Großband Nr. 16 herauskam, gab es in der ursprünglichen Piccolo-Ausgabe Nummer 34 mit dem Titel „Turnier mit dem Tode“ eine Szene, in der Bodo seinem bewusstlosen Freund das Leben retten musste.
Sigurd lag nämlich nach einem Lanzengang schwer verletzt und regungslos am Boden und drohte von einem der Söhne des Raubritters heimtückisch ermordet zu werden.
So was war damals im übrigen durchaus üblich. Stürzte ein Feind im Kampf vom Pferd, wurde ihm meistens der Kopf abgeschlagen. Das gehörte quasi mit zum Risiko und zum Ritual.
Als jedenfalls der hasserfüllte Sohn den bewusstlosen Sigurd mit dem Schwert töten wollte, griff Bodo beherzt ein und erstach ihn mit einem von Wäscher deutlich erkennbar und gut gezeichneten Schwertstich mitten ins Herz.

 

 

Das ging nach den Richtlinien der Freiwilligen Selbstkontrolle natürlich gar nicht mehr; denn so etwas war nicht nur viel zu brutal fürs Kinderzimmer, es konnte auch Schadenfreude gegenüber dem Feind bei den jungen Lesern hervorrufen und das wollte man unter allen Umständen vermeiden.

Also konnte sich Wäscher wieder einmal auf den Weg zum Verlag machen und seine dort im Jahr 1954 abgegebene Originalzeichnung wieder abholen. Der Auftrag lautete: Unter möglichst geringen Kosten - die Zeichnung umzuändern und die Szene jugendfrei umzugestalten.

 

 

Was dabei herauskam, war in etwa das Gleiche wie damals bei dem Stadthauptmann bei der Rettung der Hexe.
Dem bösen Berthold wurde lediglich das Schwert aus der Hand geschlagen. Getötet wurde niemand!
Und aus dem letzten Aufschrei des Raubritters entwich ihm nun ein erstauntes „Oh!“ anstelle des totbringenden „Ahh!“ wie beim Original.

 

Blitz:  Und das zeigen und erklären Sie alles in Ihren Büchern.....


Der Autor:  Klar doch, darin besteht unter anderem ein kleiner Teil meiner Arbeit!


Blitz:  Fällt Ihnen spontan noch eine andere Szene ein ?


Der Autor:  Aber ja - die ist meines Erachtens obendrein sogar noch äußerst kurios!

Drei Großbände weiter, wurde im Großband 19 das Piccolo-Heft Nummer 40 wiedergegeben. Darin wurde Sigurd auf den Zinnen einer belagerten Burg als Geisel gehalten und sollte, sofern das Ultimatum ablief, am Galgen hingerichtet werden. Zur Demonstration, dass es der Burgherr damit ernst meinte, legte man dem gefesselten Sigurd schon mal demonstrativ den Strick um den Hals.

 

Das erschien unter den Aspekten einer gut funktionierenden Freiwilligen Selbstkontrolle natürlich den

Verantwortlichen bei Lehning etwas zu heftig. Also musste Wäscher den Strick auf seiner ehemaligen Original- zeichnung natürlich tunlichst entfernen. Offen blieb die Frage, wie Sigurd ohne Strick um den Hals hätte hingerichtet werden sollen ?

Aber dazu kam es ja ohnehin erst gar nicht; denn Lehning hatte die Nase voll und strich mitten im Großband ab Seite 21 der Originalausgabe von Heft 41 einfach die nächsten 70 nicht jugendfreien Sigurd-Piccolos ersatzlos!  Das waren 2.240 erstklassige Comicseiten die da gekillt wurden. Und das war´s fürs Erste.

Lehning dachte, damit wäre Ruhe; denn er setzte die Nachdrucke ab den Piccolo-Folgen fort, mit dene er sich 1956 der Freiwilligen Selbstkontrolle angeschlossen hatte. Aber die Rechnung ging natürlich nicht auf, da mittlerweile die Messlatte höher lag, als noch vor ein paar Jahren. Damit ging das ganze Dilemma wieder von vorne los.

 

Blitz:  Das scheinen wirklich zeitgeschichtlich gesehen zwei hoch interessante Bücher zu sein.
Solche Sachen wurden hin und wieder schon mal vereinzelt in Fan-Magazinen aufgegriffen - aber in Buchform und so ausführlich gab es so was noch nie!

 

Der Autor:  Nein ganz bestimmt nicht!  Vor allem werden alle heiklen Szenen in ihrer Originalgröße der damaligen Hefte vorgestellt und kein einziges Bild wurde dabei verkleinert.

 

Blitz: Eine letzte Frage Herr Autor - aber ganz anderer Art - zum Schluss:
Warum stellten Sie eigentlich am Anfang unseres Interviews jeden Tag andere Fotos von all Ihrer vielen Frauen und Gespielinnen ins Netz?  Und dann meistens noch nackt.

 

Der Autor:  Na raten Sie mal!  War das nicht klar ersichtlich?
Der Grund war, damit die kleine Zahl meiner Neider, die ich zu Anfang dieses Interviews erwähnte, einmal einen
wirklichen Grund haben, auf mich tatsächlich neidisch zu sein!  Und nicht wegen meiner Bücher.
Sondern wegen Sachen, für die es sich wirklich lohnen würde, ernsthaft auf einen Anderen neidisch zu sein!
Indem sie sehen, was andere Leute jenseits ihres begrenzten Horizonts, für Freizeitvergnügen genießen und auch immer genossen haben.

 

Blitz:  Ja, nach allem, was ich so gehört habe, könnte das womöglich durchaus zutreffen.
Ich danke Ihnen jedenfalls vorläufig für die netten und aufschlussreichen Gespräche und hoffe, wir hören uns bald wieder!  Ihr Blitz.

 

Der Autor:  Ja wahrscheinlich - spätestens sobald Sie nähere Einzelheiten über Band IV erfahren möchten!

Also auf dann - Fortsetzung folgt!

Sämtliche Copyrights

an den Abbildungen der hier abgebildeten Titelbilder der Serien Sigurd, Akim und Nick

liegen bei Hansrudi Wäscher / becker-illustrators.

Sämtliche Copyrights zu allen Fotos by H.J.M. - Das Herunterladen von Bildern und Texten jeglicher Art

ist ohne Genehmigung des Verlages untersagt.

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Der Autor - ein Künstler ?

Wie zuletzt angekündigt, präsentiert der Autor

in dieser Woche einige Beispiele seiner Kolorierungsfähigkeiten
anhand von vier Sigurd-Piccolo-Seiten,

die sich ursprünglich natürlich nur in schwarz-weiß befanden.

 

An solchen Zeichnungen dürfen sich so manche "Möchtegern-Koloristen"

von heute einmal gerne ein kleines Beispiel nehmen;

denn deren Arbeiten verunglimpfen Wäschers Vermächtnis beträchtlich,

während Zeichnungen wie diese seine Hinterlassenschaft

wieder lebendig werden lassen!

Die Schwarz-weiß-Zeichnungen wurden wie ganz zu Anfang
dieses Kapitels erwähnt, in der klassischen Farbgebungs-Methode
mit Auquarellfarben und Pinsel koloriert.

Der Autor hat sich bemüht, ausschließlich die 1953 und 1954
verwendeten Farben aus den ersten Piccolo-Sonderbänden zu wählen,
um das darin eingefangene Flair nochmals lebendig werden zu lassen.
Wir denken, das ist ihm ganz gut gelungen!

Vielleicht könnte man mit dieser Technik eines Tages
aus einer besonders schönen Wäscher-Story in schwarz-weiß
einen farbig kolorierten und völlig neuen Piccolo-Sonderband
entstehen lassen und diesen in Buchform herausbringen.

Schreibt uns einfach eine E-Mail
wie Ihr die Zeichnungen findet und was Ihr davon haltet.
info-to-comicselection@t-online.de
Wir freuen uns auf Eure Reaktionen!


Copyright: bei Hermann Mencer/ComicSelection

bzw. becker-illustrators/Hansrudi Wäscher
 - Unverkäufliches Anschauungsmuster -

Das Herunterladen der Vorlage ist untersagt.


Hallo Hermann,
die Kolorierung Deiner vier Sigurd-Seiten ist ausgesprochen nostalgisch ausgefallen.
Super gut finde ich, wie die Farben ausgefallen sind!.
Auf dem PC sieht das schon verdammt gut aus!.
Man merkt sofort dass diese Farbgebung mit der Hand ausgeführt wurde,
und keine kalte, meist fleckige und unruhige Computer-Kolorierung ist.
Bei einer Veröffentlichung der Wäscher Serien wie Akim, Tibor oder Sigurd
wäre ich sofort dabei.
Der Falk liegt ja schon in wunderschöner Farbgebung vor.
 Gutes Gelingen und mit bestem Gruß
 Joachim Geier, am 10. Februar 2016

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