Die Sprechblasen-Affäre!

Die vollständigen Enthüllungen eines Skandals:

 

13.11.2015, 12:20 #755
Gerhard Förster
Registriert seit:05.2003Ort: WienBeiträge:585

Hallo Leute, hier kommt jetzt das offizielle Statement zur Vereinbarung über die Buchreihe:

 

Zum 05.11.2015 hat es zwischen Hansrudi Wäscher und dem Kuhlewind-Verlag eine außergerichtliche Einigung gegeben bezüglich der Nutzungsrechte der von Wäscher gezeichneten Illustrationen, Comic-Figuren und Comics, veröffentlicht im Walter-Lehning-Verlag von 1953 bis 1968, die ausschließlich Hansrudi Wäscher gehören, und bezüglich der Nutzung der von Wäscher gezeichneten Comic-Illustrationen anderer Nutzungsrechtsinhaber, veröffentlicht im Walter-Lehning-Verlag von 1953 bis 1968, deren Nutzungsrechte gleichzeitig auch bei deren Urhebern einzuholen sind.
Die Vereinbarung umfaßt die Buchreihe "Enzyklopädie Deutscher Piccolo-Bilderhefte" aus dem Kuhlewind-Verlag und gilt für 10 Bände, sie wurde rechtswirksam von mir Namens und im Auftrag von Hansrudi Wäscher unterschrieben. Hartmut Becker

 

Diese Nachricht war besonders für die Geheimbund-Mitglieder ein wahrer Schock, wie man sich denken kann.

 

Während sich die geheimen Verschwörer in ihrer Loge vor Bespitzelungen ziemlich sicher fühlen, wuchs die zunehmenden Zahl an Befürwortern der Buchreihe auch in den eigenen Reihen. Trotzdem zerrissen sich die Buchgegner im Internet noch kräftig das Maul über den verhassten Autor und überlegten krampfhaft, wie sie der ebenso verhassten „Enzyklopädie der deutschen Piccolo-Bilderhefte“ noch weiterhin auf kurz oder lang schaden könnten.

 

Unterdessen hatte aber der Verlag schon lange zuvor im Hintergrund zu Wäschers Anwalt Kontakt
aufgenommen. Dieser war ebenso wie Hartmut Becker an einer raschen Einigung mit dem Verlag außerordentlich interessiert, denn die Verlegerin war von ihrem Buch-Vorhaben keinesfalls abzubringen. Außerdem hatte sie noch etliche Asse im Ärmel von denen niemand eine Ahnung hatte. Der Verlag hatte gleich nach dem Prozess, Wäscher in einem nahezu filmreifen Zitat „ein Angebot unterbreitet, welches dieser unmöglich ablehnen konnte!“ Das lag keinesfalls an einer Drohung der Wortwahl eines Paten, vielmehr an der Höhe der Summe, die man zudem zahlbar im Voraus für sechs Jahre anbot und bei Vertragsabschluss garantierte!

 

Wäscher selbst war verständlicherweise noch frustriert vom ergebnislosem Rechtsstreit gegen eine völlig Unbekannte, die überdreist die meisten seiner bisher „unbestrittenen“ Urheberschaften mit ein oder zwei Zeilen in ihrem Antrag auf Abweisung seines Antrags zum Erlass einer Einstweiligen Verfügung zu erschüttern verstand.  ( ...die da lauteten: „Es wird bestritten......“ ) Jedoch auf Anraten seiner klugen Gattin, Helga Wäscher, seinem versiertem Anwalt und seinem mehr als sachkundigem Agenten, Hartmut Becker, willigte Wäscher endlich ein! Denn für den Rest seines Lebens hätte ihm wohl niemand mehr für seine Urheberrechte an einem Lehning-Lexikon mehr bezahlt, als diese unbekannte Verlegerin aus Nord-Rhein-Westfalen. Was mag sie wohl bei ihrem Angebot geritten haben? ...Liebe? ...Leidenschaft? ...Ehrgeiz?

 

Außerdem hatte sich seit über 40 Jahren ohnehin niemand an ein solches gigantomanisches Werk, wie ein Gesamt Lexikon über Lehning herangetraut - also war so etwas auch nicht für die nächsten zwanzig Jahre zu erwarten! Helga sagte also ja! ... und Becker unterschrieb zum 5. November 2015 den höchst bezahlten Wäscher-Vertrag aller Zeiten nach der Hethke-Ära! Nun endlich konnte die frohe Botschaft in die kleine, überschaubare Comic-Welt hinausgetragen werden und der Verlag bemühte sich dabei Wäscher wenigstens jetzt als Sieger und Mann mit klugem Kopf erscheinen zu lassen, der das alles nicht des schnöden Mammons wegen getan hatte, sondern „weil er sich von dem Werk des Autors nun - nach Erscheinen - selbst ein positives Bild gemacht hätte“.


Dem war aber in Wirklichkeit nicht so; denn Wäscher wollte das Werk der “Gewinner im Rechtsstreit“ zumindest jetzt noch nicht sehen. Zumal er nach einem Sturz mit Hüftbruch das Bett hüten musste und für Lesestunden keine Zeit aufbringen konnte. Also dementierte Hartmut Becker öffentlich diese sehr wohl ausgewogene Botschaft des Verlages und veranlasste ihn mit gutem Zureden zu einer mehr ernüchternden Variante, in der es einfach hieß: „ein Vertrag sei nun außergerichtlich zum 5. November zustande gekommen!“

 

Ähnlich juristisch ausgefeilt klang dann auch Beckers eigenes Statement im Internet und wurde auf diese nüchterne Weise in die Öffentlichkeit gesetzt. Das alles war von Becker nicht gerade ein Meisterstück an guter und wohl überlegter PR-Arbeit, zumal jedermann daran ablesen konnte, warum die Vertragspartner, in diesem Fall Helga Wäscher, hauptsächlich zugestimmt hatten - es ging also wie immer nur ums liebe Geld. Denn nur das Geld war der Grund und sonst gar nichts! Becker hätte in dieser Sache eine Examensarbeit über vorbildliche Public Relations um mehr als vier Noten nach unten um einiges vermasselt - aber für PR wird Wäschers Agent ja ohnehin nicht bezahlt. Und der„Long cool Woman“ ist das Ganze ohnehin eigentlich egal - sie macht im Endeffekt nur das was ihr Autor will, aber der wollte gerade diesen Eindruck über Wäscher in der Öffentlichkeit unter allen Umständen vermeiden. Aber dennoch - die Macht des Geldes und die des überlegenen Verstandes hatten wieder einmal gesiegt! Ob der Autor damit zufrieden war, darf angesichts seiner euphorisch gelagerten Buchreihe und über die Kunst von Hansrudi Wäscher, die damit tief verbunden ist, ernsthaft und aufrichtig bezweifelt werden.


Ob sich unser Wiener Sensations-Reporter mit dieser harten Nuss endlich zufrieden gibt, dass die Rechte nun ein für alle Mal auf der Verlagsseite liegen, steht auf einem anderen Blatt! Es bliebe wenigstens zu hoffen, aber der Wiener wollte sich noch nicht geschlagen geben! Wer wissen will die seine Intrigen weitergehen, der sollte unsere Fortsetzung auf keinem Fall verpassen, die in den nächsten Tagen hier veröffentlicht wird.

 

Die Fortsetzung heißt: Die dilettantische Buchbesprechung eines notorischen Nörglers!

 

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