News & Interviews zur Enzyklopädie                     Deutscher Piccolo Bilderhefte

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Interview Teil VI - Über die Lieblings-Serien des Autors beim Lehning-Verlag:

Ein Profi äußert sich zu aktuellen Themen !

Blitz der Zeitungsjunge interviewt den Autor

der Enzyklopädie Deutscher Piccolo- Bilderhefte!

Blitz:  Herr Autor, Sie haben ja in letzter Zeit sehr viel Lob für Ihre Arbeit an der Enzyklopädie Deutscher Piccolo

Bilderhefte erhalten. Fast alle Leute, die ein Buch von Ihnen besitzen, äußern sich ja sehr überschwänglich über die Aufmachung, die Gestaltung, die Reproqualität, über die Papierwahl, und auch Ihre Sachbeiträge werden sehr hoch eingeschätzt und lösen Begeisterung aus, wenn man mit Sammlern spricht oder auch nur die zahlreichen Leserbriefe verfolgt.

 

Der Autor: Ja, ich freue mich natürlich darüber - es ist für jeden Kreativen der etwas leistet, außerordentlich erfreulich Lob zu erfahren. Das motiviert einen.

 

Blitz: Dennoch gibt es ja auf der anderen Seite auch immer noch einige wenige Leute, die behaupten die Bücher wären unvollständig, würden sie deswegen nicht kaufen und sie würden sie auch nicht lesen - kritisieren sie aber trotzdem - und reden Ihre viele Arbeit in Grund und Boden wo sie nur können. Wie sehen Sie das und wie gehen Sie damit um?

 

Der Autor: Gar nicht. Das sind höchsten noch zwanzig Leute - reine Neider, teilweise unselige Versager. Die gönnen einem nicht den Erfolg. Vor allem nicht, dass man plötzlich in Sachen Lehning als Kapazität anerkannt wird und von anderen Sammlern hoch geschätzt wird. Das ist der Hauptgrund für deren unangemessene und unsachliche Kritik.
Mit meiner Anerkennung in der Szene werden die einfach nicht fertig!


Die meisten von denen haben alle einzeln irgend etwas recherchiert und dann ihren Kram in ihren Fanmagazinen veröffentlicht. Die fühlten sich jahrelang als die großen Experten, vor allem wenn sie Wäscher oder irgendwelche
Mitarbeiter vom ehemaligen Lehning-Verlag interviewen durften.
Und dann plötzlich kommt einer daher und geht die Sache von einer ganz anderen Seite an - analysiert die Fakten und Zeichnungen, die auf dem Tisch liegen; da sehen jetzt manche dieser „Experten“ ihre Felle dahin schwimmen.

 

Blitz: Da gibt es ja auch Einen, der behauptet schon seit zehn Jahren ein großer Lehning-Experte zu sein und macht sich mit seiner „allwissenden“ Überheblichkeit überall unbeliebt.

´Soll Informationen zur Folge auch aus Lothar Schneiders Comic-Guide im hohen Bogen rausgeflogen sein.

 

Der Autor: Ach ja, Sie meinen vermutlich den Apachen. Ich kenne den Mann nicht.
Scheint aber ein armseliger Zeitgenosse zu sein. Glaubt von allem was Lehning anbelangt irgendwie Ahnung zu haben.
Hat aber allenfalls ein paar kleine Artikel gelesen - vielleicht auch einige geschrieben. So etwas verblasst mit der Zeit. Niemand kann die mehr zuordnen - sie geraten in Vergessenheit. Das ist bei einem Buch ganz anders.

 

Um ein Originalheft zu beurteilen, muss sich der arme Teufel bei Ebay umsehen.
Hat scheinbar keine eigene Sammlung auf die er bei bestimmten Fragen zurückgreifen kann. Riskiert aber die große Lippe im Netz wie ein Weltmeister.
Das sind für mich Stümper - typische Blender. Typen wie er sind mir einfach zuwider.
Zuletzt sagte mir einer, der ihn wohl persönlich kennt: „Armes kleines Würstchen“ - Er meinte: „Apachen sahen anders aus - den hätten echte Indianer früher glattweg gehäutet!“ Also, im Klartext: um wirklich ein Apache zu sein,

muss man in erster Linie zunächst ein „Mann“ sein und nicht ein kleines Würstchen.

Der Gute sollte also schleunigst sein Erscheinungsbild wechseln und sich eins aussuchen, das besser zu im passt. Zum Beispiel eins aus dem Hänneschen- oder Kasperle-Theater.

 

Ein Anderer verriet mir, er warte sehnlichst auf den Tag, an dem im Jahre des Herrn 2021 unsere Exklusiv-Rechte für eine Lexika-Reihe mit Wäscher auslaufen, damit dann ein Anderer ( womöglich Er ? ) eine neue Enzyklopädie herausbringen könnte.
Ja glaubt denn der Naivling unsere Buchreihe wäre noch zu toppen? Gerade zuletzt´ schrieb uns noch ein Leser:

„Ihre Buchreihe ist einfach nicht mehr zu toppen!“ ( Abgedruckt mit Namen unter unserer Rubrik Meinungen & Leser-
briefe ). Ich würde noch hinzufügen: .... “und auch nicht mehr zu stoppen!“
Denn Band 3 wird schon in wenigen Wochen ausgeliefert, und dann in rascher Folge auch Band 4 folgen.

Das ist weder zu toppen, noch zu stoppen!


Und wenn der zehnte Band in aller Sammler Hände liegt, wird die Lehning- und Wäscher-Geschichte ohnehin eine völlig andere sein, als sie bisher allgemein vermutet und angenommen wurde. Sie wird neu geschrieben sein! Und ist dann nachzulesen in 10 verdammt guten und bildschönen Büchern!

Wer könnte denn da überhaupt noch mit der Idee spielen, etwas anderes darüber zu schreiben?

Oder etwas Überflüssiges hinzu zu fügen? Niemand!


Aber zurückzukommen auf jenen letzten, ungläubigen Apachenhäuptling, falls man einen Einsiedler und Messie so überhaupt bezeichnen sollte: Angenommen er wolle die Buchreihe nochmals neu herausbringen.

Nur mal angenommen - wo will er denn die etwa 5.000 Lehning-Hefte herbekommen, die dafür mindestens erforder- lich sind - und dann noch in verlagsneuem Zustand! Kann mir das mal einer verraten?

 

Er jedenfalls trollt sich von morgens bis abends im Internet herum und mehr nicht. Und das war´s auch schon!

Der arme Kerl hat doch gar keine Hefte, zumindest keine Originale, und schon gar kein einziges in der von mir präsentierten neuwertigen und absolut verlagsneuen Qualität.


Der arme Außenseiter, den niemand persönlich kennt und je zu Gesicht bekam, hat nicht einmal ein Prozent vom
unerreichbar großen Kuchen der Lehning´schen Hinterlassenschaft! Der ist nichts weiter als ein Spinner!
In meiner Aufarbeitung innerhalb der „Sprechblasen-Affäre“ habe ich u.a. im Kapitel um „Försters Helfers-Helfer“ meine Vermutung geäußert, dass der arme Teufel lediglich Fan-Zeitschriften-Artikel gehortet hat, um jederzeit seinen ungebetenen Senf zu allen möglichen Themen abgeben zu können.  Er ist also nichts weiter als ein bedauernswerter Messie“ und mehr nicht! Wenn dieser Versager eine eigene Sammlung hätte - warum sind denn all die Piccolos, die er sich vorzugsweise bei Ebay herunterläd, und in den Foren zur Diskussion stellt, in einem derart miserablen Zustand? Mit solchen Zuständen kann man ohnehin keine Bücher herausbringen. Und warum muss er sich bei Ebay ein Carnera-Heft downloaden, um daran Farbverfälschungen vornehmen zu können, um anhand dieses Exemplares Abweichungen zu meinen erstklassigen Reproduktionen nachweisen zu wollen, wobei er zudem noch das Heft als „ein Exemplar aus seiner eigenen Sammlung“ ausgab, obwohl das Heft so eindeutige Gebrauchsspuren aufwies, sodass es jeder Leser als das Ebay-Exemplar eindeutig erkennen konnte, das nämlich zur gleichen Zeit dort angeboten wurde. Er hat also gar keine Original-Carnera-Hefte - der Träumer!

Der Mann ist so oder so nicht für voll zu nehmen! Also ZEWA wisch und weg mit ihm.

 

Blitz: Frage - was halten Sie von  „Neander“?
Der Autor: Es gibt Schlimmere!
Allerdings... der Mann schreibt mitunter verschroben-lustige Kommentare !  Die sind gut!  Ich musste jedes mal laut lachen!


Blitz: Und was halten Sie vom HRW-Fanclub? 
Der Autor: Kein Kommentar!  ... Sorry! Doch einer: Die schämen sich heute für Äußerungen, die sie gestern noch von sich gegeben haben. Helden sind das somit nicht! Wäscher hätte ihnen vermutlich die Rolle von Feiglingen auf den Leib geschrieben. Ob sie dann noch heute Wäscher-Fans wären, wage ich stark zu bezweifeln. Wahrscheinlich nicht. Bingo!


Blitz: Was würden Sie tun, wenn Ihnen Mohlberg unverhofft über den Weg laufen würde?
Der Autor:  Fragen Sie mich doch so was nicht!  Das ist doch verfänglich.

 

 

 

 

Blitz: Wo waren Sie in Ihrem Leben am liebsten?
Der Autor: Lassen Sie mich überlegen - St. Tropez, Jamaika, Rio......
Blitz: Warum?
Der Autor: Na, das sehen Sie doch!

Blitz:  Und wie denken Sie mittlerweile über Förster?


Der Autor:  Der Mann ist, so glaube ich, von Natur aus wahrscheinlich eine gute Seele. ´Hat sich wohl am Anfang in meine Sache so verrannt, die er überhaupt nicht überblicken konnte, weil er mich eben nicht kannte.
Im Anschluss an den ganzen Mist den er verbockt hat, habe ich ja in meinem Beitrag „Die Sprechblasen-Affäre“ klipp und klar nachgewiesen, dass er sich in allen Punkten grundlegend geirrt hat, insbesondere was die für ihn mysteriös
erschienenen Artikel anbelangte, die sich ganz zu Anfang auf unserer Homepage befanden. Die waren allesamt über jede Kritik erhaben.


Außerdem habe ich bewiesen, dass er mir in Sachen Lehning, vom Wissensstand her bei weitem unterlegen ist.

In seiner Buchrezension, die er sich besser verkniffen hätte, folgte eine Fehleinschätzung auf die andere.

Seine tiefergehenden fachlichen Kenntnisse in diesem speziellem Bereich und bei diesem so komplexen Thema,
wie Lehning, sind offen gesagt stark begrenzt. Ist ja auch nicht weiter tragisch - wer kann schon alles wissen?

Seine journalistische Arbeit macht er ja gut!

 

Unsere Enzyklopädie wird mit der Zeit nahezu alle Rätsel um Lehning lösen und aufdecken. Wir stehen ja mit Band 3 gerade erst ganz am Anfang. Welcher Autor verschießt schon sein geballtes Pulver gleich zum Start? (!) 
Außerdem müssen wir uns, um streng bei Dietmar Strickers Zeitentabelle zu bleiben, am zeitlichen Erscheinen der Hefte orientieren und können nicht einfach wie wild d´rauf los aus dem Nähkästchen plaudern.


In Band 3 kommt nun zum Beispiel die leidige Sache mit Lehnings Dreifarbendruck zur Sprache, eben weil das
Phänomen in der darin behandelten Zeitspanne erstmals in Erscheinung trat.
Dann kommen die ganzen katastrophalen Streichungen durch die Freiwillige Selbstkontrolle.
Zudem lösen wir den seltsamen Fall des „Charlie Bood“, der eben nicht ab Nummer 33 sämtliche Abenteuer der
Weltgeschichte gezeichnet hat, was derzeit noch überall völlig falsch nachzulesen ist. Und das eben nicht nur
in Peter Skodziks Comic-Bibliographie von 1978 sondern auch in einem Werk, das ansonsten über alle Zweifel 
erhaben ist. ( Mein Jugendfreund wird mir die geringfügige Korrektur wohl verzeihen; denn so verbissen wie
mancher Andere sieht er die Sache mit den Comics nicht! )


Aber wir haben ja auch bereits einige große Lehning-Rätsel gelüftet. Zum Beispiel das mit der Beinahe-Pleite des
Verlags. Und vor ein paar Tagen schrieb uns noch der eben bereits schon erwähnte Leser Werner Weingandt aus Vohenstrauß sinngemäß: „Wir Heftlesammler begreifen erst jetzt, durch Ihre Buchreihe, nicht nur wann sondern auch warum einige Serien bei Lehning überhaupt erschienen sind.“

Er meint damit vermutlich Serien wie „Herr des Dschungels“ und „Den Grossen Akim“. Denn wer kannte schon vor Erscheinen unsere Buchreihe die tatsächlichen Hintergründe warum das so war? 

Okay, die Gründe für die Herausgabe von „Herr des Dschungels“ waren vielen bekannt, aber warum kurz darauf gleich die zweite Akim-Serie „Der große Akim“ herausgebracht wurde, das wiederum wussten die meisten nicht!

Das geht aber haarklein analysiert aus Band 2 hervor.

( Den kurzen Leserbrief von Werner Weingandt finden Sie übrigens in unserer gleichlautenden Rubrik. )

 

Na jedenfalls wird am Ende die geballte Informations-Lawine, die in der Enzyklopädie langsam Schritt für Schritt entfaltet wird, über alle Kritiker von gestern und heute hinwegfegen, die noch bis vor kurzem böswillig und herab- lassend von „Bilderbüchern“ sprachen.
Die werden dann von wesentlich besserem Wissen und bahnbrechenden Erkenntnissen derart überrollt werden, als wären sie unter eine Planierraupe geraten!
Ich bin mal vor allem auf die Reaktionen der Leute eines Tages gespannt, welche die Enzyklopädie bei Erscheinen von Band 1 noch für kalten Kaffee hielten - so wie hauptsächlich auch Gerhard Förster.

 

Der Mann ist ja keineswegs dumm und wird seine einstigen falschen Vorurteile auch irgendwann als Irrtümer einsehen. Ich habe ihm eigentlich bereits verziehen!
Er hat seine Lektion schon aus der Szene selbst abbekommen und den einen oder anderen Denkzettel erhalten!


Blitz:  Wie meinen Sie das?
Der Autor: Ein Beispiel - vor ein paar Tagen hat ein neuer Buchkäufer bei uns ein Abo abgeschlossen. Auf die Frage, woher er Band 1 und 2 bezogen hätte, antwortete er „von seinem Händler“..und schrieb, „dass auch der sehr viel von unserer Buchreihe und von unserer Verlagsarbeit halten würde, obwohl er nun wohl nicht mehr auf unserem Verteiler
stehen würde“.
Der Händler fand aber Försters Attacken in der Sprechblase, angesichts unserer tollen Buchreihe, wohl derart abstoßend und abartig und kündigte umgehend Försters Sprechblasen-Abo, sowohl für sich als auch für seinen Kunden. Ob es jetzt nur der eine Kunde war, oder mehrere, das weiß ich nicht.
Ich meine - so was tut weh - das schmerzt - und das war bestimmt für Förster kein Einzelfall.


All die Leute, die unsere Bücher kaufen und gleichzeitig die Sprechblase beziehen, denen kann man schließlich kein X für ein U verkaufen. Die bilden sich doch selbst ihre Meinung; das sind gestandene Männer über 50 - die kennen sich mit Comics aus.
Wenn diese Leute unsere Bücher lesen, und sie gut finden, dann kann denen die Sprechblase soviel erzählen wie sie will - die Leute bleiben bei ihrer Meinung und lassen sich den Spaß an ihren Büchern nicht verderben.

Ganz im Gegenteil! Manche reagieren auf so was sehr sauer, wenn sie lesen müssen wie alles durch den Dreck gezogen wird, was sie gerade so toll finden, und klatschen ihre Sprechblase wütend in die Ecke!

 

Es kommt bei unserer Buchreihe aber noch ein weiterer Faktor hinzu, der ganz entscheidend ist und mit dem Förster und Co nie und nimmer gerechnet hätten:
Viele Leser verspüren durch den Fortsetzungs-Charakter unserer Reihe wieder das ursprüngliche Suchtverlangen ihrer Jugend zurückkehren und das beglückende, längst verflogen geglaubte Gefühl des Sammelns wiederkehren, wenn es damals bei Lehning hieß „Fortsetzung folgt“.
Dieses Phänomen wird nun auch durch unsere Bücher vielfach wieder neu ausgelöst. Der Leser blättert sich durch die traumhaften Titelbilder seiner verblassten Jugend - entdeckt das eine oder andere Heft wieder, wird an schöne Zeiten erinnert und plötzlich ist das Jahr, in dem er gerade so genüsslich geblättert hat zuende. Dann heißt es auch bei uns „Fortsetzung folgt!“
...Und der Leser kann den Monat gar nicht schnell genug erwarten, bis das nächste Buch erscheint und in dem er weiter in seiner Kindheit blättern kann.
Und dagegen kommt keine Macht der Welt an. Da könnte Förster schreiben was er wollte. Am Ende würden sie ihn für seinen Mist, den er verzapft, sogar noch steinigen.


Einer muss sogar mal gesagt haben „Hoffentlich erlebe ich noch den Tag an dem Band 10 erscheint!“
Der Mann hat bereits sein Leben an unseren Büchern festgemacht - überlegen Sie sich das mal!

Hatte Angst, er würde womöglich vorzeitig den Löffel abgeben, bevor er das letzte Buch unserer Lehning-Reihe gelesen hat. Das bedeutet - die Leute stehen auf die Buchreihe - sie lieben sie!

 

Na ja, soviel zu Förster und zu seinem gravierendsten Fehler seit den letzten paar Jahren. Für mich selbst ist die Sache eigentlich abgeschlossen. Förster hält sich ja auch neuerdings bedeckt. Ich habe jedenfalls seit Monaten nicht mehr vernommen, dass er sich nochmal irgendwo negativ über mich, die Bücher und unseren Verlag geäußert hätte.
Er ist demnach vielleicht schon auf dem Weg der Besserung!  Wer weiß.....

 

Blitz: Herr Autor, ich habe aber noch ein paar ganz andere Fragen an Sie. Darf ich ?

 

                       

 

 

 

Blitz: Danke Herr Autor, dass Sie sich nochmal die Zeit genommen haben unser kleines Interview fortzuführen.
Herr Autor, Sie haben bei unserem letzten Gespräch etwas gesagt, das mir doch leicht zu denken gab.
Sie äußerten sich in etwa sinngemäß dahingehend, dass Ihre Kritiker Ihnen vorwiegend Ihre persönliche
Anerkennung missgönnen, die Sie mittlerweile in der Comic-Szene genießen, und dass es denen dabei weniger
um die Buchreihe selbst geht. Habe ich das so richtig interpretiert?

 

Der Autor:  Ja, ich glaube, das kann man mehr oder weniger so sagen.
Es ist ihr verletztes Ego, das diesen Leuten Sorgen bereitet. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendeiner meiner Kritiker jemals vorhatte ein Buch in Sachen Lehning herauszubringen. Geschweige denn eine ganze Buchreihe.
Ich denke, diesen Gedanken kann man ersatzlos streichen.
Oder könnten Sie sich etwa vorstellen, dass ein „Neander“ - ein „Apache“ -  ein „Mick Baxter“ - oder ein „Pinkie“

jemals die Absicht gehabt hätte, ein Buch über Lehning zu veröffentlichen? Ich glaube das jedenfalls nicht.
Also ist das auch nicht der springende Punkt für deren Kritik. Die haben alle genug mit ihren eigenen Sachen zu tun.
Gleiches gilt auch für Gerhard Förster. Der arme Mann kann ja ohnehin schon jedes mal ein Stoßgebet loslassen,
wenn seine Sprechblase einigermaßen pünktlich herauskommt. Also, wer bliebe da noch übrig?
Lothar Schneider - ganz bestimmt nicht - der ist in Entenhausen zuhause.
Also aus meiner Sicht gäbe es hierfür auf weiter Flur keinen einzigen Kandidaten!

 

Blitz:  Aber warum kritisieren die besagten Leute Ihre Buchreihe derart vehement, wenn sie selbst Derartiges nie ins Auge gefasst hatten?

 

Der Autor:  Das kann ich Ihnen sagen: Ich denke kaum der Bücher selbst wegen. Der Grund ist ein anderer.
Die sehen einzig und allein ihr Ego stark gefährdet - dass ihnen jemand von außen ihre Kompetenz streitig machen könnte!  Indem sie von heute auf morgen plötzlich nicht mehr als die großen Experten angesehen werden, für die sie sich schulterklopfend selber halten.


Die hatten in den letzten zwanzig Jahren der Dürre auf dem Gebiet der Sekundärliteratur, in der Zeit des
ausgetrockneten Bodens rund um die vergessene Lehning-Oase, das sichere Gefühl, dass sie die Einzigen wären,

die mit Weisheit und Wissen gesegnet sind. Nun plötzlich erweist sich ihr lieb gewonnenes Selbstbild als Fatamorgana. Denn wer wird diese Leute künftig noch fragen oder um fachlichen Rat bitten, wenn alles über Lehning bereits in meinen Büchern steht...?  Niemand mehr!  Und das ist der springende Punkt!
Dabei lasse ich der Gruppe ja trotzdem noch ein stadion-großes Spielfeld auf dem sie sich nach Herzenslust
austoben können.

 

Blitz:  Und das wäre?

 

Der Autor:  Die können ja immerhin noch über ihre heißgeliebten „italienischen Wurzeln“ wettstreiten, ein Gebiet, das in meiner Buchreihe über die Deutschen Ausgaben keine Beachtung findet.
An dem Thema dürfen die sich ja noch genug die Zähne ausbeißen. Mich interessiert das nicht!

 

Blitz:  Herr Autor, es gibt ja auch Leute die nörgeln auch hin und wieder an der von Ihnen gewählten Typografie herum - also am Seitenaufbau Ihrer Bücher. Was sagen Sie denn dazu?

 

Der Autor:  Ich hatte nie vorgehabt, eine ausgetüftelte Typografie für meine Buchreihe zu entwickeln, die nach kunsthandwerklichen Gesichtspunkten den höchsten grafischen Anforderungen entsprechen würde.
Ich wollte lediglich den Eindruck alter Lehning-Hefte erwecken.
Zu diesem Zweck habe ich einen typischen Lehning-Rahmen als Basis für den Seitenaufbau gewählt, so wie er sich damals auf den Rückseiten nahezu sämtlicher Piccolo-Sonderbände befand.
Die Liebhaber der alten Hefte erkennen diese Struktur sofort wieder und sie gibt ihnen das Gefühl in alter Lehning-Lektüre zu blättern. Das war Sinn und Zweck dieser typografischen Konstante und nicht etwa eigene grafisch vollendete Vorstellungen zu verwirklichen.

 

 

Der grafische Rahmen alter Lehning-Rückseiten,
wie hier rechts außen abgebildet, dienten als Konzept für das Buchlayout.

Blitz: Danke Herr Autor, wussten Sie eigentlich, dass man Sie mittlerweile in der Kritiker-Riege als den „Einzigartigen“ bezeichnet und Ihren Verlag als den „Kuhlewind-Orden“?

 

Der Autor:  Nein, das ist mir neu! Aber was ist das auch nur wieder für ein ausgemachter Quatsch? (!!!)

 

Blitz:  Haben Sie denn schon mal etwas vom „Kuh-glucks-Kahn“ gehört?

 

Der Autor:  Ja, aber der ist ausgerottet und schreibt sich übrigens anders!  Aber warum meinen Sie?

 

Blitz:  Weil Sie dem mittlerweile zugeordnet werden, seit einer aus „dem Clan“ für Sie Partei ergriffen hat.
Und was halten Sie eigentlich von dieser ganzen Nicknamen-Clique, die sich im Internet tummelt, wie „affentanz“, „Pickie“ und wie sie alle heißen?

 

Der Autor: Alles weitgehendst unscheinbare, nichtssagende Gestalten, wenn man die in Natura sieht.
Ihre Nicknamen-Leitbilder verraten aber schon viel über deren innere Einstellung und Gesinnung.
Wer solche Leitbilder mit der eigenen Persönlichkeit, die schließlich dahinter steckt, in Einklang bringt, muss schon ein schlimmes Selbstbild von sich haben. Um das zu erkennen, braucht man kein Psychologe zu sein.
Das liegt angesichts solch selbstgewählter Logos auf der Hand.

Der Autor: Ich will es mal klarer ausdrücken: Während ich die schönsten Models der Welt rund um den Globus gef........ habe, haben die Typen in einem LKW oder in einem schäbigen Büro gesessen, in der Nase gebohrt, ihre hässlichen Pickel ausgedrückt die Tapete angestarrt und vergessen sich ihre fettigen Haare zu waschen.


Heute hängen sie den ganzen Tag vor ihrem Computer ab, weil ihre Frauen sie verlassen haben, und lästern über andere Leute. Schlimmer noch - sie kritisieren Bücher, die sie gar nicht gelesen haben, weil sie ohnehin keine Ahnung davon haben und Lehning ihnen scheißegal ist.

 

Blitz:  Und was halten Sie von dem „Möchtegern-Layouter G´nehm“?


Der Autor:  Nichts! Auch so ein armer Teufel. Eigentlich ein Schlafwandler. Märchenbuch-Schreiber. Wichtigtuer!  Völlig neben den Schuhen. Sehen Sie sich doch sein Logo an; dann wissen Sie schon alles: Sandmännchen in Person.
Solche Typen hat man früher in den Arsch getreten oder ich ließ kurzerhand Lokalverbot verhängen.

Auf dem Ring in Köln hätte der nach 22:00 Uhr keine Chance gehabt!

 

Blitz: Und wie stehen Sie mittlerweile zum Handel? Die Einstellung Ihres Verlages hat sich ja in der Öffentlichkeits- arbeit gegenüber dem Handel stark gewandelt.

 

Der Autor: Ja das stimmt! Am Anfang hatten wir den nachvollziehbaren Wunsch, das Geschäft möglichst alleine zu machen und bis auf einige Premiumhändler den Handel weitgehend zu umgehen oder auszuklammern.
Wir würden am liebsten immer noch den größten Teil unserer Bücher selbst verkaufen, weil dadurch für uns unter´m Strich mehr hängen bleibt. Aber wir haben mittlerweile eingesehen, dass wir den Handel brauchen.
Wenn ein Kunde ein Buch kaufen möchte, ist es die normalste Sache der Welt in ein Büchergeschäft zu gehen, oder wie in unserem Fall zum Comic-Händler. An dieser Grundeinstellung der Verbraucher lässt sich nur wenig ändern.
Bestes Beispiel: Ein Kunde will sich einen Hochdruckreiniger kaufen. Was macht er - er fährt zum Baumarkt oder zum Fachhändler. Kein Mensch käme auf die Idee einen direkt bei „Kärcher“ zu bestellen.

 

Außerdem gibt es immer noch mindestens einhundert Sammler, die mit dem Internet nichts am Hut haben und daher vermutlich gar nichts von unserer neuen Buchreihe wissen. Alle zwei oder drei Monate fahren die aber zu ihrem Comic-Händler, um zu sehen was es Neues gibt. Wenn eines unserer Bücher dort steht, springt sehr leicht der Funke
über. Deshalb stellen wir neuerdings auch allen unseren Händlern leicht lädierte Ansichtsexemplare kostenlos zur Verfügung, die sich ohnehin nicht mehr verkaufen lassen, worin aber die Kunden unbesorgt blättern können.
Wer sich für Lehning interessiert oder für 50er-Jahre Comic-Illustrationen ganz allgemein, und unsere Bücher aufschlägt ist in fast allen Fällen hin und weg!
Ernsthafte Lehning-Fans werden angesichts dieser Bildfülle garantiert nicht widerstehen können!

 

Blitz:  Und wie sind Sie mit dem Absatz Ihrer Bücher zufrieden?


Der Autor: Gut. Die Reihe läuft gut. Andere könnten davon leben!

 

Blitz:  Sind Sie und Ihr Verlag denn noch an neuen Händlern interessiert?


Der Autor:  Ja, warum nicht! Jeder Händler ist uns willkommen!

 

Blitz:  Wie sehen denn die Rabattsätze für den Handel aus?


Der Autor:  Der Höchstsatz liegt bei 30%. Und zwar ohne wenn und aber!


Blitz:  Spielen die Händler denn da noch mit? Ich habe gehört, das wäre im Allgemeinen auf dem Comic-Sektor zu wenig.


Der Autor:  Klaro! Die meisten spielen mit. Die Bücher verkaufen sich schließlich fast wie von selbst. Fast jedes Buch, welches der Handel bestellt, wurde ja bereits vom Kunden vorbestellt. Der überwiegende Teil sogar fest im Abo.


Blitz:  Und trotzdem, ist das nicht ein bisschen zu mager für den Handel, der teilweise mit 50% verwöhnt wird?


Der Autor:  Nein!  Bei 30% kassiert der Händler 21,- Euro pro Buch. Das ist dreimal soviel wie bei einem normalen Album. Und er geht kein Risiko ein, da die meisten Händler bei uns die ohnehin schon fest vorbestellte Menge ordern. Er braucht den Band nur einzupacken und weiter zu verschicken. Liegen bleibt dabei kein einziges Buch.

Bestes Beispiel ist Band 2. Sehen Sie mal bei Ebay rein oder bei Amazon nach - da stehen höchstens noch drei
Exemplare drin. Alle anderen sind verkauft.


Blitz:  Aber von Band 1 findet man immer noch zehn! Wie kommt das?


Der Autor:  Das kann ich Ihnen sagen - die Welle der Bekanntmachung damals - ab Mitte 2015 - war so groß, da hat fast jeder Händler gedacht - „da leg ich mir mal gleich ein paar mehr von hin!“ -
Aber das war eine Fehlspekulation!  Denn fast jeder ernsthafte Lehning-Interessent hatte das Buch bereits.
Jetzt sind leider einige zu viel bestellte und damit unverkaufte Exemplare auf dem Markt, die z.Zt. kein Mensch mehr braucht. Mein Verlag schätzt etwa 25 - 30 Exemplare, die sich voraussichtlich nur sehr langsam abverkaufen lassen, und zwar an die Zielgruppe, von der ich eben sprach - die noch nichts mit dem Internet am Hut haben und dann
zufällig das Buch beim Händler im Laden sehen. Die sind zwar rar gesät, aber auf die müssen die betreffenden Händler eben warten. Aber auch die Ladenhüter gehen noch weg. Geduld!  Jedenfalls kann von „Wertsteigerung“
bei diesem ersten Band im Moment noch nicht die Rede sein, wie einige enthusiastisch geschrieben haben.
Bei Band 2 sieht die Welt schon wieder anders aus! Jedenfalls, aus dem Überschuss-Angebot von Band 1 haben die Händler viel gelernt und Band 2 bedächtiger eingekauft.
Und dieses Buch ist über den Vertriebsweg Handel auch beinahe schon ausverkauft.

 

Blitz:  Aber jetzt habe ich noch eine ganz wichtige Frage! Was halten Sie von den Neuproduktionen der Sigurd- und Nick-Großbände, von denen man in letzter Zeit so viel hört?


Der Autor:  Bitte ein anderes Mal, für heute hab´ich genug. Sie wissen ja - Fortsetzung folgt!

 

                                                  

Blitz:  Herr Autor, nach unserem letztem Gespräch hatte ich ein wenig den Eindruck, dass Sie von der Comic-Szene allmählich enttäuscht sind, oder besser gesagt die Schnauze voll haben, in Anbetracht der ätzenden Kritiker, die Sie erwähnten. Stimmt das oder sehe ich das falsch ?

 

Der Autor:  Ja, manchmal steht mir die ganze Szene bis Unterkante Oberlippe - aber dann besinne ich mich wieder darauf, dass es ja schließlich nur eine kleine Minderheit von höchstens zwanzig Leuten ist, die im Internet Opposition ergreifen.

 

Dem gegenüber steht aber eine erfreuliche und wesentlich größere Zahl an absoluten Befürwortern unserer Buchreihe, die ganz heiß darauf sind, dass und wann das nächste Buch erscheint.
Bestes Beispiel dafür verdeutlichte das Erscheinen von Band 2:  Als wir am 1. und 2. März sämtlichen Abonnenten das neue Buch per Vorkasse in Rechnung stellten, waren zwei Tage später schon über 60 überweisungen auf unserem Konto ( über sechzig! ).  Und am folgenden Tag schon wieder dreißig.
Einen besseren Beweis für das herbeigesehnte Buch gibt es doch gar nicht!


Normalerweise zögern die Leute doch immer wenn es um Geld geht und schieben alles auf die lange Bank, auch weil das Ausfüllen der Überweisungen heutzutage so lästig ist.
Bei unseren Büchern geschieht das aber nicht - jeder will der Erste sein und überweist quasi postwendend.

 

Blitz:  Ja, das spricht tatsächlich für sich.  Auch ohne Leserbriefe. 

 

Der Autor:  Was aber noch viel wichtiger ist - wir haben durch unsere Buchreihe auch eine Menge guter Freunde gewonnen.  Mit manchen telefoniere ich alle 10 bis 14 Tage regelmäßig.  Mit einigen sogar stundenlang.
Mit anderen habe ich regelmäßigen E-Mail-Kontakt - so erfahre ich im Grunde alles.
Gleiches trifft auf unsere Verlegerin zu - auch sie hat eine treue Anhängerschaft, mit der sie manchmal noch bis spät in die Nacht korrespondiert.

 

Viele sind absolut selbstlos und versorgen uns mit neuen Informationen, senden Bilddokumente über alte Zeitungs-

beilagen aus USA, Frankreich und Italien mit seltenen Comics, von denen sie glauben, dass wir sie verwenden könnten. Manchmal werden uns sogar alte Originalseiten geschenkt.


Zuletzt fehlte mir aus den Jahren 1960/1961 eine komplette Lehning-Serie, die ich einfach nie gesammelt hatte.

( Aus reinem Desinteresse daran ).  Ein bis dahin unbekannter neuer Leser bot sich von sich aus an, uns die Titelbilder alle einzuscannen, da er im Gespräch herausgehört hatte, dass die Serie mir fehlt. 
Aber wegen der hohen Qualitätsauflagen, die wir uns gesetzt haben, war das mit seinem 300dpi-Scanner aber kaum machbar und außerdem hätte ich damit noch keinen Einblick in die Hefte selbst gehabt, um sie vom Inhalt her beschreiben zu können.
Unser Leser hat nicht lange gezögert und uns seine Top-Sammlung sofort ( hoch versichert ) zugeschickt.
Also Hut ab - das sind doch Freunde; denn wer macht denn so was schon!
Und das Schönste war - als kleines Präsent legte er mir noch zwei Tarzan-Originalseiten aus den 40er Jahren bei, weil er wusste, dass ich mich für Hogarth interessiere. ( Wow! kann man da nur sagen ).
Also, so was baut einen natürlich richtig auf!

 

Ebenso selbstlos ist schon seit Monaten meine Freundschaft mit Kai Stellmann, der früher sein eigenes Magazin „Comics-Markt“ hatte. Wir tauschen uns ständig aus, weil er sich im Bereich früher US-Comics bestens auskennt,

die für mich für ein anderes Buchprojekt interessant sind.

 

Genau so tief verwurzelt ist mittlerweile meine enge Freundschaft zu Rainer Scherr von der ComicsBox.
Er ist wirklich ein Supertyp! 

Seit einem Jahr steht unsere Buchreihe mit allen News und Leseproben auf der Startseite seiner Website. Und dass, ohne dass er auch nur eine Gegenleistung dafür verlangt!
(Und das muss einfach betont werden!)  

Ganz im Gegenteil - Als wir damals im Clinch mit Becker gerieten, und der wegen der fehlenden Urheberrechte von Wäscher auch von der Comicsbox verlangte, unsere Buchankündigung von seiner Website zu nehmen, hat sich Rainer Scherr überhaupt nicht beirren lassen und an das Erscheinen unserer Buchreihe fest geglaubt, worauf Becker ihm prompt die Freundschaft kündigte.

Sogar die Buchbestellungen von Scherr hat Becker daraufhin storniert, weil sich Scherr eben nicht in seiner

Entscheidung beeinflussen ließ. Die Zeit hat ihm ja auch später Recht gegeben.
Und Becker schaut heute noch in die andere Richtung, wenn sich die Beiden auf der Messe begegnen.
So was schweißt einen natürlich zusammen und mittlerweile sind wir echte Freunde.  Zu Weihnachten gab es dieses Jahr sogar kleine Geschenke!

Also, wenn alle so wären - das wär´toll!


Auch zu Manfred Günther habe ich mittlerweile einen sehr guten Kontakt, der allerdings weniger privater Natur ist - aber wir tauschen uns aus, weil auch er die ganze Anti-Stimmungsmache gegen unsere Buchreihe in den Foren hasst und für unsere Sache stets Partei ergriffen hat.  Wenn er uns dann eine Anfrage per E-Mail schickt, was es mit diesem oder jenem auf sich hat - dann schenken wir ihm natürlich reinen Wein ein. Er gehört mittlerweile zu dem Kreis der Eingeweihten, die Genaueres immer zuerst erfahren.

 

Auch Jürgen Hüfner von der Club-Info ist ein Super-Typ. Ich glaube, unsere Buchreihe ist mittlerweile für ihn das Schönste was es gibt. Er hat mir einmal geschrieben: „Ich werde immer zu euch halten!“
Auch Joachim Geier ist einfach klasse!  So gibt es viele Leser und Freunde mit denen wir uns bestens verstehen -

und ich glaube, diese Beziehungen gehen auch nicht mehr in die Brüche!

 

Ich denke, wenn alle so wären, würde mir die Arbeit an meinen Büchern noch mehr Spaß machen als bisher.
Aber im Grunde mache ich die Reihe ja sowieso nur für diese Leute und für deresgleichen echter Liebhaber.

 

Wir wünschen uns auch vom Verlag her, und ich persönlich auch für mich, mehr von diesen positiven Kontakten.
Das gibt mir was!  Ich rede gerne mit Lehning-Liebhaber, die an der Sache richtig Spaß haben!
Jeder kann mich anmailen - ich antworte meistens noch am gleichen Tag.  Und ich tausche mich auch gerne mit Lesern aus!

 

Blitz:  Ihr habt´s gehört: wer also Kontakt zum Autor haben möchte, der sollte ihm einfach schreiben.
Das ist ganz ähnlich so, wie früher beim Lehning-Verlag. Da gab´s auf den inneren Umschlagseiten der Piccolos auch immer Club-Infos. Und am Schluss hieß es: „...schreibt mir, Euer Hans-Jürgen!“
Nur heute eben nicht mehr per Post, sondern halt per E-Mail!

 

Der Autor:  Danke, für das nette Gespräch!

 

Blitz:  Aber halt, jetzt habe ich noch meine wichtigste Frage auf dem Herzen!
Was halten Sie von den Neuproduktionen der Sigurd- und Nick-Großbände?

 

Der Autor:  Haben Sie mich das nicht schon mal gefragt?  Beim nächsten Mal - ich muss jetzt weg!

 

Blitz:  Herr Autor, das ist wirklich nett von Ihnen, dass Sie sich heute nochmal kurz die Zeit genommen haben,

um für unser kleines Interview erneut Rede und Antwort zu stehen. Sie müssen ja wahrscheinlich noch Ihre Kois füttern.

 

Der Autor:  Ja, Sie haben Recht - und nicht nur die Kois; auch meine französischen Weinbergschnecken brauchen noch ihren Salat, sonst gedeihen sie nicht richtig und das angesagte Schneckenessen mit Freunden fällt im Herbst ins Wasser. Also, was haben Sie auf dem Herzen?

 

Blitz:  Ja, das ist etwas, das ich Sie eigentlich schon immer einmal fragen wollte - welche Serien sind eigentlich Ihre absoluten Lieblings-Comics?

 

Der Autor:  Die Frage ist recht einfach zu beantworten: Ich lasse mich da immer von meinem Bauchgefühl und von meinen Emotionen leiten. Es gibt Hefte, die muss ich einfach unbedingt zweimal im Jahr lesen, sonst fehlt mir etwas - sonst fühle ich mich einfach nicht wohl!  Die stellen mein seelisches Gleichgewicht wieder her.
Die befriedigen meine unbenannte und innere Sehnsucht nach Harmonie! ...Mein Wohlbefinden.


Blitz:  Und die wären?

 

Der Autor:  Absolut fraglos meine alten Micky Maus-Hefte!  Genauer gesagt die Jahrgänge von 1951 - 1955.
Ich muss sie nicht immer alle lesen, aber ein paar hintereinander schon. Nicht nur weil das meine allerersten Comics waren, mit denen ich mit sechs Jahren das erste Mal in Berührung kam - nein es waren und es sind auch bis heute noch die aller- allerbesten, die es je gab und die es je geben wird.


Carl Barks hat darin wirklich eine ganz eigene, neue Welt erschaffen, die es bei uns in der Realität nirgendwo gibt.
Und seine Kollegen, die Micky Maus, die drei kleinen Schweinchen, Pluto und all die anderen wundervollen Geschichten schufen, standen dem in nichts nach.


Wenn ich darin nicht mindestens einmal alle vier oder fünf Monaten blättere und lese, ganz wahllos irgend was,
dann fehlt mir etwas!  Dann bekäme ich womöglich Entzugserscheinungen.
Auf meinem Schreibtisch in meinem Comic-Zimmer liegen immer einige alte Micky Maus aufgeschlagen herum.
Alleine schon wenn ich einen Blick darauf werfe, verleiht mir das ein zufriedenes Gefühl. Ein Wohlbefinden der Wärme, eine unbezahlbare Jugenderinnerung - das Gefühl, mit gestern und heute zu Hause zu sein und in Einklang zu stehen.


Blitz:  Was schätzen Sie, macht denn diesen besonderen Reiz aus?

 

Der Autor: Die Disney-Künstler hatten damals nicht nur lustige Geschichten gezeichnet, so wie heute auch noch,
sondern gleichzeitig eine absolut vollkommene und perfekte Welt erschaffen, die es in Wirklichkeit nirgendwo gibt.
Sehen Sie sich nur einmal die Orte an, wo all diese Figuren „leben“. Selbst bei den drei kleinen Schweinchen scheinen sämtliche Grünflächen immer frisch gemäht zu sein. Alles ist aufgeräumt und gepflegt.
Sogar die finsteren Wälder mit den sprechenden Bäumen in denen alte Eulen die Richter und Notare spielen, gleichen einem Park.

Auch die Großstadt, wenn von Entenhausen die Rede ist, ist traumhaft schön und übersichtlich. Es gibt nur eine Bank und die gehört Dagobert Duck. Nur einen Glückspilz und das ist Gustav Gans - nur einen Erfinder - Daniel Düsentrieb. Die Neffen sind natürlich im Pfadfinderclub, Daisy im Frauenverein und Donald immer arbeitslos.
Außerdem nimmt er in jeder Story einen anderen Job an - als Teigwaren-Verkäufer - als Postbote - als Bahnvorsteher und was weiß ich nicht alles. Und sämtliche einhundert Haupt- und Nebendarsteller sind von Natur aus überaus sympathisch. Das ist eine Welt ohne Makel, wo jeder gerne wohnen möchte - ein wahres Paradies! Ich fühlte mich dort vom ersten Augenblick an immer zu Hause. Mehr als in meiner realen Welt. Das können wirklich nur echte Disney-Fans voll und ganz nachvollziehen.

 

Blitz:  Und wenn Sie so begeistert sind, warum dann hauptsächlich nur für die ersten Hefte bis Ende 1955?

 

Der Autor:  Das ist bei jedem Comic so  -  am Anfang steht den Schöpfern die ganze Welt ihrer frei zu entfaltenden
Fantasie zur Verfügung. Nach ein paar Jahren ist der beste Stoff verarbeitet und jeder Künstler tut sich schwer damit, noch etwas Gleichwertiges zu schaffen, was mit dem bereits Bestehenden mithalten könnte.


In Deutschland hatten wir ein Riesen-Glück, dass sich Frau Dr. Fuchs als Chefredakteurin des Ehapa-Verlags um die Auswahl der aus Amerika angebotenen Geschichten gekümmert hat.
Sie hat mit sehr viel Sachverstand von dem Riesenangebot an möglichen Storys intuitiv nur die besten ausgesucht -
und dann noch in einer unglaublich faszinierenden Weise ins Deutsche übersetzt.

Die Frau war ein Genie - ohne sie wären unseren alten Hefte ganz anders ausgefallen! Und nur halb so gut!

 

Blitz:  Das hab´ ich verstanden!  ´Werde mir für mein seelisches Wohlbefinden auch mal wieder ein paar „55er“ zu
Gemüte führen. Aber noch eine Frage: Und welche Comic-Serie bevorzugen Sie als Zweites sonst noch?

 

Der Autor:  Auch da lasse ich mich wieder von der gleichen inneren Leidenschaft leiten, die tief aus meinem Bauch heraus kommt, und die mein Herz und meine Seele nachdrücklich berührt - und auf die ich auch mindestens einmal im Jahr als Lesender und Staunender zurückgreifen muss um nicht unglücklich oder frustriert zu werden.
Aber ich würde die Reihe keinesfalls als „Comics“ bezeichnen!

 

Blitz:  Und die wäre?

 

Der Autor:  Prinz Eisenherz! 

In keiner gezeichneten Story auf dieser riesigen Welt steckt mehr Liebe, Erfahrung, Glück, Sehnsucht und Poesie als in Fosters unendlich beglückendem Epos vom Prinzen Eisenherz und den Rittern seinerTafelrunde.

Foster ist für mich der perfekteste Erzähler und Zeichner überhaupt.


Nicht nur, dass seine Zeichnungen absolut authentisch und großartig bis ins letzte Detail realisiert sind; er nahm sich
auch alle Zeit die er wollte, um ganz kleine Geschichten am Rande erlebnisnah zu schildern. Außer ihm fällt mir kein zweiter Autor und Zeichner ein, der das je ähnlich wie er realisiert hätte. Er war ein absolutes Ausnahme-Genie!


Dennoch glaube ich, ging ihm persönlich die Geschichte von des Prinzen Jugend im Nachhinein selbst viel zu schnell.
Rückblickend hätte er diese schönste aller Epochen am liebsten noch weiter in die Länge gezogen.

Nicht umsonst hat er später eine zweite Geschichte veröffentlicht, bei der es um das Heranwachsen zweier absolut ungestümer Burschen der gleichen Zeitgeschichte ging - „Die Abenteuer zweier Ritterknaben“. Eine Story, die er bei
Eisenherz nicht mehr nachholen konnte, weil der bereits erwachsen und mittlerweile schon selbst Vater war.

 

Blitz:  Welche Erinnerungen verbinden Sie denn ganz persönlich mit Prinz Eisenherz, mit Thule und Camelot?

 

Der Autor:  Au weia, unendlich viele! 

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Tage als ich zwölf oder dreizehn war.
Auf der Hauptgeschäftsstraße unseres Vorortes von Köln gab es ein Büchergeschäft. Im Schaufenster faszinierte mich irgendwann im Vorübergehen plötzlich ein Buch, obwohl ich mich mein junges Leben lang noch nie großartig für Bücher interessiert hatte.

Auf dem überwältigendem Titelbild stand in roter und altdeutscher, ich glaube in gotischer Schrift mit dunklem Schatten ein Name: „Prinz Eisenherz“ - welch ein Name ! - Ein Prinz mit einem eisernen Herzen.
Und darunter in einer gelb eingefärbten Pergamentrolle, wie aus dem Mittelalter entlehnt, die Zeile „ Im Mittelmeer“.
Dann ein atemberaubendes Bild darunter -  der junge Held alleine auf einem kleinen Segler im blauen Meer umher irrend, stehend und Ausschau haltend. Vor den dahin ziehenden weißen Wolken, nach irgend etwas Unbekannten wohl suchend.


Ich bekniete meiner Mutter inständig - und ich bekam schließlich die Sieben-Mark-fünfzig und durfte mir endlich dieses Buch kaufen. Im Zimmer zog ich mich in einen bequemen Sessel zurück und studierte die berauschenden Seiten.
Ich schlürfte dabei süßen, heißen Tee und knabberte genüsslich die letzten Weihnachtsplätzchen auf.
Nachdem ich mir den Ort der Handlung - die südlichen Gefilde - verinnerlicht hatte, war mir plötzlich auch nach eingelegten Pfeigen und Datteln zumute, die um die Weihnachszeit angeboten wurden, und das gesamte Mittelmeer-Abenteuer eines nordischen Prinzens wurde zu meinem eigenen, persönlich ergreifendem Erlebnis.

 

Ich liebte vor allem die schönen Prinzessinnen Thetis und Ariadne, die Töcher des weisen Königs Lamorack und tauchte in seine mittelalterliche Welt so tief ein, wie sie mir nie ein Lehrer in der Schule hätter je näher bringen können.
Ein Satz beeinduckte mich dabei besonders, mit welchem Foster die Schönheit der beiden Prinzessinnen beschrieb:

„Thetis, die Dunkle, war wie eine Sternennacht. Ein Blick in ihre Augen wärmte dem Greise das Herz und raubte dem Jüngling den Frieden. Die Dichter hatten es leicht, ihre Schönheit zu besingen.
Von ganz anderer Art war Ariadne, ihre Schwester. An ihr war alles Licht, Lachen und trällender Gesang.
Man sagte ihr nach, dass ihrem Tanzschritt der Frühling folgte, dessen Lieblingstochter sie sei, und dass ihr die Sonne selber die Farbe ihres Haares verliehen habe.“

 

Welch beeindruckende großen Worte für einen Zwölf- oder Dreizehnjährigen. So stellte ich mir von nun an Frauen vor.
Harold Foster hatte sie nicht nur, wie andere Schriftsteller mit Worten beschrieben, sondern sie auch vorstellungsnah
zeichnerisch zu Papier gebracht. Schöner konnten Frauen einfach nicht sein, als wie er sie gezeichnet hatte.


Hal Foster war für mich der größte Geschichtenerzähler aller Zeiten - und er ist es auch heute noch, und nicht nur für mich! Es gibt Niemanden unter allen Zeichnern, der jemals an ihn herankäme!

 

Blitz:  Aber Sie verehren doch über alles Burne Hogarth, den großen Tarzan-Zeichner, über den Sie doch nach
eigenen Verlautbarungen bereits 1.100 Seiten erstklassiger Buchseiten mit etwa zwei- oder dreitausend

Farbillustrationen fertiggestellt haben. Was ist denn damit, was ist denn mit dem?

 

Der Autor:  Hogarth ist ein ganz anderes Kapitel.  In Punkto Tarzan war er Forster weit überlegen, vor allem auch anatomisch gesehen.
Aber Forster war zweifelos der bessere Erzähler, rein schriftstellerisch  kam Hogarth nicht an ihn heran.
Außerdem gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen den Beiden!

 

Blitz: Und der wäre?

 

Der Autor:  Bei Hogarths Tarzan können Sie vier zeichnerische Entwicklungsprozesse feststellen, in welchen sich sein Held vom schmalbrüstigen Affenzögling, von Baum zum zu Baum schwingend, immer weiter zur ausgereiften
Persönlichkeit entwickelt.

Hogarth hat Tarzan schließlich von Foster übernommen, der beim United Feature Syndicate gekündigt hatte, um Eisenherz zu realisieren. Auf der Suche nach einem Nachfolger hatte Hogarth die Ausschreibung mit Bravour unter hunderten Mitbewerbern gewonnen und bekam diesen Traumjob in den düsteren Zeiten der Rezession, war aber zu Anfang strikt gehalten,Tarzan an das gewohnte Erscheinungsbild, welches ihm Foster verliehen hatte, möglichst genau anzupassen. Hogarth gelang das so gut, dass kein Mensch mehr in der Lage war Hogarths Tarzan von dem von Foster auseinander zu halten. Das war seine erste zeichnerische Phase. Dem folgten noch drei weitere.

Im Endeffekt hatte Hogarth aus Tarzan eine völlig neue Heldenfigur in bis dahin unbekanntem Ausmaße erschaffen.
Aus seinem Tarzan war im vorletzten, kommerziellem Stadium so eine Art „Terminator“ des Dschungels geworden. Lange bevor es Arnold Schwarzenegger im Kino gab!

Ein Mann der keine Gnade kannte - weit weg von der ursprünglichen Foster-Version. Tarzan schwang sich von da an nicht nur von Baum zu Baum und kämpfte mit dem Messer in der Hand gegen wilde Dschungeltiere.

Er kämpfte auch nicht ethisch fair wie Eisenherz - im Gegenteil - wie eine Raubkatze schlich er sich an seine Gegner

heran und schnitt ihnen von hinten die Kehle durch. Tarzan kämpfte dank Hogarth einen rationalen Kampf, der

ausgerichtet war auf schnelles, lautloses töten. Es mussten in der Filmgeschichte erst zwei-einhalb Jahrzehnte ver-

vergehen, bis  ein Anderer das gleichtat - und das war James Bond.

 

 

Blitz:  Und wo ist da der Unterschied zu Foster?

 

Der Autor:  Die Frage ist gut!  Foster war von Anfang an bereits ein Weltmeister und somit in allem absolut konstant.
Er hat sich nie verändert. Seine Zeichnungen blieben immer und von Anfang an unerreichbar gut.
Dem gegenüber hat sich Hogarth in vier Etappen verändert - er wurde immer besser.  Am Ende unerreichbar brillant.
Aber Foster war das, zumindest bei Eisenherz, schon von Anfang an - und er war auch der Geduldigere und viel
bessere Geschichtenerzähler von Beiden.

Hogarth konnte überbrillant zeichnen aber von der Story und vom Erzählerischem her gab es keinen Besseren als Foster. Das absolut Verrückte aber ist, dass Beide zur gleichen Zeit gelebt haben, beide an Tarzan gearbeitet haben

und beide zu den größten Strip-Zeichner aller Zeiten wurden. Wenn zwischen ihnen ein Jahrzehnt gestanden hätte,

könnte ich das ja noch verstehen - aber die größten Künstler auf diesem Gebiet lebten zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und verdienten ihre Brötchen beim gleichen Arbeitgeber. Verrückt nicht? 


In meinen Büchern über Hogarths unerreichbare Kunst beleuchte ich das alles und vieles, vieles mehr in allen Details.

Es wird ein Riesenwerk, an das sich noch nie einer herangewagt hat.

Und jeder, der es bisher sah - dem bleibt die Spucke weg.

 

Blitz: Warum veröffentlichen Sie es dann nicht selbst, zum Beispiel wie die Enzyklopädie über ComicSelection?

 

Der Auto:  In Deutschland, Österreich und der Schweiz würden wir das hinbekommen. Aber in all den anderen Ländern haben wir keinerlei Kontakte. Dafür ist unser Verlag zu jung und zu unerfahren und das Thema Tarzan ist derart von internationaler Bedeutung, dass wir es nicht auf einem Nischenmarkt verschleudern wollen.

 

Blitz:  Ich habe verstanden. Sie wollen ein so bedeutendes Werk nicht auf einen wirtschaftlich unbedeutenden Kleinmarkt beschränken, wenn die Hauptabsatzmärkte, wie die USA, noch nicht einmal etwas davon ahnen.

 

Der Autor:  Genau richtig, genau so ist das!

 

Blitz:  Bisher haben Sie nur von Micky Maus, Eisenherz und Tarzan gesprochen. Was ist denn eigentlich mit den Lehning-Serien?
Sie sind doch schließlich der Autor der mittlerweile berühmten und viel diskutierten Piccolo-Enzyklopädie.
Stehen die nicht auch bei Ihnen ganz oben auf Ihrer Hitliste?  Welche Serien faszinieren Sie denn davon am meisten?

 

Der Autor:  Klar doch - eine meiner größten Leidenschaften war und ist immer Lehning - ein Riesenthema zweifellos!
Aber können wir darüber nicht beim nächsten Mal sprechen, das ist mir einfach auf die Kürze zu komplex.
Ich muss schließlich heute noch die Kois und die Weinbergschnecken füttern. Sonst gibt das nichts mit dem geplanten Schneckenessen im Herbst!

 

Blitz:  Okay, aber wie bereiten Sie die denn zu ?


Der Autor:  Leicht angebraten in der Pfanne, mit kaltgepresstem Olivenöl, ausgelöstem Knoblauch und Kräutern aus der Province. Dazu im Ofen angewärmtes Baguette und tiefgekühlten sehr trockenen Weißwein.

 

Blitz:  Welche Marke?

 

Der Autor:  Verrat´ ich nicht, sonst hagelt es nachher wieder lautstarke Kritik!  Übrigens, Fortsetzung folgt!

 

 

Interview Teil V über die schlecht gemachten Neuauflagen der Lehning-Großbände:

Blitz: Was halten Sie denn eigentlich von dem derzeitigen Trend, alle möglichen Wäscher-Großbände umgestaltet
und neu koloriert neu aufzulegen?


Der Autor:  Meine ehrliche Meinung?

  

Blitz: Ja bitte!

 

Der Autor:  Nichts!  Das was ich bisher gesehen habe, wäre im Fall eines Kaufs - rausgeschmissenes Geld!
Der Titel von Nick 2 mit der Glutsonne lag doch wohl in der Neufassung völlig daneben!
Ich möchte dem Koloristen ja nicht zu nahe treten. Der Mann kann zweifellos gut am Bildschirm kolorieren.
Ich meine rein von der Technik her. Aber das Resultat wird dadurch nicht automatisch besser als das Original.
Sämtliche seiner Farben wirken wie brandneu.

Alles ist zu hell, zu grell, das sind Schönwetterfarben wie auf einer Postkarte. 

Die gebrochenen Töne von früher und die Dominanz mancher Farben, denen die alten Cover ihre Dramaturgie verdankten fehlt völlig.


Im Fall der im Internet vorgestellten Nick-Ausgabe von Heft 2, würde ich sagen - das ist die Verschlimmbesserung
des Jahres!

Nicht nur, dass man das Bild überhaupt nicht mehr wiedererkennt - der Kolorist hat auch das Thema völlig verfehlt. Beim Originalheft ging es um eine Gluthölle - um eine von Hitze und Feuer bedrohte Welt, die das Raumschiff zu zerschmelzen drohte.

Die Neukolorierung könnte infolge ihrer kalten Farben hingegen am Polarkreis handeln. Der neue Titelkopf wirkt zudem wie ein moderner Störstreifen.

Auch hierbei sind die Farben viel zu grell gehalten und wie bei einem Kunstdruck ausgefallen. Man vergleiche alleine das schrille, reine Gelb, welches beim Original weit aus wärmer dem roten Schriftzug „Nick“ unterlegt war.


Wäscher hat zudem den Titelkopf so gestaltet, dass das Motiv sich auch im oberen Teil über dem Titelkopf weiter
fortsetzte. Dadurch gewann das Motiv an Größe und war vollformatig angelegt. Das hatte Wäscher perfekt gelöst.


Diese vollformatige Covergestaltung findet sich auch heute noch auf sämtlichen Zeitschriften-Covern.
Bildmotive werden heute nur noch über das gesamte Format gezogen und alle Schriften darüber angelegt.
Die beim Neudruck angewandte Variante ist also keine Neuerung sondern eher eine „veralterte“ Lösung.

 

Bei der Neufassung musste das Titelmotiv hingegen wegen des verunglückten Titelkopfes auch noch erheblich
verkleinert werden. Und wegen der Verkleinerung zudem rechts um 5 cm angestrickt werden.
Dadurch sind auch die Hauptakteure auf dem Bild wesentlich kleiner ausgefallen und verlieren dadurch an dominanter Präsenz.
Die Gefahr, die den drei Raumfahrern beim Original zu drohen nahte und was die Dramaturgie des Titelbildes ausmachte, verliert sich durch die Verkleinerung der Helden auf dem Neudruck völlig.


Zudem ist das farbliche Spannungsverhältnis völlig verloren gegangen, dass beim Original durch den gekonnten Einsatz der Komplementärfarben Rot und Grün hervorgerufen wurde.
Die Grüntöne hat der Kolorist aus unbekannten Gründen eliminiert und durch ein tristes Grau ersetzt.
Die Rottöne sind wie Eingangs bereits erklärt durch sein völliges Fehlverständnis der Thematik gegenüber vermieden worden.
Auf gut Deutsch - der Mann hat nichts als Scheiße gebaut!

Bei den Sigurd-Covern, die ich ebenfalls im Internet fand, muss der selbe „Künstler“ am Werk gewesen sein.
Ich möchte mich nicht wiederholen aber farblich haben wir es dabei mit den selben Schönwetterbildern zu tun.


Das Cover hier oberhalb zeigt den ritterlichen Held „als blassen Emil“, wie bei einem Schwimmvergnügen während
einer Klassenfahrt.

Die wunderbaren gebrochenen Halbtöne und die zahlreichen Nuancen des trüben Tiefseegewässers sind einem kristallklaren Badewasser im sonnigen Süden bei einer geringen Tiefe von höchstens drei Metern gewichen.


Ja, ich frage mich - wer macht denn so was? Wer baut denn eigentlich solchen Scheiß?
Und schlimmer noch - wer kauft diesen Mist auch noch?

Für so einen Käse würde ich keinen Cent ausgeben! Ehrlich nicht! 

Und selbst wenn mir morgen ein Leser solch ein Heft schenken würde, dann würde ich es gleich an die nervigen Kinder gegenüber weiter verschenken. Behalten würde ich so ein Ding auf keinen Fall!  So etwas stört empfindlich meinen guten Geschmack und mein Verhältnis zu den schönen, alten Heften von früher - vor allem aber würde mich derartig Misslungenes beim Betrachten meiner uralten Sammlung enorm stören.

Wenn Sie mich fragen - So was ist Kitsch!  Papiercontainer auf und weg damit!


Verlage, die solchen Käse verkaufen können einem echt leid tun! Die versuchen einfach mit allem Geld zu machen!

Auch wenn es noch so schlecht ist.


Blitz: Was würden Sie den Koloristen empfehlen:


Der Autor: Die Finger von Lehnings Vorlagen zu lassen. Die kann man nicht verbessern!


Blitz: Wann haben Sie wieder Zeit für weitere Fragen die mir noch am Herzen liegen?


Der Autor: Schon in Kürze. Sie kennen ja mein Motto: Fortsetzung folgt!

 

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Teil VI des Interviews über die Lieblings-Serien des Autors beim Lehning-Verlag:

Blitz: Herr Autor, bei unserem vorletzten Meeting per Telefon hatten wir uns darüber unterhalten, bei welchen Comic-Serien Ihnen auch heute noch ein Schauer über den Rücken läuft.
Sie sprachen in erster Linie von Micky Maus, den ersten fünf Jahrgängen, und als zweites von Prinz Eisenherz.
Ich glaube, das können wohl die meisten Leser durchaus nachvollziehen - doch welche Heftreihen faszinieren Sie speziell bei Lehning am meisten?

 

Der Autor:  Das kann ich Ihnen gerne verraten!  Für mich ist die aufregendste Serie vor allem Sigurd.
Allerdings mit starken Einschränkungen: Vorrangig bevorzuge ich die Piccolos aus der Original-20Pfg.-Serie und davon besonders die ersten einhundert Ausgaben!

 

Blitz:  Wie kommt das?

 

Der Autor:  Auch das kann ich Ihnen gerne verraten.
In seiner Frühphase konnte sich Wäscher so richtig frei entfalten und sich in seinen Abenteuern vollständig ausleben.
In Zusammenarbeit mit seinen beiden Script-Schreibern - Gerhard Adler  -  und dann ab Band 62 ab Seite 11 - Rasmus Jagelitz, waren deren unbeschreibliche Fantasien keinerlei Grenzen gesetzt.
Sie schufen ebenso düstere wie verwobene Geschichten, dass man das alles gar nicht im Kopf behalten kann.
Ein Abenteuer jagte das andere und Wäscher zeichnete dabei Motive, die gleichsam düster und geheimnisvoll waren, sodass einem der Atem ins Stocken geriet. Hinzu kam dieser wunderbar verwaschener Druck.

Denken Sie nur mal an das Abenteuer mit den drei Riesenaffen, die im Dschungel alles kurz und klein schmetterten
und von Sigurd am Ende auf bestialische Weise abgeschlachtet wurden.

Oder denken Sie nur an das Abenteuer mit dem Versteck in den Bergen...oder das mit den giftigen Diamanten.

Da übertraf wirklich eine Super-Story die andere!

 

Blitz:  Und worin sehen Sie dabei den Bruch ab Ausgabe 100?

 

Der Autor:  Ganz einfach - zunächst kündigte Wäscher zu dieser Zeit seinem hochtalentierten Scriptschreiber Rasmus Jagelitz die Zusammenarbeit und wollte fortan alles alleine machen.
Das erfolgte genau genommen in Sigurd Piccolo Nr. 95 auf Seite 31 und 32, welches das letzte Heft unter Jagelitz Federführung war. Das wirkte sich natürlich beeinträchtigend auf die nachfolgenden Storys aus; denn Jagelitz war erwiesenermaßen ein hervorragendes Naturtalent und Wäscher zwar ein Top-Zeichner aber er besaß einfach
nicht das schriftstellerische Talent wie Jagelitz.

Nehmen Sie sich einfach mal Sigurd 95 zur Hand. Jagelitz hat darin die laufende Story bis Seite 30 perfekt

zu Ende gebracht und sauber abgeschlossen, weil ihn Wäscher ab der nächsten Ausgabe nicht mehr

benötigte.

 

Mein Freund Kai Stellmann vertrat mir gegenüber anfänglich die Ansicht, Jagelitz - der auf Seite 31 den

Neubeginn eines völlig neuen Abenteuers für Sigurd im Alleingang ( „Einer gegen alle“ ) für Heft 96

angekündigt hatte, habe mit dem Text auch ein klein wenig auf seine eigene Person angespielt, in dem er

sich künftig ebenfalls im Alleingang völlig neuen Herausforderungen stellen musste.

Es kann aber auch sein, dass ich ihn in diesem Punkt nicht eindeutig richtig  verstanden habe.

 

Blitz:  Ja, wenn man den Text oben durchliest, könnte das stimmen!

 

Der Autor:  Mittlerweile vertreten wir aber in diesem Punkt die gleiche Meinung.

Kai glaubt mittlerweile ebenso wie ich,  mit diesem Text könnte nämlich höchstwahrscheinlich Wäscher eine unterschwellige Anspielung auf seine Person bezogen gemacht haben, der fortan ebenfalls im Alleingang einem neuen unbekannten Abenteuer entgegen ging - nämlich dem, nun auch die Geschichten alle selbst schreiben und alles alleine texten
zu müssen! Diese Variante halten wir beide jetzt für wahrscheinlicher.
Und das nämlich alleine schon aus einem einfachen Grund:  Jagelitz konnte den weiteren Storyverlauf -

mit Sigurd im Alleingang von Heft 96 - gar nicht kennen; denn seine Story endete ja an dieser Stelle in

Ausgabe 95 auf Seite 30.
Wäscher allein konnte nur wissen wie es künftig weiterging - also hat er auch diese Zeilen geschrieben,

die er vermutlich gleichzeitig auch ein klein wenig auf sich selbst bezog, wahrscheinlich weil er sich

gerade so fühlte. Mutterseelenallein mit seinem Sigurd. Ohne Scriptschreiber und ohne Texter.

 

Blitz:  Stimmt! Das ist frappierend! So könnte es gewesen sein.

 

Blitz:  Aber war das für Sie der einzige Grund, warum Sie die Storys fortan nicht mehr so spannend empfanden?

 

Der Autor:  Nein! Es kam noch etwas viel Entscheidenderes zur gleichen Zeit hinzu!
Zum anderen schloss sich Lehning auch noch genau 15 Ausgaben später der Freiwilligen Selbstkontrolle an.
Mit Sigurd 110. Das war eine absolute Katastrophe für jede noch so gut arbeitende Phantasie.
Wäscher wurden förmlich kreative Handschellen angelegt. Ab diesem Zeitpunkt konnte er weder zeichnen

noch schreiben was er eigentlich wollte. Alles unterlag einer strengen moralischen Zensur.

Alles musste ab dem brav, fair, überaus ritterlich, edelmütig und vor allem ohne jede Brutalitäten zugehen -

alles andere wurde kurzerhand verworfen.

Wenn Sie sich demgegenüber einmal die ersten Sigurd-Piccolos ansehen, da kam es auch schon mal vor,

dass Sigurd einen Schergen im Kellergewölbe von hinten erdolchte, um zum Beispiel jemanden im Verlies

zu befreien. So was ging natürlich wegen der Freiwilligen Selbstkontrolle überhaupt nicht mehr.


Von daher sehe ich mir die Titelbilder der Sigurd-Piccolos über einhundert immer noch für mein Leben gern

an, aber lesen kann man das als Erwachsener eigentlich nicht mehr so mit vollem Genuss.

Zuletzt hatte ich nochmal Sehnsucht danach - und ich muss sagen - die ersten 100 Hefte waren wirklich

großartig!
Die Story mit dem Zwergenvolk, die in unterirdischen Höhlen lebten und tief unter ihnen brodelte der Vulkan;
das war sagenhaft, obwohl Wäscher die Idee zu diesem Szenario sicher einem alten Film entnommen hatte.
Und zwar dem RKO-Streifen von David O. Selznik, der auch King Kong verfilmt hatte: „SHE - Herrscherin

einer  versunkenen Welt“. In dem Streifen kamen exakt die gleichen Vulkansteinhöhlen vor, die Wäscher in

seiner Ausgabe Nummer 38, „Der brennende Berg“ verwirklicht hatte - und auch die Höhlenbewohner sahen

genauso aus.

Aus diesem Film hatte er auch den Namen „Haggart“ (  Erinnern Sie sich? Haggart der Teufel - in Heft 18 )
Egal - die Geschichte war wirklich herrlich zu lesen und alle anderen auch, wie „Die Schreckensinsel“,

„Die Piratenstadt“, „Das Versteck in den Bergen“ oder „Der schwarze Henker“.

Alles rundum tolle Geschichten und meisterhaft gezeichnet! Als ich dann bei den Heften ankam, die der

Freiwilligen Selbstkontrolle unterlagen, ließ die Spannung urplötzlich nach, alles war plötzlich auch vom

"Drehbuch" her so fürchterlich vorhersehbar. Man spürte förmlich den moralischen Zeigefinger, der über

allem schwebte und eine leichte Langeweile stellte sich bei mir ein. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust

mehr weiterzulesen.
Das alles war vielleicht als Kind damals noch wirklich spannend, so ähnlich wie die Edgar Wallace-Filme

mit Eddie Ahrent und Heinz Drache. Auch bei denen bekam man damals noch Gänsehaut.
Aber für einen erwachsenen Menschen sind solche Filme heute nichts mehr, und der Inhalt der zensur-

unterzogenen Hefte ist für die Leser eigentlich auch nur noch die reine Nostalgie und keine wirkliche

Spannung mehr.

 

Blitz:  Und was halten Sie von den Sigurd-Großbänden ?

 

Der Autor:  Die Großbände liebe ich wegen ihrer fantastischen Titelbilder. Die haben mir in meiner Jugend,

als ich noch nicht alle hatte, oft schlaflose Nächte bereitet!
Auch heute verspüre ich noch immer das gleiche Kribbeln, wenn ich sie sehe. Auch die Farben innen sind

eine echte Bereicherung zu den Schwarz-weiß-Heften!

Aber zum lesen sind die alten Piccolos einfach besser; denn in den Großbänden ist ja quasi alles heraus-

geschnitten worden, was zu einem echten Abenteuer gehörte. Die Auspeitsch-Szene von Hongo dem

Teufel in Heft 11 und 12, die Folterszenen aus der „Herrscherin ohne Gnade“ aus Heft 32, davor zwei ganze

Hefte „Turm des Grauens“ ( Heft 26 und 27 ) und so ging das bei den Großbänden schließlich am laufenden

Band.
Von den Originalen - wenn die meinetwegen zum Vergleich ab „16“ waren - sind die Großbände die Fassung

für die Sechsjährigen. Eigentlich jammerschade!


Von all diesen verheerenden Kürzungen handeln ja auch meine nächsten beiden Bücher, die Bände 3 und 4 !

 

Blitz:  Dann brauche ich Sie ja nach der 30-Pfennig-Serie gar nicht erst zu fragen, oder ?

 

Der Autor:  Na ja, die hören wenigstens nicht mitten in Heft 41 auf und überspringen wie in den Großbänden

ganze 70 Ausgaben, aber von den Kürzungen her gesehen, sind die genauso schlimm betroffen!


Interessant wird es aber, was diese Ausgaben in meiner Buchreihe anbelangt, wenn diese Serie an der Reihe

ist. Da ist nämlich geplant, die Original-Titelbilder mit denen der Nachdrucke zu vergleichen.
Und natürlich alle gravierenden Kürzungen aufzuzeigen und zu erörtern.

 

Blitz:  Was glauben Sie, warum hat Wäscher bei den 30-Pfennig-Heften die Titelbilder überhaupt gewechselt?
Die alten waren doch alle wirklich toll!

 

Der Autor:  Ganz einfach - an den Nachdrucken verdiente Wäscher keinen Pfennig; denn Lehning ließ sich

bei allen Serien sämtliche Urheberrechte auf Ausschließlichkeitsbasis überschreiben und konnte sie somit so

oft verwenden, wie ihm der Sinn danach stand.
Da hat ihm Wäscher nach den ersten rund zwanzig Ausgaben neue Titelbilder schmackhaft gemacht.
Der Mann lebte ja schließlich vom Verkauf seiner Zeichnungen, und sonst hätte er ja an den 30-Pfennig-Heften

keine müde Mark verdient.

Dass die neuen Cover schlechter als die alten ausfielen, ist Lehning wohl gar nicht erst aufgefallen.
Jedenfalls den ersten Anstoß zu einer Titelbild-Veränderung lieferte das Piccolo-Heft „Die Hexe“.
Das damalige Sujet, im Original mit der Nummer 24, wo die gefesselte Frau auf dem Cover öffentlich

verbrannt werden sollte, ging unmöglich unbeanstandet durch die Freiwillige Selbstkontrolle.
Also musste Wäscher rasch ein neues Cover zeichnen und hat sich bei der Gelegenheit den lukrativen

Auftrag gleich für die ganze Serie geangelt.

Blitz:  Woher wissen Sie das ?

 

Der Autor:  Na hören Sie mal - glauben Sie, ich gäbe meine Quellen preis?  Wo kämen wir denn da hin?

Ach Quatsch!  Das war nur ein Scherz.   Das liegt doch auf der Hand!   Wäscher lebte doch davon!


Die neuen Titelbilder wurden bestimmt nicht deswegen kreiert, weil die alten schlecht waren.

Wäscher wies wohl Lehning darauf hin, dass solche kritischen Cover, wie das mit der Hexe, immer wieder

vorkommen könnten - und wenn man sämtliche Titelbilder neu anlegen würde, könnte man sie leichter und von

vorne herein an die Anforderungen der Freiwilligen Selbstkontrolle anpassen und gewaltfreier konzipieren,

sodass es keine Erscheinungs-Verzögerungen gäbe. Das war ein Argument - und so wurde es gemacht!

 

Blitz: Ja, das leuchtet mir ein!

Der Autor: Aber die Neuauflage für 30 Pfennige belegt auch auf der letzten Innenseite die typischen

Beschneidungen durch die Freiwillige Selbstkontrolle.

Während beim Original Sigurd den Burghauptmann bei der Befreiung der jungen Frau vor dem Scheiter-

haufen mit dem Schwert ins Herz stieß, kam es in der jugendfreien Ausgabe lediglich zu einem Gefechtsduell.

Getötet wurde niemand.
Dem Burghauptmann wurde lediglich das Schwert aus der Hand geschlagen. Das war zwar beim Original

auch so und blieb unverändert - aber darin glitt ihm das Schwert leblos aus der Hand, weil er von Sigurd

sprichwörtlich durchbohrt wurde, wie man in der Gegenüberstellung deutlich sehen kann.


Wäscher hatte also mit solchen Retuschen jede Menge zu tun. So kam am Ende doch noch Geld in seine

Kasse für eine Serie, bei der er sonst leer ausgegangen wäre.

 

Blitz: Das ist ja irre! Haben Sie noch mehr solcher Beispiele auf Lager?

 

Der Autor: Ja, jede Menge. Steht alles in Band 3 und 4, die jetzt schnell hintereinander herauskommen.
Band 3 ist schon fertig gedruckt und wird gerade in dieser Woche gebunden und dann verschickt!

 

Blitz:  Und Band 4 ?

 

Der Autor:  Ist konzeptionell bereits abgeschlossen und ist auch schon auf dem Weg in die Druckerei!

 

Blitz:  Junge, Junge - Sie legen ja ein Tempo vor! Woran liegt das?

 

Der Autor:  Wir haben eine leicht überalterte Zielgruppe zu bedienen, die das Erscheinen unserer Bücher

gerne noch gesund und munter miterleben und genießen möchten. Wenn wir zu lange mit der Herausgabe

warten, dann haben womöglich einige nichts mehr davon.

 

Blitz:  Leuchtet ein!

Und was sind außer den ersten einhundert Sigurd-Piccolos sonst noch Ihre weiteren Lehning-Lieblings-

Serien?

 

Der Autor:  Beim nächsten Mal - für heute hab ich genug.  Gestern wurde es spät und ich bin noch

ziemlich k.o. Außerdem kennen Sie ja mittlerweile mein Lieblingszitat: Fortsetzung folgt!

 

 

 

Sämtliche Urheberrechte an der Serie Blitz der Zeitungsjunge

liegen bei Frau Dr. Patricia Pedrazza.

Sämtliche Zeichnungen der Serie Sigurd bei Hansrudi Wäscher/becker-illustrators.

 

 

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Buchrezension der

ENZYKLOPÄDIE DEUTSCHER PICCOLO-BILDERHEFTE - BAND II

durch das unabhängige Comic-Portal www.comicsbox.de

am 21. April 2016
 
 Das Comic-Highlight

zum Fühjahr 2016 weist den Weg:

 

 Die Piccolo-Enzyklopädie erscheint als Sammler-Edition
in limitierter Kleinauflage von 300 Exemplaren bei ComicSelection.
Der Band II (Einband: Hardcover, Format: 29 x 41,5 cm, Preis: 69,00 Euro)
umfasst 176 Seiten mit 653 erstklassigen Farbabbildungen
und ist Ende Februar 2016 erschienen.
Alle Abbildungen der Piccolo-Hefte und der Großbände in Originalgröße.
Autor dieser ultimativen Buchreihe ist Hermann Mencer.
Acht bis zehn Bildbände sind geplant.

Die Erscheinungsweise ist für alle vier oder fünf Monate angesetzt.

___________

 

Mit einer kurzen Einleitung

„Die Epoche der Piccolo-Hefte“ beginnt der zweite Band.
Anschließend folgt ein 6-seitiges Vorwort von Uli Böning,
das den Leser auf das, was alles noch folgt, einstimmt.

Und dann beginnen in chronologischer Auflistung

( 7. Januar 1955 bis 28. Dezember 1956 )

die Abbildungen der Piccolo-Hefte und Großbände

mit interessanten Begleitinformationen.

 

Mit großer Ungeduld wurde der Band II der Piccolo-Enzyklopädie erwartet.
Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zum Band I zu erkennen.
Dieser eröffnet sich dem geneigten Leser erst beim Aufschlagen.

 

Der Comic-Zeichner Augusto Pedrazza dominiert im Band II,
was besonders die Akim-Fans erfreuen wird.

Schon das schnelle Durchblättern erfüllt das Sammlerherz mit großer Freude.
Beim Anblick der Piccolos und der Großbände des Lehning-Verlages
wird so manche Kindheitserinnerung aufgefrischt.


Lange mussten Leser und Sammler auf ein solches Werk warten.

Kein Rechteinhaber der letzten drei Jahrzehnte hat es vermocht,
etwas Vergleichbares zu schaffen.

Doch die Warterei hat sich mehr als gelohnt!


Der Band II ist noch besser gelungen als der Band I,
der nur von Kritikastern mit nicht nachvollziehbaren Aussagen

bedacht worden war.

Keine Spur von farblichen Abweichungen!

Bindung, Papierwahl und Druck sind nicht zu beanstanden.
Der Band ist einfach nur gut gemacht

und sollte auch den letzten Puristen überzeugen.

 

Wer hat die vielen Stunden,

die von der Idee bis zur Fertigstellung vonnöten waren, gezählt?
Mit großer Liebe zum Detail, unermüdlichem Einsatz,
enormen handwerklichen Fertigkeiten und wohlformulierten Worten
hat der Autor eine Werkschau des prägenden Comic-Verlages

der 1950er Jahre geschaffen.

Interessante Überlegungen und Interpretationen

regen zum Nachdenken und Nachlesen an.


All dies noch zu einem angemessenen Preis,
ohne die kleine Schar von Fans mit überteuerten

Luxusausgaben abzuzocken.


Hier wird nicht mit Herrschaftswissen geprahlt,
sondern einfach nur mit Leidenschaft ein Traum verwirklicht.
Dafür ein dickes Lob!

 

Für den Leser hochinteressant „Die Erfolgs-Story von Akim“;
desgleichen der Beitrag „Spuren-Sicherung“ in Band I.
Mancher Comic-Fan glaubte bisher, alles zu wissen,
der wird jetzt eines Besseren belehrt.

Band II ist rundum wieder sehr informativ.

 

Die Aufnahme anderer Heftreihen neben den Piccolo-Bilderserien

war eine gute Entscheidung!
Damit wird das Lexikon noch vollkommener.

 

Eine gut aufgelistete Inhaltsübersicht

mit einem Sachregister für die Bildbände I bis IV
für die Zeitspanne 1953 bis 1959 (8 Seiten) schließt den Band II ab.

 

Zusammenfassung

 

Er ist endlich da, der Band II der Piccolo-Enzyklopädie.
Die Aufmachung ist einfach super!
Ein exzellenter Druck mit schönen Farben, gute Fadenheftung sowie ein hervorragendes Layout.
Die Textbeiträge sind bezüglich des Schriftbildes

für ältere Comic-Fans gut lesbar.


Das Großformat der Buchreihe hat auch den Vorteil,

man verlegt die Enzyklopädie nie!

Der Buchtitel verschweigt zwar, dass auch Großbände abgebildet werden,
doch das macht die Sache nur noch spannender.


Je länger man im Band II blättert und liest, umso größer wird die Erwartungshaltung auf die weiteren Bände,
die dann fast nur noch von dem Comic-Zeichner

Hansrudi Wäscher geprägt sein werden.

 

Eine bessere Werbung als die Piccolo-Enzyklopädie

für das Gesamtwerk von Hansrudi Wäscher gibt es nicht.


Auch sämtliche Kleinverlage, die den Nachlass des Künstlers vermarkten
bzw. mit anderen Zeichnern fortsetzen,
müssten ComicSelection eigentlich mehr als dankbar sein,
wird doch der Suchtfaktor Hansrudi Wäscher

hierdurch nahezu perfekt verbreitet.

 

Die ComicsBox.de

Dieses Bild zeigt uns am Schluss noch Rita, so wie sie uns sowohl Augusto Pedrazza

als auch Hansrudi Wäscher stets vorenthalten hat.
Aber zum Glück gibt es ja neuerdings den Autor!
 Die kolorierte und neu gestaltete Zeichnung vom Autor ist natürlich wie in allen Fällen unverkäuflich!

Weitere Motive finden Sie auf unserer Seite 2.

 

Copyright: bei Hermann Mencer/ComicSelection bzw. becker-illustrators/Hansrudi Wäscher
        Das Herunterladen der Vorlagen ist untersagt.

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Das Interview mit dem Autor !

 

Michael Hüster von der Comic-Radio-Show im Gespräch mit dem Autor der Enzyklopädie deutscher Piccolo-Bilderhefte.

 

Autor Hermann J. Mencer:
"Wie vielleicht jeder Sammler, hatte auch ich stets immer den Wunsch, die schönsten der vielen losen Hefte auch einmal in Buchform gebunden im Schrank stehen zu haben“.

 

Heute ist dieser Sammler-Wunsch Wirklichkeit geworden:
Mit der Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte kann der geneigte Leser und Fan der frühen Lehning-Hefte erstmals die komplette und faszinierende Geschichte der legendären Bilderhefte-Produktion des Walter Lehning Verlags Woche für Woche für sich wieder entdecken!

 

Beginnend ab dem Jahr 1953 kann man von Anfang an chronologisch sämtliche Neuerscheinungen wie in einer Zeitreise nochmals mitverfolgen.

Angefangen von den damals berühmten und vielfach umstrittenen Piccolos, bis hin zu allen anderen Publikationen, den Groß- und Sonderbänden, den Kolibris, den Romanen in Bildern oder den Märchen-, Sagen- und Abenteuer-Bänden, die Walter Lehning nach und nach alle auf den Markt brachte. Und da sind sie alle wieder, die Helden der Lehning-Ära wie Akim, El Bravo, Carnera, Sigurd, Peterle, Der rote Adler, Harry der Grenzreiter, Fulgor und Raka.
Vor allem Mitgliedern der Generation Lehning dürfte es da sicher ganz warm ums Herz werden.
Die Comic-Radio-Show (CRS) sprach mit dem Autor der Enzyklopädie, Hermann J. Mencer.

 

CRS: Wann und durch welche Publikationen bekamen Sie erstmals Kontakt zum Medium der Comicstrips?
Mencer: Mit fünf oder sechs Jahren schenkte mir meine Tante einen Stapel zerfledderter Micky Maus-Hefte. Ihr Sohn, mein Vetter, war vier Jahre älter als ich und kam auf die Realschule.
Da war diese Art Lektüre natürlich nichts mehr für ihn. Er war ihrer Ansicht nach mittlerweile zu alt dafür. Ich verliebte mich sofort in die Hefte, obwohl ich noch gar nicht lesen konnte.
Und da war es auch schon um mich geschehen!

 

CRS: Wann begann dann die Begeisterung für Lehning?
Hermann J. Mencer: Ich war wohl neun oder zehn, als ich das erste Mal mit den schmalen Streifenheften von Lehning in Berührung kam. Auf unserem Schulhof wurden manchmal welcher hinter schützender Hand getauscht. Das war damals die sogenannte verbotene „Schund-Literatur“.
Man durfte sich nicht damit erwischen lassen. Meine Mutter hatte eigentlich nichts dagegen, aber die Lehrer in der Schule. Au weia!
Wenn man damit erwischt wurde, gab´s fürchterliche Backpfeifen und das Heft war weg.

 

Meine ersten beiden Hefte waren Akim 141 mit dem Titel “Verschüttet” und Sigurd 246 “Wer zuletzt lacht...” Beide Piccolos hatte ich von irgendjemand im Tausch bekommen.
Das Akim-Heft empfand ich als besonders faszinierend.
Da hockte eine Horde großer Affen auf einem Bergmassiv und die warfen Felsbrocken auf eine Meute von Wilden hinab. Alleine das Titelbild mit der roten Schrift auf dem gelben Grund war eine Wucht.
Und dann der Name selbst - “Akim” – nie zuvor hatte ich solch einen Namen gehört.
Wie sich erst vor ein paar Jahren herausstellte, als ich an meiner Buchreihe arbeitete, waren beide Hefte damals am selben Tag zusammen erschienen.
Seltsam – ich hatte sie schließlich im Tausch bekommen und nicht am Kiosk zusammen gekauft.

 

CRS: Backpfeifen, weil man Heftchen liest...
Da haben sich die Zeiten zum Glück ganz schön geändert.
Haben Sie damals nur getauscht
oder gingen Sie auch schon mal an den Kiosk, um dort neue Hefte zu kaufen?

 

Mencer: Am Anfang habe ich nur getauscht und durch Altpapier-Aktionen und ähnlichem schon einen Großteil meiner frühen Sammlung auf diese Weise zusammen bekommen. Das war mitunter äußerst abenteuerlich!
Das alles ist im Band 5 als Vorwort in einer wirklich tollen Story zusammengefasst.
Mehr kann ich hierzu im Augenblick nicht verraten.
Aber zwischen 25 und 30 hatte ich bereits meine heutige Sammlung bis auf ganz wenige Ausnahmen schon beinahe vollständig komplett.  

 

Die umfasst aber nicht nur Lehning, sondern auch Micky Maus, und das sogar aus drei europäischen Ländern, außerdem Fix und Foxi, Tom & Jerry, Tarzan, Pecos Bill, Eisenherz, Illustriere Klassiker und viele andere seltene Sachen mehr.

Mein erstes gekauftes Heft war eine Micky Maus im Jahr 1958.
Es war die Nummer 4 vom 1. Februar.
Mein erstes Heft von Lehning hieß “Ein schlauer Plan” – das war Akim Nummer 191.
Ich habe es mir damals als erstes Heft von Lehning von meinem mageren Taschengeld am Kiosk gekauft, um alle weiteren Hefte im ladenneuen Zustand zu haben.

 

Heute kann ich, dank meiner Buchreihe, auch genau sagen wann das war:  Es war in der Woche vom 7. bis zum 13. August 1959.
Damals war ich also gerade mal 10 Jahre alt.
Woher ich das so genau weiß?
Meine Buchreihe gleicht vom Aufbau her einem präzisen Terminkalender.
Jeder kann darin nachschlagen, wenn ihm ein bestimmtes Heft aus seiner Jugend in Erinnerung kommt und nachsehen,wann es genau erschienen ist.
Und das ist unter anderem auch das Schöne an meiner Buchreihe!

 

CRS: Gab es einen Lieblingscomickünstler?
Mencer: Ja, Walt Disney. Andere kannten wir nicht! Keiner von uns wusste oder hatte eine Ahnung, wer Wäscher oder wer Pedrazza war. Glauben Sie etwa, wir hätten das Kleingedruckte auf den Rückseiten gelesen?  Wir haben nur die Hefte verschlungen – und das wie verrückt.
Auch den Begriff Comics – den gab es nicht – die Hefte hießen bei uns im Sprachgebrauch ganz einfach “Heftchen”!

 

CRS: Dann waren Sie so etwa Ende der 1970er-Jahre fast komplett.
Entwickelten Sie dann bis heute weitere Sammlerziele?

Mencer: Ich war irgendwann zwischen 1978 und 1979 so gut wie komplett. Dann habe ich mich aus der Szene der Comic-Liebhaber zwangsläufig zurückgezogen, weil mich Treffen nicht interessierten und Börsen nichts mehr hergaben. Deswegen kennt mich heute auch kaum noch einer und viele dachten, ich wäre ein Neuling.
Und deswegen hat mir auch niemand so ein gigantisches Werk wie diese Enzyklopädie zugetraut!
Einem Neuling traut ja bekanntlich keiner etwas zu. Ist ja auch verständlich.

 

Überhaupt habe ich ab 1964 ohnehin aufgehört mir Hefte zu kaufen.
Nahezu alles, was danach noch raus kam, interessierte mich eigentlich nicht mehr.
Ich hab dann fortan eigentlich nur noch Zustandssuche betrieben, um die vorhandenen Hefte immer noch besser zu bekommen.   So was lief über Suchlisten ab. Leute wie Kuth Werth haben mir dabei tatkräftig geholfen.
Darüber hinaus habe ich Auktionen verfolgt, auf denen Disney-Raritäten, wie –Filme, –Filmplakate, –Spielzeuge, -Figuren, –Uhren usw. angeboten wurden.
Das mache ich auch heute noch, denn das Gebiet ist nahezu unendlich.

 

CRS: Wann entwickelt sich dann aus Ihrem jahrzehntelangem Hobby die Idee zur Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte?  Gab es so eine Art Initialzündung?
Mencer: 2007 setzte ich mich vorzeitig beruflich zur Ruhe. Es folgten Jahre des Privatlebens.
Dann widmete ich mich irgendwann auch wieder intensiver meinem Hobby – den Comics.

 

Wie vielleicht jeder Sammler, hatte ich auch immer den Wunsch, die schönsten der vielen losen Hefte auch einmal in Buchform gebunden im Schrank stehen zu haben.
Was die meisten Sammler immer davon abhält, ist die Zerstörung der finanziellen Werte, denn die Original-Hefte sind ja sehr wertvoll, und außerdem üben auch die Einzelhefte einen ganz anderen Reiz aus, der verloren geht, wenn man die Hefte zu einem Buch binden lässt.
Also verwirklicht im Endeffekt auch niemand diesen Traum vom gebundenen Sammelband.
Manche haben das mit ihren Micky Maus Heften gemacht, wie Benedikt Taschen.
Aber die meisten träumen nur davon und realisieren diese Idee nie.

 

Da kam mir die Idee, zumindest mal die Cover alle für ein Buch einzuscannen.
Lehning bot sich hierfür an. Besonders die Piccolos. Damit war die Idee geboren. Das war so etwa vor fünf Jahren.
Ich kaufte mir einen Hochleistungsrechner, einen Profi-Scanner für 600 dpi-Scanns und einen hochauflösenden Digital-Drucker und begann mit der Arbeit.
Rein für mich privat. Ich wollte einen dicken Wälzer, in Leder gebunden und in der Stärke eines Lexikons.
Aber eben nur für mich privat. Dann begann ich Informationen zu den Heften niederzuschreiben.
Denn ein Buch ohne Text wäre schließlich langweilig gewesen und nicht das Wahre.
So entwickelte sich die Sache langsam aber sicher.

 

Am Ende, nach Jahren, konnte ich den Wälzer
endlich binden lassen.  Mit fast 1000 Seiten.
Ein richtig schönes und schweres Buch.
In prächtigem Schweinsleder verarbeitet und
außen mit Galle-Papier. Für eine Veröffentlichung
eignete sich das Riesending natürlich nicht.
Wer würde schon 300,- oder 400,- Euro für so
einen Wälzer ausgeben.
Dann kam mir etwa 2012 oder 2013 der Gedanke
das Ding aufzusplitten und in Jahrgangsbände
zu unterteilen.
Damit war die Idee zu dieser Buchreihe geboren.

 

CRS: Da haben Sie ja unendlich viele Stunden investiert. Eine gewaltige Fleißaufgabe.
Im Ergebnis sind ja nun insgesamt 10 Bände geplant.  Diese umfassen, gemessen an Band 1, immer noch über 2000 Seiten.
In welchem zeitlichen Abstand können Sie in etwa die weiteren Bände publizieren?

 

Hermann J. Mencer:
Unser Verlag könnte augenblicklich drei weitere Bände auf den Markt bringen.
Aber wir möchten auch, dass die Leser langsam die leichte Kost verdauen.
So ganz nach Lehnings Prinzip - Fortsetzung folgt!
Unsere Fortsetzungsfolgen sind im Abstand von 4 bis 5 Monaten geplant.
Auch sind viele unserer Buchleser bereits im Rentenalter angekommen und müssen mit ihren Mitteln haushalten.
Band 2 erscheint deshalb voraussichtlich im Januar 2016.

 

CRS: Wie geht es in Band 2 inhaltlich weiter?

Mencer: In Band 2 erscheinen Die großen Jahre 1955 & 1956.
Lehning-Fans wissen was das bedeutet!
Wäscher-Cover vom Allerfeinsten!

CRS: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte.

 

Ihre Antworten vermitteln doch den Eindruck, dass Sie als leidenschaftlicher Sammler viel Herzblut in
Ihr Werk stecken!  ( Michael Hüster ).

 

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